Planetary Assault System – Arc Angel

Große Vorfreude stellt sich ein, wenn man ein sehr gutes älteres Album hörend erfährt, dass die Künstler demnächst eine neue Platte veröffentlichen werden. Einer dieser Fälle war dieses Jahr Luke Slater.

Sein neues Album “Arc Angel” unter seinem „Planetary Assault Systems“-Moniker folgt auf “The Messenger” aus dem Jahr 2011. Wie bereits beim Vorgänger betont Slater, er sei bemüht, jenseits erfolgreicher Muster zu arbeiten. Diesmal gehe es ihm zudem darum, sich mehr auf die Melodien über den Beats zu konzentrieren. Er habe versucht, sich im Angesicht der Vielzahl von Klangerzeugern auf die zentralen Werkzeuge seiner Arbeit zu konzentrieren, statt immer Neues zu probieren. Kurz gesagt, Slater möchte mit reduzierten altbekannten Mitteln neue, Melodie-betonte Wege finden.

Da überrascht es, wie nah sich “The Messenger” und “Arc Angel” musikalisch zu stehen scheinen. Hört man erst das eine, dann das andere Album oder vertauscht die Reihenfolge, es ist eine natürliche Verwandtschaft zu erkennen. Somit stehen denn auch diesmal eher Ambientes und hektisch Pulsierendes Seite an Seite. Dennoch vermag “Arc Angel” nicht, die Intensität des Vorgängers zu erreichen.

Zentrales, fast dominierendes Stilmittel auf “Arc Angel” ist die extreme Wiederholung klanglicher Motive. “Merry Go Round” und “Revolution One” sind Beispiele dafür, wie dies in seiner Penetranz misslingt. Ersteres ist tatsächlich kaum weniger als ein acht Minuten langes akustisches Ringelreihen. Auch mit “Groucho” fordert Slater die Hörer mehr oder weniger dazu auf, acht Minuten dem klanglichen Äquivalent einer sich drehenden, unendlichen Spirale zuzuhören.

Das tropisch dunkle “Bawoo Bawoo” dagegen zeigt in Perfektion, wie aus reiner Wiederholung hypnotische Faszination entsteht. Auch in “Blue Monk”, wo Slater das Repetitive eher unterstützend im Hintergrund einsetzt, kann das Mittel weitgehend überzeugen.

Tatsächlich ist es ein schmaler Grat zwischen Gelingen und Misslingen der Nutzung sich wiederholender Schleifen auf “Arc Angel”. Bedauerlicherweise tendiert die Mehrzahl der Stücke dazu, negativ wahrgenommen zu werden. Als zentrale Probleme erscheinen dabei, dass Slater zu wenig erkennbar variiert und die Monotonie der Schleifen sich über zu lange Zeiträume erstreckt.

“Arc Angel” eignet sich hervorragend als Klangkulisse eines Science-Fiction-Films, sei es Anime oder Realfilm. Manch einer mag die gut neunzig Minuten auch für den persönlichen Kopffilm taugen. Anderen aber mag die Platte zu wenig Greifbares bieten, daher langweilen oder gar frustrieren. Gelungener ist da Slaters andere neue Platte, eine Sammlung von Material, das er als The 7th Plain produziert hat. Sie erschien bereits im August unter dem Titel “Chronicles I”.

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