Robag Wruhme – Thora Vukk

Januar 25, 2012

Robag Wruhme hat als einer der Wighnomy Brothers bewiesen, dass er zu den großen der heutigen House-Musik – nicht nur aus Deutschland – gehört. Seine spielerische Ästhetik prädestiniert ihn als Mitglied von DJ Kozes Pampa-Records-Familie. Wo Isolées Album zu Beginn des Jahres ähnlich wie das zeitgleich erscheinende und in Teilen ähnlich gestrickte Album-Debüt von Nicolas Jaar an mancher Stelle doch Fragen offen ließen, überzeugt Wruhme (oder eher Gabor Schablitzki) auf „Thora Vukk“ von Beginn an mit Stücken, die treibend-hypnotische Beats mit sich äußerst langsam entfaltenden Klangflächen verbinden. Den Rest des Beitrags lesen »

2562 – Fever

Januar 25, 2012

„Fever“, im Sinne von Disco-Fieber, heißt Dave Huismans aka 2562s Nachfolger zum 2009er Album „Unbalance“. Zwar ist das Discofieber das zugrundeliegende Konzept, aber die Hörer werden das nur wahrnehmen, wenn sie es sich einbilden. Im Resultat präsentiert 2562 einfach seine Mischung aus Techno, Electro und Bass-Musik, die ihresgleichen in dieser Zeit sucht, die also mindestens einen Schritt voraus ist. Den Rest des Beitrags lesen »

Pendikel – Pendikelland

Januar 25, 2012

Wie es bei Pendikel so ist, kann ein neues Album jederzeit oder nie erscheinen. Drei Jahre nach der Sammlung von Überresten vergangener Zeiten namens „Reise Ins Gewisse“ erscheint „Pendikeland“. Die Selbstbezogenheit des Titels hat ihren Grund, denn die Band ist und bleibt selbst ihr einziger Bezugspunkt. Zwischen tiefster Verzweiflung und latenter Hoffnung, erdrückend schwer im Klang und mit dieser hintergründigen Leichtigkeit erklingt der Osnabrücker Post-Hardcore einmal mehr in der einzigartigen Mischung aus Carsten Sandkämpers Gesang und der melancholischen Schwere des Gitarrenspiels. Die Basstöne dominieren, der Kulturpessimismus muss artikuliert werden, will sich aber nicht den Lebenswillen versagen. Vordergründig ungemein sperrig, hintergründig voller Schönheit inszenieren Sandkämper, Sankt Ottens Oliver Klemm und die sie unterstützenden Kollegen „Pendikeland“ als Theaterstück in drei Aufzügen. Den Rest des Beitrags lesen »

Tim Hecker – Ravedeath 1972

Januar 25, 2012

Auf seinem dritten Album auf Kranky bemüht sich Tim Hecker, Musik zu abstrahieren. Basierend auf Orgelaufnahmen, die im Juli 2010 auf Island entstanden, ist die eigentliche Hauptarbeit die Bearbeitung im Studio gewesen. Hecker verfremdet die ursprünglichen Aufnahmen, verallgemeinert sie, macht sie unanschaulicher. Immer wieder dringen zwar die Orgelmelodien durch das sie umlagernde Bett, aber dies entspringt einer scheinbaren Zufälligkeit. Im Kern besteht das Album aus zwölf einzelnen Drones – jenem Klang, für das es im Deutschen keinen wirklich adäquaten Begriff gibt. Dieses neunfache Dröhnen allerdings wird moduliert und variiert, bis es eine eigene, nahezu unendlich verlangsamte Melodie bekommt. Im Wechselspiel zwischen den modifizierten und den originären Aufnahmen entwickelt „Ravedeath, 1972“ seine Spannung, seine Faszination und seine unkonkrete Schönheit. Den Rest des Beitrags lesen »

Chuckamuck – Wild For Adventure

Januar 25, 2012

Fangen wir mal vollkommen vorurteilsbeladen an: Wofür steht Berlin musikalisch? Techno und Electro, davor Aggro-Hop, davor Beatsteaks und Ärzte, Ich & Ich und Zweiraumwohnung und irgendwann auch mal die vielen genialen Dilettanten. Und woher kommen vorlaute junge Gitarrenbands, die mehr können als Punk? Aus Hamburg. Den Rest des Beitrags lesen »

