Anna Calvi – Anna Calvi

Ein Album zwischen Barockpop und dem Bombast, der nötig wäre, einen Psychothriller im wilden Westen stattfinden zu lassen, das ist Anna Calvis selbstbetiteltes Albumdebüt. Süß und verletztlich, vielleicht auch leicht schmollend, mag der Gesang gelegentlich hier daherkommen, doch unter ihm brodelt das gefährliche, düstere Unbekannte. Es mag ruhig und unscheinbar sein, aber jeden Moment kann…

Tu Fawning – Hearts On Hold

Es ist wagemutig, am Beginn eines Jahres zu prognostizieren, welche Klänge die kommenden zwölf Monate prägen werden. Jedoch lässt sich, mit der Hoffnung auf ein reguläres Forest-Swords-Album im Sommer und der in diesen ersten Tagen des Jahres 2011 erscheinenden Platte „Hearts On Hold“ des Quartetts Tu Fawning, vermuten, bewegender, verschrobener, durchaus artifizieller Independent-Rock mit einem…

Shugo Tokumaru – Port Entropy

Fallen wir mit der Tür ins Haus: Shugo Tokumarus „Port Entropy“ pendelt etwas ärgerlich zwischen Genialität und Mittelmaß. Sein fröhlich-einfacher Folkpop verströmt auf weiten Strecken eine Leichtigkeit des Seins. Die Vielfalt der Stücke, das dauernde Wechselspiel der Elemente von Gitarre bis Flöte, von Kinderchor bis Xylophon und Klavier geben einem das Gefühl, über dem und…

Christiane Rösinger – Songs Of L. And Hate

Es kann nicht wundern, dass Andreas Spechtl von Ja, Panik die Arrangements für Christiane Rösingers neues Album „Songs Of L. And Hate“ übernommen hat, lässt sich doch vermuten, dass Rösinger, ihre Bands Britta und Lassie Singers zu seinen Vorbildern zählen. Anderseits darf bezweifelt werden, wie viele der – jüngeren – „Ja, Panik“-Freunde Rösingers Namen kennen…

Apparat – DJ Kicks

Eine Mix-Compilation – und besonders eine DJ Kicks – kann im Grunde auf zwei Arten funktionieren. Einerseits kann sie ein typisches DJ Set des zusammenstellenden Künstlers auf CD bannen, zum anderen kann sie den Charakter eines Mixtapes haben, welches speziell für einen guten Freund – uns Hörer – gemacht wurde. Während Kode 9 für seine…

Gaspard Augé & Mr. Oizo – Rubber OST

„Rubber“ – also den Film – zu beschreiben, ist eine fast übermenschliche Aufgabe, man muss ihn mit eigenen Augen gesehen haben. Allerdings kann es durchaus sein, dass man zwischendrin gelangweilt aufgibt. „Rubber“ ist der dritte Film von Quentin Dupieux, Quentin Dupieux ist Mr Oizo. (Kaum) weniger kompliziert als Dupieuxs Ode an das Sinnlose – den…

Leilanautik – Unser Schöner Realismus

Auch wenn Leilanautik ganz offenbar eine Ein-Hit-Band bleiben – und dieser Hit noch nicht einmal über die Stadtgrenzen Hamburgs hinaus ein solcher ist – zeichnet ihr neues Album an vielen Stellen eine spröde Schönheit aus, die einen fast sprachlos hinterlässt. Neben dem vordergründigen Ohrwurmcharakter zeichnete eben diese Hintergründigkeit bereits besagten Hit „1000 km“(link) aus. Aber…

Fritz Kalkbrenner – Here Today Gone Tomorrow

Kalkbrenner. Bis vor einigen Jahren nur einigen wenigen bekannt, ist der Name inzwischen weit über technoide Genregrenzen hinaus ein Begriff. Allerdings stellt sich durchaus die Frage, ob Paul oder Fritz den größeren Anteil am heutzutage fast inflationären Gefallen an Musik aus dem Haus Kalkbrenner haben. Hätte der „Berlin Calling“-Soundtrack seine Wirkung entfaltet ohne „Sky And…

Magda – From The Fallen Page

Nach Marc Houles „Drift“ erscheint nun mit Magdas „From The Fallen Page“ also innerhalb eines Monats das zweite latent dystopische Album auf Minus. Magda schafft es dabei durchgängig, den Hörer in höchster Anspannung zu halten und gönnt ihm keinerlei Flucht aus ihrer düsteren Techno-Klanglandschaft. Verallgemeinert steht das Album im Spannungsfeld aus melodischen Elementen und reduzierter,…

