Nevermen – Nevermen

Wie klingt die Mischung aus TV On The Radio, Themselves und Mike Patton? Sie klingt, wie Nevermen klingen. Tatsächlich ist das eine Enttäuschung. Es wäre mehr drin gewesen. Um die Besetzung genauer zu definieren, es sind Tunde Adebimpe (Kopf von TV On The Radio), Doseone (z. B. von Themselves, 13&God) und eben Patton (Mr. Bungle, Faith No More, Tomahawk, etc.), die sich als Nevermen zusammenfinden.

Artrock, Arthiphop und akustischer Wahnsinn verbinden sich auf dem selbstbetitelten Album der Nevermen. Wo die Drei zu den kreativsten Musikern ihrer Generationen gezählt werden können, so ist das Album doch eher eine reichlich unspektakuläre, fast herkömmliche Platte geworden, die zwar sowohl Artrock, Rap und Patton’sche Klangwelten vereint, sie aber in einem erstaunlich poppigen Gewand präsentiert und leider in einer nicht übermäßig spannenden oder fordernden Version daherkommt. Möglicherweise beruht die latente Enttäuschung allein auf überhöhten Erwartungen.

Die akustischen Experimente wie auch die gesangliche und lyrische Vielfalt der drei Frontmänner sind in sich schon interessant und erreichen gelegentlich eine erstaunliche Eingängigkeit, doch alles in allem klingt das Aufeinandertreffen der drei klanglichen Perspektiven häufig zu wenig nach Erkundung neuer Klangwelten, sondern entweder nach undurchdachtem Zusammenschmeißen von Zutaten oder aber nach Crossover; und damit ist tatsächlich die 1990er-Jahre-Version gemeint, bei der Rap und Rock (oder im besseren Fall Metal) zu etwas kurzfristig Interessantem aufeinander trafen.

Sicherlich lässt sich die Mischung aus artifiziellen Rockrhythmen, vielfältiger Rhythmik, flächigen Synthesizern und Vokalakrobatik voller Interesse studieren. Es ist beeindruckend, wie Adebimpe, Doseone und Patton ihr Popgewand erschaffen. Nichtsdestotrotz ist die Platte für das reine Hören, das nicht zunächst einer tiefen Analyse dient, eher weniger interessant. Anders formuliert, das Nevermen-Album ist wie ein Kunstobjekt, das zwar vielleicht fasziniert betrachtet wird, das aber kaum einen bleibenden Eindruck hinterlässt, außer vielleicht beim Betrachten des Fotos: “Ja, das war … auch … interessant.”

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