Stabil Elite – Gold EP

Januar 25, 2012

Es ist schön, wenn Klischees zutreffen. Deutscher Krautpop kommt vorzugsweise aus … Düsseldorf – so wie Stabil Elite. Deren „Gold EP“ ist der Vorbote des für September 2011 angekündigten Debütalbums und macht Lust auf mehr. Das gilt, obwohl die vier Stücke der EP nicht in jedem Moment überzeugen. Den Rest des Beitrags lesen »

The Human League – Credo

Januar 25, 2012

Wenn die Meister des Synthiepops mitten im Revival des Genres ein Album veröffentlichen, könnte man hoffen, sie würden all ihren Epigonen zeigen, wo der sprichwörtliche Hammer hängt. Wenn das Album dann zwischen Madonnas Version des typischen Synthie-Klangs und einer einfach nur durchschnittlich zeitgemäßen Produktion pendelt, kann schon mal gezweifelt werden, ob dies auch nur einen Hauch von Relevanz hat. Ja sicher, The Human League sind Legenden, aber nichtsdestotrotz sollte Kritik erlaubt sein und das neue Album verdient Kritik. The Human League bekennen mit dem neuen Album ihren Glauben. „Credo“ – „ich glaube“ – heißt das Album, doch was soll hier geglaubt werden? Den Rest des Beitrags lesen »

Six Organs Of Admittance – Asleep On The Floodplain

Januar 25, 2012

Sechzig Jahre Folkmusik und immer noch können die Singer und Songwriter des Genres die Hörer verzaubern und überraschen. Einer der sich weitgehend auf wenige Instrumente und die Gitarre als Zentrum beschränkenden Künstler der traditionellsten aller weißen Popmusik ist Ben Chasny, der nun mit „Asleep On The Floodplain“ den Nachfolger zum 2009er Album „Luminous Night“ seines Projekts Six Organs Of Admittance vorlegt. Den Rest des Beitrags lesen »

Lia Ices – Grown Unknown

Januar 25, 2012

Tori Amos trifft Joanna Newsom. Auf diese vereinfachte Formel ließe sich die Musik von Lia Ices bringen. Während dies einerseits die Zielgruppe sofort ansprechen dürfte, würde sich der eine oder andere vielleicht auch fragen, ob er dies wirklich braucht und sich nicht lieber „Little Earth Quakes“ oder „Have One On Me“ anhören sollte. Diesen Zweiflern sei gesagt: Lia Ices’ „Grown Unknown“ zu hören lohnt sich, es ist eine fragile Platte voller erhebender Schönheit. Den Rest des Beitrags lesen »

Instra:mental – Resolution 653

Januar 25, 2012

Vom Rave der 1990er sozialisiert, musikalisch zunächst im Drum’n’Bass beheimatet, steht Alex Green und Damon Kirkhams Debüatalbum als Instra:mental ganz im geographischen Spannungsfeld London-Berlin. Musikalisch umformuliert heißt das natürlich, die 13 Tracks auf „Resolution 653“ zehren gleichermaßen aus der britischen Bassmusik Dubstep wie aus den Basslinien des in der deutschen Hauptstadt beheimateten minimalen Technos. Sie enden jedoch zumeist in relativ simplen Electronica-Welten. So häufig die Tracks dabei zu begeistern wissen, so oft klingen sie altbekannt. Den Rest des Beitrags lesen »

M.A.N.D.Y. – Body Language Vol. 10

Januar 25, 2012

Zwei Compilations, zweimal Orientierung an Clubsounds, zweimal geben die Hausherren sich selbst die Ehre. Einerseits ist da Atas „Live At The Robert Johnson 7“ und die Wiederauferstehung eines funkigen post-kraftwerk’schen Krautdisco-Entwurfs im Heute, und andererseits präsentieren Get Physicals M.A.N.D.Y. ihre zweite Body Language als Sammlung all dessen, was dieser Tage in Techno und House begeistert. So unterschiedlich der Ansatz, so uneingeschränkt begeisternd das Ergebnis. Den Rest des Beitrags lesen »

