Phoenix – Alphabetical

Mai 16, 2009 by meteo

Mai 2004:

Vier Kerle. Ein Studio. Instrumente. Eine Schreibmaschine.

Vier kreative Kerle. Musik und Texte.

Franzosen im kreativen Höhenflug.

Nach ihrem Vorgängeralbum United von 2000 hatte man die Hoffnung fast verloren, es könnte noch einen Nachfolger geben. Schon viele Bands sind am plötzlichen Erfolg – vor allem wenn er überraschend kam – zerbrochen.

Doch jetzt ist es endlich soweit. Der Vorgänger verband Rock und Blues, Soul und Country. Er war tanzbar und ließ einen träumen. Die Schule ist aus, die Sommerferien warten, und falls ich mich jemals besser fühlen werde, ruf mich an.

Jetzt gehen wir das ganze alphabetisch an. Was immer das heißen soll. Sicher ist: Dieses Album muss wachsen. Wo die Vorabsingle und Song Nr. Eins Everything is Everything scheinbar im Stile des Vorgängers weitermacht und mich in den Laden zerrt, geht es danach weniger automatisch begeistert weiter. Aber im Gegensatz zu Franz Ferdinand fräsen sich Phoenix dann doch recht schnell ins Gehirn. Denn …

… was sie hier veranstalten ist …

… faszinierend.

Versuchen wir es zu verstehen. Hier sind vier Menschen, Männer, die mit der mehr oder weniger klassischen Rock- und Pop-Instrumentierung Bass, Keyboard, Gitarre, Stimme und eingekauften Drums Songs bauen, die statt Rock zu sein, R’n’B sind, Soul, Blues, Funk, … oder sogar eine seltsame Variante von HipHop

Häh? HipHop? Ja, instrumental produzierte HipHop-Beat-Gerüste und Gesang auf dem Weg zum Sprechen. Oder, … ?!

Alles beginnt mit dem funky bootyshaking Everything is Everything. Drums, Gitarre, Keyboard und eine – die typisch – leicht verzerrte Stimme von „Thomas Mars“ begleiten uns durch diesen vom Gesang her gemächlich, von der Instrumentierung anregend schnell dahincruisenden wunderbaren Popsong. Die Gitarre begleitet uns dann allein zu Beginn von Run Run Run. Ruhig dahinplätschernd vom Keyboard begleitet liefert der Bass ein Rhythmus-Gerüst, das mit dem wiederholten Run Run Run Run, Falling Falling Falling Falling zu ersten Mal massiv die Frage erscheinen lässt, was dieser Bastard hier eigentlich sei. Rockpop oder HipHop, Blues oder R’n’B. Wir werden langsam vom Stil des letzten Albums weggeführt. Die Verwirrung wird vor allem gespeist durch das kongeniale Zusammenspiel von Keyboard(s) und Bass. Die Melodie scheint im Vordergrund zu spielen und ist doch gleichzeitig nur Unterstützung des Gesamtkunstwerks.

I’m an actor ist dann endgültig da angekommen, wo die Instrumente in erster Linie einen Beat für den Gesang liefern – und man sich fragt, ob das nächste Album vielleicht gar ein echtes HipHop-Album wird. Und man muss sich reinhören. Es ist nicht der Song, wo man sofort auf die Tanzfläche stürmen würde, doch im Laufe fängt man immer mehr an mitzunicken – und zwischendurch verwundert zu stocken, weil man nicht versteht, was Background-Vocals und Keyboards im Hintergrund für seltsame Dinge veranstalten.

Love for Granted liefert dann eine glasklare Gitarrennummer – countryesk, folkig –, also scheinbar altbekannt, es lässt ruhig genießen, man treibt dahin. In der Sicherheit einer großen Popplatte, die selbst den alternativen Musikmagazinen Rätsel aufgibt, denn was sie zu Alphabetical schreiben, … Schwamm drüber.

Aber zurück zur wilden Mischung aus einem scheinbaren Beatgerüst und … und was eigentlich. Victim of a Crime muss man sich wieder erst erkämpfen. Es verwundert, lässt einen Staunen mit einem ganzen Drum-Gewitter. Doch bereits beim zweiten Mal, möchte man es am liebsten den ganzen Tag hören und mit einem breiten Grinsen durch die Straßen laufen; … so war es auch schon bei If I Ever Feel Better und Summer Days vom ersten Album.

