Katy B – Honey

Katy B ist nicht erst seit diesem Jahr eine feste Größe der britischen Klubmusik zwischen Garage, Twostep, R’n’B und Drum’n’Bass. Ähnlich vielseitig präsentiert sich auch ihr nunmehr drittes Studioalbum “Honey” und vermag dennoch als Album nicht zu überzeugen.

Unter der Vielzahl an Produzenten an Katy Bs Seite finden sich zum Beispiel solch Namen wie Major Lazer, Craig David, Four Tet oder Floating Points. Dazu gesellen sich 18 weitere. Es ließe sich jetzt sagen, zu viele Köche würden den Brei verderben, doch das ist nicht wirklich das Problem der Platte.

Katy B präsentiert auf “Honey” dreizehn Tracks, die alle als Hit taugen, die dazu mal mehr, mal weniger clubtauglich sind, die in ihrer Qualität nur geringfügig schwanken. Es ist eine lose Sammlung von Nummern, die keinerlei inneren Zusammenhalt hat, die stilistisch alle irgendwo in der britischen Bassmusik verortet werden können, selbst wenn es sich um Balladen handelt. Katy Bs Gesang ist wie immer erfreulich, aber auf Dauer doch wenig variabel und somit eher unspannend. Hinzu kommt, dass ihre Stimme, so gut und wiedererkennbar sie eigentlich ist, nicht wirklich ein Alleinstellungsmerkmal besitzt, das einen sofort aufhören lässt. Ähnliches lässt sich weitgehend auch von Beats und Produktionen schreiben. Sie erscheinen häufig eher nach Schema F gebaut. Arrangements und Songstrukturen lassen einen dauernd das Gefühl haben, das sei doch nicht neu, sondern altbekannt.

Es mag sein, dass viele der Nummern auf “Honey” im Clubkontext deutlich besser funktionieren, dass sowohl Beats wie auch Stimme dort Emotionen effektiver auslösen. Als Album aber, in dieser Aneinanderreihung von Stücken, ist es eher unspektakulär und erfordert fast eine Kraftanstrengung, es durchzuhören. Der Platte fehlt jedweder innere Spannungsbogen.

Die Musik, die Katy B und ihre Mitstreiter auf “Honey” präsentieren, ist nicht schlecht. Ganz im Gegenteil ist sie durchaus auf hohem Niveau produziert. Sie klingt aber allzu vertraut. Diese Nummernrevue besitzt keinerlei roten Faden. Gute Tracks machen leider kein gutes Album. Es lohnt sich, Katy Bs neue Stücke zu hören, aber nicht an einem Stück, sondern verteilt über eine zufällig zusammengestellte Wiedergabeliste ähnlicher Künstler.

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