Coldplay - Viva La Vida Or Death And All His Friends

Juli 16, 2008 by meteo

Irgendwo in den Weiten des Netzes bekannte ich bezüglich Coldplays „X&Y“ desillusionierte Liebe und enttäuschte Hoffnungen. Doch was hatte ich erwartet von einer Band, die nicht die beste, sondern nur die größte der Welt sein will. Ich hatte für ihr drittes Album und für das Jahr 2005 ungefähr das ersehnt, was sie jetzt mit Album Nummer vier „Viva La Vida or Death And All His Friends“ abliefern. Heute jedoch – mit Brian Eno und Markus Dravs in der Produktion – reicht das leider nicht mehr aus. Drei Jahre später ist zu viel Wasser die Themse runter geflossen, zu viel Musik veröffentlicht worden, die hier kopiert wird, zu viel Musik an mein Ohr gedrungen, die sich hier spiegelt. Den Rest des Beitrags lesen »

Lil Wayne - Tha Carter III

Juli 16, 2008 by meteo

Das Problem an Lil Waynes „Tha Carter III“ neben den ganzen Sch…-Tracks, neben den ganzen fantastischen Stücken und ab von der Tatsache, dass es mich bei einem Hördurchgang durchgängig flasht und beim nächsten ebenso in Gänze nervt, langweilt und ankotzt, ist seine Überlänge. Ob die sich ewig streckenden 80 Minuten der Vorliebe des Dwayne Michael Carter Jr. für das Format des Mixtapes oder dem kommerziellen Erfolgsgedanken geschuldet sind, bleibt offen. Fokussiert auf die Hälfte der Tracks könnte „Tha Carter III“ tatsächlich ein fantastisches Album sein. Den Rest des Beitrags lesen »

Ellen Allien - Sool

Juli 16, 2008 by meteo

Der Weg nach vorn braucht zunächst einige Schritte zurück – um Anlauf zu nehmen. Ellen Allien präsentiert sich auf „Sool“ nicht nur in der Selbsteinschätzung minimal. Selten folgt ein Album so sehr der Beschreibung des Künstlers / der Künstlerin. Skizzen sollen die Tracks sein, (Vor-)Zeichnungen, die ihre Interaktion mit ihrer Umwelt reflektieren.

Zur Erstellung dieser klanglichen Entwürfe orientiert sie sich ganz offenbar an der experimentellen Elektronik unter anderem der mittleren Neunziger Jahre. So klingt „Bim“ einerseits nach Laub, andererseits aber vor allem absolut unglaublich. Allein für diesen stillen Experimental-Track verneige ich mich vor dem Genie der Berlinerin. Zuvor bringt mich jedoch das Fieldrecording „Einsteigen“ um den Verstand. Was weniger eine negative Aussage ist, als eine Verwirrung ausdrückt, die mich bei jedem Hören dieser U-Bahn-Klanglandschaft erfasst. Nicht zuletzt, weil es bei aller erprobender Charakteristik des Albums, doch in seiner „un“-musikalischen Schlichtheit fast eine Ausnahme bleibt. Nicht zuletzt, weil ihm das eher traditionell minimal elektronische „Caress“ folgt, das zumindest Ellen Alliens Verhaftung im Club erahnen lässt, selbst wenn auch dieser Track eher für die Anlage zuhause produziert wurde.

Zwölf Minuten im Album und ich bin verwirrt, meine Erwartungen sind erfüllt und totale Begeisterung durchströmt mich. Was soll da noch kommen?

Viel. Zunächst das unstetige, seinem Namen vollkommen gerecht werdende „Sprung“. Weit im Hintergrund ein sphärisches Sirren, vorne nur … nennt sich das noch Beat? Das Innere der Musik nach außen gekehrt, unglaublich. „Elphine“ dagegen verströmt wieder Vertrautes, erscheint weniger abstrakt, selbst wenn ein kalter Winterwind es durchweht und der Beat zwischenzeitlich gepfiffen wird. Die kurze Erholung währt jedoch nur kurz. Zurück zu Abstrakt-Experimentellem geht wieder „Zauber“, das mit einem einzelnen – egal ob real eingespielten oder aus der Box kommenden – Holzbläser einen Weg zwischen elektronischem Pop und Klassik sucht, der, um einige Ecken gedacht, durchaus an die Landschaften von Gas aka Wolfgang Voigt erinnert. Sich in den Tiefen von „Zauber“ zu verlieren, fällt leicht. Wiederum zum Niederknien schön.

Nach so viel zauberhafter Schönheit verstört „Its“ aufdringliche Aggressivität. Repetitiv industriell stampft und pocht es voran wie ein Herz auf Speed. Herz und Lunge kommen plötzlich nicht mehr hinterher, Sauerstoff und sauberes Blut werden knapp. Platzangst durchströmt einen, Hyperventilation. Der längste Track des Albums ist in keinster Weise der schwächste, vielleicht ist es sogar einer der kreativ stärksten, doch das von ihm ausgestrahlte simple Chaos befremdet und verwirrt in höchstem Maße. Eine ähnliche Gefühlsregung löst „Ondu“ aus, ist dabei aber sehr viel weniger körperlich unangenehm. Ganz im Gegenteil äußerst angenehm dagegen tritt „Frieda“ auf den Plan. Im Gesamtcharakter wieder ambient, nah bei Gas, prägen es dabei doch die Vocals sowie die Gitarrenklänge, die jedoch beide weniger als solche denn als Teil der atmosphärischen Inszenierung erscheinen. Wie hier zeigt sich die Doppelbödigkeit der Allienschen Skizzen ebenso im klickernd-summenden „MM“ und im abschließenden, alles was „Sool“ ausmacht zusammenfassenden „Out“.