Das Lächeln auf dem Gesicht festigt sich bei (You can blame it on) Anybody. Das Sommeralbum 2004 gewinnt endgültig an Fahrt – und ist doch schon halb vorbei, aber … das ist wirklich kein Problem. Dieses Album wird für mich den Sommer 2004 verkörpern, wie United es 2001 tat.

Lassen wir die restlichen vier Songs mit der Bemerkung ruhen: Auch sie haben die absolute Oberklasse der bisherigen sechs.

Phoenix liefern erneut einen Bastard, der zwischen den Genres nicht hin- und herhüpft, sondern sich in ihnen allen gleichzeitig festsetzt. Die Popper werden dies Album ebenso mögen, wie die Electronic-Techno-Beat-Clubculture-Freaks, selbst die Rocker werden sich seinem Reiz nicht entziehen können.

OK, also in allen Genres, aber was ist es nun? Ist das nicht egal? Nein? Reicht Pop? Nein? OK, die erste Assoziation die ich hatte: Van Morrison. Total falsch, weil Phoenix nun wirklich überhaupt nicht klingen wie Van Morrison. Aber, die Idee ist insofern nicht ganz falsch, da White Boys don’t have the Soul/the Blues. Wäre Van Morrison heute jung, klänge er u. U. ebenso. So funky, so R’n’B, so voller Seele, voller Blues. Wäre das Möglich?

Ja. Deshalb. Anhören, oder ich werde böse, garstig, grantig. So richtig. Klar!?

Phoenix – United

Mai 16, 2009 by meteo

Anfang Juni 2004:

Überraschungserfolge sind wohl für den Musikgenießer wie auch für den Musikschaffenden mit das Schönste. Denn wer hätte 2000 schon damit gerechnet, dass Phoenix mit ihrem Album United – vielleicht auch eher mit ihren Singles If I ever Feel Better und Summer Days solch einen Erfolg haben würden.

Beide liefen nicht nur in Spartensendungen wie „Der Ball ist Rund“ auf HR 3, nein, nachdem das Jugendradio (FRITZ, Eins Live, HR XXL) die soulig, funkig, poppigen Melodien der vier Franzosen entdeckt hatten, folgten selbst die Pop-Sender Marke FFN oder Antenne.

Das dieser Erfolg nicht von ungefähr kam, sieht man daran, dass die aktuelle Single Everything is Everything sogar bei VIVA im regulären Programm läuft – und nicht nur in der WOM-Verkaufssendung.

Wahrscheinlich traf der Erfolg Phoenix jedoch nicht ganz unvorbereitet. Immerhin hatten sie schon am Erfolg von Air teilgehabt als Instrumentalunterstützung.

Wie kommt aber eine Band zu einem Charterfolg, deren Musik auf den ersten Blick so unwahrscheinlich wirkt. Vier Franzosen, handgemachte Musik, Funk, Soul, Pop Marke 80er und gerüchteweise ein Quentchen Country.

Die Antwort ist einfach, wie sensationell und sollte Produzenten wie Bohlen und Konsorten zu denken geben: Sie schreiben himmlisch schöne und mitreißende Songs.

Alles fängt erstmal überraschend mit einem kurzen Instrumental an, das eigentlich nichts zu bieten hat als reichlich abgehangene Rock-Riffs aus den Siebzigern und ein Schlagzeug, das aber gerade deshalb ein perfektes Intro bildet und Spannung aufbaut. School’s Rules.

Doch schon Too Young bringt uns, was dies Album so liebenswert macht. Funky Whitemen Soul, leicht verzerrte Vocals und Melodien, die mitreißen und – obwohl auf den ersten Ton nicht wirklich tanzflächentauglich – zum Tanzen auffordern. In der Stimme immer ein leichtes Leiden – die Verzerrung – suggerieren Phoenix eine wahnsinnige „Liebe zum Leben“. Everybody’s Dancing. Oh Yeah. Mitreißend, Begeisternd, Toll.