Kode9 & The Spaceape – Black Sun

Januar 25, 2012

Bass, Dub, gebrochene Beats. Kode9 und Spaceape liefern mit ihrem zweiten Album den Beweis, dass – zumindest im Prinzip – auch ältere Spielformen britischer Bass-Musik bzw. des UK-Garage noch immer frisch wirken können. Spaceape toastet in bester britischer Manier über ein Bett aus mal treibenden, mal entspannt zurückgelehnten Soundscapes. Prägend in den Arrangements sind die dem Jungle oder auch dem 2Step entspringenden gebrochenen Rhythmen. Den Rest des Beitrags lesen »

Ja, Panik – DMD KIU LIDT

Januar 25, 2012

Begeisterung für Ja, Panik ist kein naturgegebenes Gesetz. Die verkopfte Kunstsprache der Texte von Andreas Spechtl – die auf dem neuen Album „DMD KIU LIDT“ den Weg des Denglisch geht – mag gefallen oder nicht. Die Musik kommt entspannt ohne große Spannungsmomente aus, besitzt gerade daher eine außergewöhnliche, hinterhältige Tiefe, verlangt allerdings somit auch die volle Aufmerksamkeit. Den Rest des Beitrags lesen »

B.I.L.L. Bell, Irmler, Liebezeit, Lippok – Spielwiese Zwei

Januar 25, 2012

Es lässt sich vermuten, dass mindestens zwei britische Musiker sehr gespannt das hören, was die Kooperation von Weltmusiker Clive Bell, Faust-Mitgründer Hans Joachim Irmler, Can-Drummer Jaki Liebezeit und To-Rococo-Rot-Gitarrist und Elektroniker Robert Lippok hervorbringt. Sowohl Damon Albarn als auch Thom Yorke werden in der zwischen Jazz, Polyrhythmik und Krautrock angesiedelten klanglichen Welterkundung, die die von Klangbad initiierte „Spielwiese Zwei“ darstellt, Inspiration und an ihr Gefallen finden. Den Rest des Beitrags lesen »

Vivian Girls – Share The Joy

Januar 25, 2012

Denk ich an Brooklyn in der Nacht, … oder zu jeder anderen Tageszeit, fallen mir vor allem Animal Collective und all die anderen eher experimentell orientierten Bands ein, deren Platten mit einem gewissen Maß an Boshaftigkeit als Kunsthochschulmusik bezeichnet werden könnten. Natürlich ist dies eine Verengung der Blickweise und eigentlich wäre der korrekte Gedanke der an eine außergewöhnlich vielseitige Szene. Den Rest des Beitrags lesen »

Samba – Die Ekstase der Möwen

Januar 25, 2012

Die Geschichte von Samba ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Zunächst irgendwie der Hamburger Schule zugerechnet, obwohl sowohl räumlich als auch musikalisch fern davon, heute von einem überambitionierten Promozettelschreiber in die Nähe von The Postal Service gerückt, was vermutlich vor allem erboste Anmerkungen der Postal-Service-Fans hervorrufen dürfte, denn die Einbindung von elektronischen Effekten in ein (Indie-)Deutschpop-Album macht daraus noch lange kein zweites oder deutschsprachiges „Give Up“. Den Rest des Beitrags lesen »

Peter Bjorn and John – Gimme Some

Januar 25, 2012

Es wäre schön, eine Besprechung eines Albums von Peter, Bjorn and John ohne den Verweis beginnen zu können, sie seien sicher das größte Indiepop-One-Hit-Wonder der letzten zehn Jahre. Aber einerseits ist der Eindruck, den besagter Hit hinterließ, gerade hierzulande zu groß, und andererseits vermögen Morén, Yttling und Eriksson auch mit „Gimme Some“ nicht an die Qualität von „Writer’s Block“ anzuschließen. Den Rest des Beitrags lesen »

