Grand Valley State University New Music Ensemble – Terry Riley: In C

Über eine Aufführung, eine Einspielung von Terry Rileys „In C“ zu schreiben, verlangt über Neue Musik zu schreiben, über Minimal Music, es bedeutet, Terry Riley zu thematisieren und näher auf seine Komposition einzugehen. Auch der spezifische Interpret ist eine gesonderte Erwähnung wert. Oder reicht es vielleicht doch, sich allein auf die konkrete Form der Einspielung…

Stella – Fukui

Es ist unklar, wie viele Menschen tatsächlich auf ein neues Stella-Album gewartet haben. Sicher jedoch ist: was sie nun unter dem Titel „Fukui“ zu hören bekommen, haben sie nicht kommen sehen. Drei Säulen tragen Stellas Musik nach Jahren der Pause – House, Krautrock und die Neue Musik. Während House und Krautrock sich in der Struktur…

Shed – The Traveller

Elektronische Musik im Albumformat folgt in der Regel einer von drei möglichen Inszenierungen. Das Konzeptalbum versucht – wie auch in anderen Genres – eine mehr oder weniger schlüssige Geschichte sinnvoll zu vertonen und die Partyplatte reiht zwei potentielle Hymnen der Nacht an drei andere, am besten gelingen jedoch zumeist jene Langspielplatten, die in erster Linie…

Philip Selway – Familial

Philip Selways Einbindung in Neil Finns zweiter Auflage seines „7 Worlds Collide“-Projekts war vielleicht keine Überraschung, erwartet hatten sie sicherlich nicht all zu viele. Selways Stücke für das im Jahr 2009 erschienene Album setzten in gewisser Weise dort an, wo seine Arbeitgeber Radiohead mit „In Rainbows“ angekommen waren, bzw. passten sich in die Welle der…

High Tone – Outback

Es ist einfach zu erklären, wieso High Tones „Out Back“ den Hörer vom ersten Ton an mitreißt und begeistert: Eine Mischung aus Dub und Breakbeats, Soundeffekten, dunklen Bässen, fernöstlichen Melodien, nervös flackert die Musik, zieht in ihren Bann, gibt dem Hörer wenig Raum zum Atmen; das Album erschöpft auf eine gute Art. Weniger leicht kann…

Von Spar – Foreigner

Eine der erfreulichen Überraschungen dieses Jahres trägt den Namen Foreigner. Und es ist nicht die Tour der gleichnamigen Band gemeint. Vielmehr betiteln Von Spar solchermaßen ihr nunmehr drittes Album, das – passenderweise – auf Italic erscheint. Mit einem tiefen Verständnis für die poppigen und Club-orientierten Möglichkeiten von Krautrock und früher deutscher Electronica präsentieren die vier…

Underworld – Barking

Eine einfache Wahrheit der Musik ist: Underworld klingen immer wie Underworld. Allerdings konnte man im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Albums namens „Barking“ an dieser Weisheit zweifeln, denn der Vorab-Download „Scribble“ klang irgendwie deutlich anders – bei den ersten Hördurchgängen. Dafür gab es auch eine simple Erklärung, hatten Rick Smith und Karl Hyde ihre Produktionen…

Antony and The Johnsons – Swanlights

Es ist ein Phänomen. Jedes neue Album von Antony & The Johnsons scheint beim ersten Hören das vorhergehende in den Schatten zu stellen. Ein Eindruck, der sich nur insofern relativiert, als dass langfristig alle auf einer Ebene stehen. Nuancen sind es, die sie untereinander qualitativ unterscheiden. Auch zufällige Neuzusammenstellungen der Stücke würden das gleiche positive…

PVT – Church With No Magic

Inzwischen sollte jeder wissen, dass PVT die aus Rechtsgründen um ihre Vokale beraubten Pivot sind, welche uns 2008 mit „O Soundtrack My Heart“ wegfegten. Aber auch musikalisch ist auf dem Nachfolger „Church With No Magic“ manches anders. Deutlichste Neuerung bildet sicher die Stärkung des Gesangs, die wiederum mit- oder sogar hauptverantwortlich ist für den poppigeren…

Harmonious Thelonious – Talking

Wie lange hält man die Wiederholung einer Tonfolge aus? Nehmen wir einen Ton: Tüt, Tüt, Tüt, Tüt? Oder sind zwei Töne besser: TaTü, TaTü, TaTü, TaTü? Drei? TaTöTi, TaTöTi, TaTöTi, TaTöTi? Vier? TaTaTüTi, TaTaTüTi, TaTaTüTi, TaTaTüTi. Nehmen wir an, es gebe Variationen bei fünf Klängen. TiTaTöTüTo, TiTaTöTüTo, TiTaTaTüTo, TiTaTöTüTo. Änderungen gefunden?