Honeymoon beginnt mit Orgeltönen, die weniger zu einer Hochzeit als zu einer Beerdigung passen zu scheinen. Mit dem gleichen Leiden in der Stimme wird hier die perfekte Musik geliefert für eine lange Autofahrt durch die Nacht oder in den Sonnen(auf-)untergang, für eine Flasche Wein allein oder zu zweit zuhause oder am Elbstrand an einem lauschigen Sommerabend. Ein Song, der immer passt. Wie man überhaupt auch heute noch die Songs des Albums in Bars, Diskotheken, Radios, Kaufhäusern, aus Autofenstern und Wohnungen hört – zumindest hier in Hamburg. Ein Song voll Soul, voll Blues. Eine Melodie zum Schwelgen, einfach und doch belebend, einfach schön. Fünf Minuten, die das Zuhören lohnen.

Und es wird noch besser, denn es folgt der Smash-Hit des Albums. If I Ever Feel Better. Wäre ich leichter mitzureißen, würde ich jetzt ans Fenster gehen, es öffnen und lauthals „Hammergeil“ hinausschreien. So geht es mir seit ich den Song das ersten Mal gehört habe. Lebensfreude in Musik verpackt. Zum Tanzen, zum Cruisen, zum Liebemachen. Höre dies Lied und die Sonne geht auf an einem grauen Hamburger Apriltag.

Kaum verklingt der letzte Ton, stampft mit Party Time der Rock ins Haus. Zwei-Minuten, die eigentlich beim durchschnittlichen Publikum einen ähnlichen Effekt wie Blurs inzwischen fast unhörbarer Song 2 gehabt haben müssten, doch irgendwie blieb das aus. Summer Time is gone, und doch geht die Party weiter, weiter, weiter.

Wo wir schon mal Feuer gefangen haben, dürfen wir mit On Fire in den Chill Out einsteigen. Von der Party ins Auto zurück und weiter cruisen. Soul-Funk mit einem unglaublichen Chorus. Der Song lebt nicht zuletzt von Julia und Oliza, die den Backgroundgesang beisteuern. Soul-Blues-Funk-R’n’B und doch auch R’n’R.

Embuscade zeigt vor allem die instrumentalen Fähigkeiten von Phoenix, die ihren Reiz für Air ausgemacht haben dürften und bildet doch eigentlich nur die Überleitung zum nächsten Ohrwurm, zum nächsten wunderschönen Lied, das wieder das Cruisen groß schreibt, das den Sommer nur nicht im Namen trägt sondern auch fühlbar macht – im tiefsten Winter. Summer Days. Wahrscheinlich einer der besten Songs, die jemals geschrieben wurden; …zumindest jetzt so spontan aus dem Bauch heraus. Aus dem Herzen, … ausm Jefühl eben.

Franzosen: Air + Daft Punk = Phoenix!? Nein nicht wirklich, aber beim Funky Squaredance in seinen drei Teilen, lassen sich schon Eigenschaften der beiden Bezugspunkte erkennen. Squaredance steht für Country – und nicht die schönste Variante davon – entsprechend zeigt sich der Song auch in Teil 1, bevor dann die Schreie der Love-Choral-Society uns hinüberleiten in den Funk-Disko-House-Brazil-Teil. Let’s go Discotizing. Greetz. Der Teil, der auch Daft Punk gut stehen würde. Yeah. It’s a real Saturday Night at the Discotheque. Die Nacht ist vorbei – einmal mehr – einmal mehr steigen wir in unser Cabrio und fahren durch den anbrechenden Tag. Im Osten zeigt sich erste Helligkeit. Die Gitarre sägt uns dazwischen. Doch auf, wir fahren immer der Nacht hinterher. Bis zum nächsten Funky Squaredance.

Aber leider ist es jetzt schon vorbei. Wir werden rausgeschmissen. Definitive Breaks. Das Saxophon sagt uns Tschüß. Schön Dich zu sehen, aber jetzt ist Schluss. Verschwinde aus meinem Haus. Good Bye. C U next time. Adios. Ciao.

Und wir gehorchen. Gehen. Trauern. Aber wissen es wird weitergehen. Die nächste Party kommt schon.

Helga

April 10, 2009 by meteo

Gänsehaut

März 13, 2009 by meteo

Interstella 5555 … The 5tory of the 5ecret 5tar 5ystem. Daft Punk & Leiji Matsumoto

März 8, 2009 by meteo

„Musiker sind Magier.“ „Ich sah weiße Blitze überall.“ Ja ich sah weiße Blitze überall. Und der Synthesizer lieferte den verzerrten Einstieg in dieses Abenteuer. „One More Time“. Dieses Album – Discovery von Daft Punk – wird nie mehr das Selbe sein! Den Rest des Beitrags lesen »

Phoenix – 1901

Februar 23, 2009 by meteo

Was ist hier denn passiert: Egal.