Kings Of Leon – Come Around Sundown

Es fällt schwer zu glauben, die Alben „Youth And Young Manhood“ und „Come Around Sundown“ stammten von der gleichen Band – und das nicht nur wegen der unterschiedlichen Kopf- und Gesichtsbehaarung der Musiker. Andererseits war bereits 2003 dies ganz besondere Gespür für Melodien vorhanden, besaßen die Songs einen gewissen Pub-Charme. Die rohe Kraft und die…

Brian Eno – Small Craft On A Milk Sea

Zarte Klavierklänge und flirrende Synthesizer, eine Harmonika schiebt sich hinüber. Die Eröffnungssequenz des auf Warp erscheinenden Hörfilms „Small Craft On A Milk Sea“ erzeugt Weite, Stille und Leere. Aus ihr hebt sich eine düstere Wolkenwand. Vor ihr glänzt die Sonne auf dem See, die Schwüle bedrückt. Das Hörbild besteht aus Gitarre, Synthesizer-Essenzen und dahingetupften Pianoanschlägen….

Modeselektor proudly presents Modeselektion Vol. 01

Das symbiotische Wesen Moderat tritt dieser Tage wieder getrennt auf und veröffentlicht zwei Kompilationen. Einerseits erschien Mitte Oktober Apparats DJ Kicks, andererseits legen Modeselektor jetzt Anfang November ihre „Modeselektion Vol. 01“ vor. Mit CD, Vinyl und Singles unter diesem Titel kommt dann auch ihr Label „Monkeytown“ richtig in Fahrt, nachdem bisher ausschließlich die Siriusmo-Veröffentlichungen existierten.

Schwefelgelb – Das Ende Vom Kreis

Byte.FM, NDR Info, … alle stellen Schwefelgelbs neues Album „Das Ende Vom Kreis“ ausführlich vor. Ein Album, das bei diesem Rezensenten beim ersten Hören einen gewissen Brechreiz verursachte – und damit einiges gemein hat mit Hurts‘ „Happiness“. Wie bei diesem aber stellt sich beim wiederholten Hören durchaus Gefallen ein. Aber wie oft hör ich ein…

Bozzwell – Bits&Pieces

Es gibt die berechtigte Aussage, der gerade Techno-Beat sei eigentlich ziemlich ausgelutscht. Andererseits kommen dann immer wieder solche Alben wie Bozzwells „Bits & Pieces“, die auf vornehmlich sehr geraden Beats Stücke aufbauen, die Augen leuchten lassen und den Körper sofort in Bewegung setzen.

Roman – Roman

Es gibt immer mal wieder Künstler, die nicht wissen wohin mit ihren Ideen. Es entstehen dann Stücke, bei denen einem Hören und Sehen vergeht, weil ein kreativer Impuls vom nächsten abgelöst wird. Nicht selten wird dann aber kaum einer dieser musikalischen Gedanken zu Ende geführt, so dass das vornehmliche Gefühl Ermüdung ist. Meist konzentrieren sich…

Driver & Driver – We Are The World

Nehmen wir es vorneweg: „We Are The World“ von Driver & Driver ist wahrscheinlich das beste Audiolith-Album, das (aber) nicht auf Audiolith erscheint. Das heißt: „We Are The World“ ist komplett altmodisch, im Grunde langweilig und absolut … irrelevant. Electropunk war Mitte der 00er Jahre schon nicht mehr interessant, nervte, und der Versuch, eine Pseudo-Anti-Attitüde…

Former Ghosts – New Love.

Im Herbst 2010 reiste ein Triumvirat durch die Lande, um seine Musik live zu präsentieren. Über seinen Auftritt auf Hamburgs Kampnagel lässt sich sagen: dieser Schreiber fühlte sich seltsam unberührt von allen drei Auftritten des Abends. Dennoch gehören alle drei zugehörigen Alben zu den großen persönlichen Highlights des erwähnten Jahres. Zum einen traten an diesem…

Anika – Anika

Erkenntnis kommt spät, manchmal zu spät. Glücklicherweise kam sie hier noch rechtzeitig. Das Lob der Spex für Anikas Debüt und der Song auf der beiliegenden CD waren nicht überzeugend. Wieso eigentlich nicht? Der Albumstream im Internet verzauberte vom ersten Moment. Und womit? Mit Recht. Anikas Debüt-Album, das kaum mehr ist als ein Unfall des Schicksals,…

Glasser – Ring

Wie kann Musik gleichzeitig wahnsinnig intim sein und gleichzeitige eine symphonische, bombastische Fülle ausstrahlen? Diese Frage wird unbeantwortet bleiben, aber Cameron Mesirow alias Glasser schafft auf ihrem Album „Ring“ genau dies. Vielschichtig und mit einer ungemeinen Klangfülle präsentiert sie sich und ihre zarte, fast zerbrechliche Musik in einer innigen, persönlichen Weise, die nicht nur aufgrund…