„Sool“. Skizzen großstädtischen Musikschaffens im Winter. Techno in minimaler Ausformung, aber nicht einfach dem Genre Minimal zufallend. Experimentell, verstörend, gelegentlich poppig, immer groß. Löste „Its” nicht ein so allumfassendes Unwohlsein aus, ein unumstößliches, wenn auch schwer zugängliches Meisterwerk dränge damit in meine Hörgänge.

Pluxus - Solid State

Juli 16, 2008 by meteo

Skandinavien. Eine Rockband nach der anderen, Popact nach Popact und eine ganze Reihe Liedermacher aus dem nördlichen Zipfel Europas eroberten in den letzten Jahren die zentraleuropäischen Breiten und den transkontinentalen Markt. Aber auch die nordischen Electroacts überzeugen immer wieder. Den Rest des Beitrags lesen »

Quiet Village - Silent Movie

Juli 16, 2008 by meteo

Ein Album als plätschernd zu bezeichnen, stellt im Regelfall eine Beleidigung dar. Im Fall von Quiet Villages „Silent Movie“ beschreibt es jedoch nur das Brechen der Wellen im eröffnenden „Victoria’s Secret“. Den Rest des Beitrags lesen »

The Herbaliser - Same As It Never Was

Juli 16, 2008 by meteo

Die Vereinahmung des Soul und des Funk durch die breite Masse, bzw. deren neuzeitliche WiederVerchartung gehört sicherlich zu den großen Gewinnen der populären Musik im ausgehenden Jahrzehnt. Allerdings sträubt sich dem ein oder anderen Connaisseur das Nackenhaar, findet er die Musik, die und deren Bestandteile er jahre- und jahrzehntelang gehegt und gepflegt hat, plötzlich in der Öffentlichkeit wieder. Bezüglich dieser Pflege, die Soul und Funk nicht nur die ganzen 90er hindurch von verschiedenen Seiten erhielt, stellt sich natürlich weiterhin die Frage, ob nach weit mehr als zehn Jahren die umsorgende Musikrichtung zwischen Dancefloor-Jazz, Rare Groove, Big Beat und jazzigem HipHop immer noch eine Berechtigung hat oder ob diese, in Deutschland nicht zuletzt durch das Bemühen des Mojo-Clubs popularisierte, Art der musikalischen Vergangenheitsaufarbeitung des Leftfield langsam zu Grabe getragen werden sollte, also zu recht (auch) in den (deutschen) Charts (wieder) angekommen ist. Den Rest des Beitrags lesen »

Solomon Burke - Like A Fire

Juli 16, 2008 by meteo

Der König meldet sich zurück. Zuletzt in Nashville beheimatet, hat er seine Untertanen aufgefordert, ihm Lieder zu schreiben, die er singend verkaufen kann.

Solomon Burke, Hohepriester des Soul, präsentiert sich auf „Like A Fire“ in Bestform – in was auch sonst. Immer mit der Seele auf der Zunge und über einer minimal funkigen Produktion singt er Blues, Folk und Pop, der – fast ausschließlich – speziell für ihn und dieses Album geschrieben wurde. Den Rest des Beitrags lesen »

Skeletons And Kings Of All Cities - Lucas

Juli 16, 2008 by meteo

Die Schnelllebigkeit der Rezeption und des Konsums von Musik in Zeiten des Internets wird von den Kritikern auf zwei Wege verarbeitet. Einerseits wird den wöchentlichen Veröffentlichungsdaten hinterher gehechelt, andererseits lässt sich gelegentlich der Versuch beobachten, eigene Schwerpunkte zu setzen, Musik dann aufzugreifen, wenn sie relevant erscheint. Egal wie, ein Album zu besprechen, das mehr als 54 Wochen alt ist, steht nicht zur Debatte. Das Werk ist im Grunde nicht nur tot, sondern schon weitgehender Verwesung ausgesetzt. Insofern wäre es auch eine Lüge zu behaupten, hier und jetzt würde im Angesicht der gegenwärtigen Tour von Matt Mehlans Skeletons and the Kings of All Cities versucht, vergangene Verfehlungen aufzuarbeiten. Den Rest des Beitrags lesen »

JDSY - Adage Of Known

Juli 16, 2008 by meteo

Joey Sims aka JDSY gehört wie Twine zu Ghostly Internationals Speerspitze des zwischen Electro und Akustik-Gitarre wechselnden avantgardistischen Pop. Sein digital erhältliches Debüt-Album „Adage Of Known“ auf Ghostly Int. zeugt davon. Zwischen Miniatur und gegensätzliche Ideen vereinenden langen Tracks verstecken sich durchaus begeisternde Stücke. Den Rest des Beitrags lesen »

Twine - Violets

Juli 16, 2008 by meteo

„Violets“, Twines aktuelles, zweites Album für Ghostly International festigt nicht nur den Ruf des Duos, sondern auch den des Labels als Quelle hochklassiger ambienter, melancholischer Klanglandschaften. Die präsentierte atmosphärische Dichte der Stücke, die in ihr ausgedrückte Entfernung von einander und vielleicht auch vom Hörer, mag dabei die räumliche Entfernung der Twine-Mitglieder reflektieren, entstehen die Stücke doch getrennt zwischen Boulder (Chad Mossholder) und Baltimore (Greg Malcolm) im „virtuellen“ Raum. Den Rest des Beitrags lesen »