Hier sollte stehen:

Am 25. Mai erscheint das neue Phoenix-Album “Wolfgang Amadeus Phoenix”. Seit 16 Uhr lässt sich auf wearephoenix.com der neue Song “1901″ herunterladen. Joa: Phoenix, wie wir sie kennen halt. Hm.

blink-182 Reunion, WTF

Februar 9, 2009 by meteo

Erst treten die lapschigen Kekse von Limp Bizkit später im Jahr bei Festivals auf, und dann dürfen auch noch blink-182 eine Wiedervereinigung, eine “Reunion” verkünden. Ich kotze. 2009? Beginnt echt mies.

Grace Jones – Hurricane

Januar 27, 2009 by meteo

Model, Schauspielerin, Sängerin, Ikone. 60 Jahre alt, 20 Jahre Pause. Grace Jones. Ein Kraftwerk’sches Model, das ebenso als Roboter inszeniert oder wahrgenommen wurde. „Hurricane“, das Comeback-Album, das eben das nicht ist, sondern vielmehr die selbstbewusste Lautmeldung einer Frau, die einfach mal wieder Lust hatte, mit alten Freunden (Sly Dunbar, Robbie Shakespeare, Tony Allen) und jungen Bekannten (Tricky, Banksy) sowie unter Assistenz von Brian Eno Musik zu machen, ein Album zu produzieren … oder mal wieder etwas in der Öffentlichkeit zu stehen. Den Rest des Beitrags lesen »

Brett Anderson – Brett Anderson

Dezember 27, 2008 by meteo

Mit seiner Band “Suede” konnte Brett Anderson in den Jahren zwischen 1993 und 2003 fünf Top-Ten-Alben und 20 Hitsingles in den britischen Charts platzieren. Nach der Auflösung der “Best Band In Britain” (Melody Maker) tat er sich im Jahr 2004 wieder mit seinem Ex-Gitarristen und Songwriterkollegen aus alten Suede-Tagen, Bernad Butler, unter dem Namen “The Tears” zusammen. Aber die Platte “Here Comes The Tears” wurde – entgegen des allgemeinen “The”-Hypes – lediglich von den Kritikern gefeiert. Zu der Zeit begann Anderson seine umtriebige Suche nach einem neuen festen musikalischen Standort, die schließlich darin endete, dass er anfing, sehr ambitioniert für ein Soloprojekt zu schreiben. Den Rest des Beitrags lesen »

Skeletons – Money

Dezember 27, 2008 by meteo

Nehmen wir an, wir befänden uns in einer, in der urbanen Hölle – wie zum Beispiel von Mira Calix „The Elephant In The Room: 3 Commissions“ vertont. Einen weiteren passenden Soundtrack dafür liefern Skeletons mit ihrem fünften Album „Money“ – ihrem ersten auf Tomlab. Hupende Autos und das Staccato von Pianoanschlägen greifen die Stimmung auf, geben den Takt des Chaos vor.

Der Jazz-Kraut-Desert-Rock-Wahn, den die vier Skelette Musik nennen, scheint wie der zeitgemäße Soundtrack zur Finanzkrise. Auf Gräbern tanzend ziehen Skeletons, die 2007 noch Skeletons and the Kings of All Cities hießen, einen hyperaktiven, heiß dampfenden Funkrockbraten aus dem Rohr. Den Rest des Beitrags lesen »

Mira Calix – The Elephant In The Room

Dezember 27, 2008 by meteo

Ob „The Elephant In The Room: 3 Commission“ wirklich ein „wunderbarer Kelch“ ist, wie es Chantal Passamontes Künstlername andeutet? Eine vorläufige Assoziationskette läse sich eher: Mira Calix, Miraculix, Troubadix. Weniger untalentierte Bardin als Ehrfurcht gebietende musikalische Druidin, dürften Mira Calix zweite „3 Commissions“, ihre zweite Sammlung von Auftragsarbeiten, bei nicht wenigen potentiellen Hörern solch vielfältige Symptome auslösen wie Ermüdung, Tinnitus, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe und Angstzustände. Avantgarde halt, oder: wenn Laptop-Musiker zu Violine und Cello oder gar ins Orchesterfach wechseln. Fieldrecordings und Streicher gibt Mira Calix stetig rührend hinein in ihren bitteren musikalischen Zaubertrank, der ebenso fasziniert, wie er abstößt und verstört. Den Rest des Beitrags lesen »