Wir Sind Helden – Bring Mich Nach Hause

Reif. So lässt sich am Ehesten beschreiben, wie sich Wir Sind Helden nach der (Baby-)Pause präsentieren. Diese Mündigkeit steht dabei im Widerspruch zum Ungestüm, mit dem sie zu Beginn ihrer Karriere zu Werke gingen. Eine Erregung, die im Grunde kontinuierlich abnahm über die Alben, und die natürlich auch auf „Bring Mich Nach Hause“ noch ab…

The Roots – How I Got Over

Als es hieß, „Rising Down“ werde das letzte Album der Roots sein, stellte sich, bei aller Begeisterung für das Kollektiv aus Philadelphia, eine gewisse Erleichterung ein. Denn im Grunde fragte man sich zuletzt schon, ob ihre Stücke wirklich noch gebraucht würden, The Roots noch immer relevant seien. Nun also zwei Jahre später dann doch Album…

Various Artists – 100 Jahre Einsamkeit: Markus Detmer Plays Staubgold

„100 Jahre Einsamkeit“ überschreibt Staubgold seine 100ste Veröffentlichung – die dritte Ausgabe der Label-Compilation-Reihe „Plays Staubgold“ –, auf der Eigentümer und Gründer Markus Detmer seinen ganz eigenen Blick auf zwölf Jahre Staubgold präsentiert und zudem einen Ausblick auf die Entwicklung des Labels und zu erwartende digitale und Vinyl-Veröffentlichungen bietet. „Einsamkeit“ trifft es dabei sehr gut,…

Klangwart – Sommer

Staubgold-Chef Markus Detmer veröffentlicht dieser Tage nicht nur den dritten Teil der „Plays Staubgold“-Compilation-Reihe, sondern zudem auch eine Zusammenschau aus 14 Jahren Klangwart, dem Projekt, das er zusammen mit Timo Reuber bildet. Passend zur Jahreszeit benennen die beiden die Platte „Sommer“, was zudem dem hitzeflimmernden Charakter der Stücke und den von ihnen erzeugten akustischen Luftspiegelungen…

Narrow Bridges – Degree Of Separation

Die Musik als Ausdruck einer allgemein künstlerischen Tätigkeit hat in der Vergangenheit von peinlichen Ausfällen bis zu Meisterwerken alles hervorgebracht. Narrow Bridges – das sind Alex Paulick und Min Stiller – präsentieren mit „Degree Of Separation“ ein Werk auf der guten Seite. Inspiriert von Buenos Aires – so die Packungsbeilage –, vor allem aber dort…

Shackleton – Fabric 55

Eins ist sicher, Shackletons Beitrag zur Mix-Reihe des Fabric verlangt dem Hörer gehörige Aufmerksamkeit ab. Sich zurücklehnen und genießen ist kaum möglich, vielmehr ist es nötig, sich vollkommen den entworfenen Klangskulpturen zu widmen. Der Aufwand, den es braucht, die Schichten der Tracks, die Shackleton hier versammelt, zu durchdringen, ist jedoch außerordentlich lohnend. Wie vor ihm…

Brandon Flowers – Flamingo

Er hätte es lieber, wenn die Songs auf einem neuen Killers-Album gelandet wären, sagt Brandon Flowers. Dabei ist „Flamingo“ doch de facto ein solches. Unterschiede sind kaum auszumachen. Dem Erfolg steht also nichts mehr im Weg. Eine Stadionpophymne jagt die nächste, und der Kitsch trieft aus jeder Pore – und es ist irgendwie wunderhübsch, wie…

Robot Koch – Songs For Trees And Cyborgs

Wie ein Gong empfängt uns der Bass gleich im allerersten Moment auf Robot Kochs „Songs For Trees And Cyborgs“. Der Funk-Metal-Jazz-Dub-Fanatic Robert „Robot“ Koch macht so gleich im ersten Klang des Albums klar: wir – die Hörer – dürfen eine mitnehmende, eine intensive, atmosphärische Reise ins Land des Bass erwarten.

Marc Houle – Drift

War es die letzten Jahre relativ still um Richie Hawtins‘ Minus-Label oder mangelte es hier nur an der nötigen Aufmerksamkeit? Plötzlich steht das Label mit zwei Alben im Fokus. Einerseits wird Magda demnächst „From The Fallen Page“ veröffentlichen, zuvor aber präsentiert Marc Houle „Drift“ – ein Album, das seinem Namen alle Ehre macht. Es treibt…