Luke’s Anger – Funk Of The Rural Neverness

Es gibt Plattenläden, forstet der potentielle Käufer sich dort durch die Plattenkisten, gewinnt er bald den Eindruck, nicht eine der Bands, von denen Platten zum Kauf stehen, zu kennen. Die Rede ist nicht von Szeneshops für spezielle Zielgruppen, sondern eher vom unsortierten Second-Hand-Laden.

Sollte jemand in einem solchen Laden in zwanzig Jahren über Luke’s Anger (aka Luke Sanger) „Funk Of The Rural Neverness“ stolpern, sei ihm gesagt: Nimm es mit, du machst nichts falsch. Die Sammlung der bisher nur einzeln erhältlichen Tracks der letzten drei Jahre aus dem Hause Sanger startet mit „Dead Like Elvis“ im klassischen UK-Garage-Gewand. Der bouncende Bass und die hektischen Clicks zerren den Hörer in Richtung Tanzfläche. Luke Sangers Geheimnis besteht jedoch in der Vielseitigkeit seines Repertoires, so dass die Tracks zwar meist in Richtung Tanzfläche ziehen, aber Garage nicht immer ihre Heimat ist. Weiterlesen „Luke’s Anger – Funk Of The Rural Neverness“

Extrawelt – Schöne Neue Extrawelt

Die Reifenreste – so sie es denn sind – auf dem Cover zu Arne Schaffhausens und Wayan Raabes Extrawelt-Album „Schöne Neue Extrawelt“ wirken fast organisch, eine dunkle Kreatur aus den tiefsten Tiefen des Ozeans, vor dem grellweißen Hintergrund der Mikroskoplampe betrachtet, wirkte vielleicht ähnlich. Tiefe Tiefen und organisch, beides zwei gute Beschreibungen dieses – auf ganzer Länge – gelungenen Technoalbums. Weiterlesen „Extrawelt – Schöne Neue Extrawelt“

Various – Feeling Strange mixed by Jennifer Cardini

Ich könnte hier jetzt große Sätze drechseln, in denen ich meine Erfahrungen mit Live-Sets der im Pariser Pulp groß gewordenen DJs Chloé und Jennifer Cardini schilderte. Doch als echter Sesselpupser wäre das alles Fake. Ganz und gar nicht falsch ist jedoch zum einen Jennifer Cardinis neue Compilation „Feeling Strange“ auf Kompakt und zum anderen mein Gefallen an diesem Mix. Weiterlesen „Various – Feeling Strange mixed by Jennifer Cardini“

Sascha Funke – Mango

Techno ist und bleibt ein Tanzflächensport. Doch immer mehr Künstler des Genres produzieren – neben Floor-orientierten 12’’s und Compilations – Alben, deren Orientierung eher dem Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden – mögen diese so klein sein, wie ein Nissan Micra – oder der Schaffung ganz eigener Atmosphären dient. Weiterlesen „Sascha Funke – Mango“

Justus Köhncke – Safe and Sound

Die Whirlpool-Productions-Vergangenheit außer Acht lassend, ist Justus Köhncke spätestens mit Tocotronics „K.O.O.K. Variationen“ und seinem Beitrag „Tomorrow Will Be Like Today“ auf dem Radar des elektrophilen Indie-Hörers aufgetaucht. Entsprechend weite Beachtung finden seine Alben heutzutage. Weiterlesen „Justus Köhncke – Safe and Sound“

Underworld – Oblivion With Bells

Zwei Dinge müssen hier geklärt werden. Erstens, Underworld machen trotz ihres durchaus massenorientierten Rave-Proll-Techno Marke UK – im Gegensatz zu Scooter in D-Land – keine wahrhaft populäre massentaugliche Musik. Einfach gehaltene, durchaus lose daher kommende Bass-, Beat- und Synthie-Linien stehen in einer Tradition mit Soundentwürfen der frühen Elektroniker – z. B. Kraftwerk. Den kollektiven Ekstase-Faktor bringen dabei vor allem einzelne extrem vereinfachte Slogans und ebensolche klangliche Versatzstücke. Heißt, im Vergleich mit aktuellen Entwicklungen des Minimal-Techno oder Rave erscheint Underworlds Musik – auch und insbesondere auf „Oblivion With Bells“ – vielfach noch einmal simpler und reduzierter. Weiterlesen „Underworld – Oblivion With Bells“

Alter Ego – Why Not

Es gibt Musik, die kommt einfach zum falschen Zeitpunkt. Soll heißen, sie ist nicht schlecht, vielleicht aber auch nicht so wirklich überzeugend fantastisch, vor allem aber will ich sie gerade überhaupt nicht hören.

Alter Egos Album „Why Not?!“ gehört in diese Rubrik. Nichts gegen Techno, noch weniger gegen elektronische Musik an sich. Passt alles perfekt in meine augenblickliche Playlist. Aber „Why Not?!“ verdient für mich eigentlich nur den Titel „Warum? …. (Schluchz)“. Jörn Elling Wuttke und Roman Flügel präsentieren perfekt produzierten – glatt und kalt – Techno, der sowohl in der Großraumdisco, wie im hedonistischen NuRave-Gelage, wie in den Ohren der Musik-Nerds funktionieren dürfte. Dennoch nervt mich das gleich bleibende Dahingebleepe und –geblubbere tierisch an und langweilt gleichzeitig. Weiterlesen „Alter Ego – Why Not“