Skatebård – Cosmos

Dezember 27, 2008 by meteo

Es lässt sich Skatebård im Angesicht seines neuen Albums „Cosmos“ nicht vorwerfen, man bekäme nicht genug für sein Geld. Mit 77 Minuten und ein wenig mehr ist der Silberling bis obenhin voll gequetscht. Doch wie bei SCSI-9 frage ich mich, ob elektronische Musik mich langsam auf Dauer so langweilt, oder ob das nicht wirklich zu viel des Guten ist. Aber man muss das Album ja nicht auf einmal durchhören, nicht? Man kann ja eine Pause machen. Natürlich gilt ebenfalls: In langen kalten norwegischen Winternächten freut der Hörer sich über jede weitere Minute warmer sommerlicher und südländischer Disko-Sounds. Nehmen wir einfach an, das habe Bård Aasen Lødemel bei der Produktion von „Cosmos“ angetrieben. Den Rest des Beitrags lesen »

SCSI-9 – Easy As Down

Dezember 27, 2008 by meteo

Mitten in SCSI-9s neuem Album „Easy As Down“ – das an sich schon luftig und harmonisch produzierte warme, luxuriöse und deepe technoide Musik präsentiert – mitten drin in dieser genießerischen Ekstase des wohligen Gefühls also springen dem Hörer plötzlich bonbonfarbene klangliche Plastikbälle durchs Ohr. Willkommen in „Boys Away“, dem Track, dem leicht anzudichten wäre, er ließe die russische Herkunft der beiden SCSI-9er Anton Kubikov und Maxim Miljutenko besonders erkennen, der aber eigentlich doch nur ein Weiterdenken der hüpfenden Klangkonstrukte eines Matthew Herbert ist. Den Rest des Beitrags lesen »

Pigeon Funk – The Largest Bird In The History Of The Planet… Ever!

Dezember 27, 2008 by meteo

Die Zerstörtheit des wunderbaren Genres Glitch fordert offenbar von seinen Protagonisten den ein oder anderen Gehirnschaden. Aphex Twin und Mouse On Mars demonstrieren das immer mal wieder gerne, doch der megalomanische Wahnsinn, den Seth Horvitz (aka Sutekh) und (Joshua) Kit Clayton als Pigeon Funk via Musique Risquée in Form eines Albums auf die Hörerschaft loslassen, sucht seinesgleichen. „The Largest Bird In The History Of The Planet … Ever!“ schimpft sich das Teufelswerk, und es dürfte der beste elektronische Gehirnf*** sein, den das Jahr 2008 sehen und hören wird. Den Rest des Beitrags lesen »

I Heart Hiroshima – Tuff Teef

Dezember 27, 2008 by meteo

Was machte eigentlich At The Drive-In so unwiderstehlich? Die ungezügelte Aggression hatte einen großen Anteil, die Melodieführungen ebenso, aber war es das?

Des Weiteren: Was hat das mit I Heart Hiroshima aus Brisbane zu tun? Viel, denn deren Debüt „Tuff Teef“ erinnert in manchen Momenten gesanglich – schreiend – an AtDI, beeindruckt daneben aber insbesondere durch das melodiös-poppige Songwriter-Talent der drei Australier Susie Patten, Matthew Somers und Cameron Hawes. Den Rest des Beitrags lesen »