Ellen Allien – Dust Remixes

Januar 25, 2012

Ellen Alliens letztes Album „Dust“ war ein ziemlicher Gemischtwarenladen – sowohl stilistisch als qualitativ. Auch in der Rezeption konnte man sich durchaus streiten: War zum Beispiel „Flashy Flashy“ ein großartiges Highlight oder ein absolut nervtötender Track? Nun, ein Dreivierteljahr später, veröffentlicht Allien auf ihrem Label BPitch Control die Remix-Compilation zum Album. Dies hätte alle positiven Aspekte des Albums betonen können, jedoch wäre eine solche Erwartung wohl reichlich übertrieben. Entsprechend erfüllt „Dust Remixes“ diese auch nicht. Den Rest des Beitrags lesen »

Cornershop Feat. Bubbley Kaur – Cornershop And The Double O Groove Of

Januar 25, 2012

Es ist sicher nicht falsch anzunehmen, dass die meisten Menschen diesseits des Ärmelkanals Cornershop vor allem aufgrund der Remixe zu „Brimful Of Asha“ kennen. Der Reiz dieses Songs – jenseits des Norman-Cook-Remixes – war die Verbindung von Surf-Elementen, Anklängen an eine auf dem indischen Subkontinent heimische Harmonielehre, Brit-Pop und dem Akzent in Tjinder Singhs Gesang. Viele Jahre später, aber unter Umständen seit damals schon in Planung, veröffentlicht Singh nun ein Cornershop-Album, das den Akzent ausschaltet, indem es komplett auf in Punjabi vorgetragene Vocals setzt. Auch in anderer Hinsicht mag „Cornershop And The Double O Groove Of“ als vielfältige Vervollständigung dessen gesehen werden, wofür „Brimful Of Asha“ und seine Remixe die Grundlage bildeten. Den Rest des Beitrags lesen »

DJ Vadim presents The Electric – Life is Moving

Januar 25, 2012

Für sein neues Album „Life Is Moving“ hat DJ Vadim sich mit Sabira Jade und Pugs Atomz zwei äußerst talentierte Vokalisten gesucht. Zusammen präsentieren sie als transkontinentale Supergroup The Electric ein HipHop-Album, das nicht bereit ist, sich auf irgendein Subgenre festlegen zu lassen. Der russische Beatschmied, die britische Soulsängerin und der US-amerikanische Rapper wildern kräftig in den letzten zwanzig Jahren wie auch im Heute. Frühe Dre-Produktionen finden sich ebenso wieder wie die HipHop-Kooperationen der Gorillaz und Kanye Wests Experimente mit Afrobeat. Was fehlt – und das ist gut so – sind die aktuellen Spielereien mit Eurodance. Nichtsdestotrotz bietet „Life Is Moving“ Anknüpfpunkte für Indie-HipHopper und Jam-FM-Hörer gleichermaßen. Im Mittelpunkt steht hier bei Vadims Produktionen trotz allem die Hörbarkeit, die Universalität. Die Gefahr, in stereotype Muster der Chartsmusik zu verfallen, sich einfach nur die Rezepte der Black-Music-Schwemmen der letzten zwanzig Jahre anzueignen, umgehen The Electric jedoch. Die Vermeidung einer solchen phrasenhaften Wiederholung beruht allerdings unter Umständen gerade in der maximalen Verdichtung eben dieser Blaupausen. Das heißt, in den einzelnen Arrangements werden jeweils gleich mehrere in der Vergangenheit erfolgreiche Referenzen aufgegriffen und neu zusammengesetzt, was letztendlich die Gefahr des Plagiats umgeht. Gleichzeitig wird so die maximale Anzahl an Bezugspunkten für den Hörer geschaffen. Bei all dieser Vielfalt liegt dem Prinzip der Hörbarkeit dennoch eine bestimmte klangliche Basis zugrunde, die ihren Ursprung irgendwo zwischen Fugees und Will Smith in den späten 1990ern hat. Natürlich vermag diese Definition abzuschrecken, aber es gefällt, was DJ Vadim und seine Mitstreiter daraus machen. Den Rest des Beitrags lesen »


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