David Byrne & Brian Eno – Everything That Happens Will Happen Today

Dezember 27, 2008 by meteo

Bei der Betrachtung von David Byrnes und Brian Enos „Everything That Happens“ den einen – Byrne – auf seine Vergangenheit als Sänger der Talking Heads und Brian Eno auf Ambient sowie seine Produzenten-Tätigkeit für U2 und eben jene Talking Heads zu reduzieren, wirkt relativ platt, doch fasst eine solche Vereinfachung den Kern, die Kernbestandteile des Albums. Byrne, für die Texte und Melodien verantwortlich, und Eno als Produzent des … Umfelds – des Ambientes – schaffen ein vordergründig seichtes, real aber gefangen nehmendes Pop-Album. Eno und Byrne bezeichnen in den Linernotes „Everything That Happens“ als Electro-Folk-Gospel-Country. Byrne merkt weiter an, er habe die Gefühle, die Geschichten, die Enos ursprüngliche Tracks in ihm hervorriefen, artikulieren wollen. Ein Ansinnen, das mit Enos – hier erneut formuliertem – Wunsch, Musik zu schaffen, die den Hörer einlädt, ihm einen Raum – zum Leben, zum Wohlfühlen – in sich, in der Musik bietet, kongenial einhergeht. Den Rest des Beitrags lesen »

Keane – Perfect Symmetry

Dezember 27, 2008 by meteo

Ist es nicht schön, in den folgenden Zeilen zu lesen, wie der Rezensent am neuen Keane-Album „Perfect Symmetry“ genau das loben wird, was er an Coldplays Bestseller „Viva La Vida“ kritisiert hat? Wobei: Das ist falsch. Es muss allein nur zugestanden werden: Im Angesicht von Kitsch, versuchtem Anspruch und teilweise schon eher seltsam anmutenden lyrischen Ergüssen, steht „Perfect Symmetry“ am Ende deutlich besser da als „Lebe das Leben“. Das gilt, obwohl Keane auf ihrem nunmehr dritten Album den Pop ganz groß schreiben, den Stadionpop, bei dem hunderttausende mitsingen – oder -gröhlen –, bei dem wohlige Schauer Gänsehäute verursachen, bei dem Feuerzeuge den Horizont zum Glühen bringen. Es trifft selbst zu, wenn die Texte zwar hoch zielen und doch nur peinlich tief stürzen. Den Rest des Beitrags lesen »

Sparks – Exotic Creatures Of The Deep

Dezember 27, 2008 by meteo

Fast vierzig Jahre Bandgeschichte, über zwanzig Alben, knapp zwanzig Singles in den UK-Single-Charts, Top-of-the-Pops-Auftritte und immer an der kreativen und exzentrischen Speerspitze der Musik des 20. Jahrhunderts, zwischen Operette, Punk, Glam, Disco und Pop, das sind die Gebrüder Ron und Russell Mael, besser bekannt als Sparks. Unbeirrt stürzen sie auch auf „Exotic Creatures Of The Deep“ ihre Hörer in Ekstase und Bestürzung, verzaubern sie und verstören. Den Rest des Beitrags lesen »

The Stills – Oceans Will Rise

Dezember 27, 2008 by meteo

Das böse Rezensenten-Ich schleicht sich in den Vordergrund und schreit, es erinnere sich aus dem Jahre 2003 an genau zwei Alben, Shins’ „Chutes Too Narrow“ und The Stills’ „Logic Will Break My Heart“. Zwei Alben, von denen 2003er Leser einer beliebigen Musikzeitschrift je einen Track kennen dürften, da sie auf entsprechenden Beilage-Samplern vertreten waren. Das böse Rezensenten-Ich wiederum schätzt beide Alben als unverzichtbare Begleiter. Den Rest des Beitrags lesen »

Eugene McGuinness – Eugene McGuinness

Dezember 27, 2008 by meteo

Eugene McGuinness ist ein musikalisches Genie. Was das Mini-Album „The Early Learnings of …“ bereits andeutete – auch wenn die Zahl der bemerkenswerten Ideen die der langfristig hervorragenden Songs bei weitem übertraf –, bestätigt das reguläre, selbstbetitelte Debüt.

Allerdings geht die Songwriter-Begabung weiter im übermäßigen Ideenreichtum unter. Da kann der 22jährige noch so sehr betonen, er „möchte lieber für seine Unbeständigkeit bekannt werden, als für eine ewig gleiche Leier“. Wie ein Sturzbach ergießt sich „Eugene McGuinness“ aus den Lautsprechern, lässt staunen und den Mund offen stehen, am Ende ermüdet die Vielfalt, das dauernde Wechseln der Genres, die Unbeständigkeit im Herangehen, die Verwurstung von 100 Jahren britischer Musik in knapp vierzig Minuten. Den Rest des Beitrags lesen »