Young Ejecta – The Planet

Fast ein Jahr ist es her, dass Leanne Macomber and Joel Ford ihr “The Planet”-Minialbum als Young Ejecta veröffentlichten. Macomber mag durch ihre Mitarbeit bei Neon Indian ein Begriff sein. Ford ist der Ford von Ford & Lopatin und somit vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Oneohtrix Point Never aka Daniel Lopatin bekannt. “The Planet” zeigt Young Ejecta als Meister des emotionalen, düsteren, synthesizer-dominierten Pops.

In all seiner Kürze von um die zwanzig Minuten schafft es “The Planet”, vom ersten Moment an zu packen. Das liegt nicht zuletzt begründet in Macombers ätherischem Gesang. Ob mit voller Stimme oder zart gehaucht, ob einzeln oder technisch gedoppelt, die Vocals lassen erschauern, hinhören, nehmen gefangen. Dabei wechseln die Texte zwischen Lebenstrauer, Liebestrauer und einfach nur Trauer – oder so ist zumindest der bleibende Eindruck.

Der Gesang wird ergänzt durch Fords Beats und Synthesizer. So klar der Gesang, so einfach und nachvollziehbar sind auch die instrumentellen Bestandteile der Stücke. Während sie einerseits als kitschig und 1980er bezeichnet werden könnten, sind sie eben andererseits in ihrer Künstlichkeit doch auch vollkommen im Jetzt anzusiedeln und einfach nur zweckgebunden und schön.

Young Ejectas Pop-Electronica und Synthpop ist von einer vordergründigen Einfachheit. Die simple Mischung von Synth, Beats und Stimme verbindet sich hier jedoch zu fast perfekten Popnummern. Während die Bestandteile tatsächlich minimal sind, ist die Gesamtheit subjektiv doch alles andere als Minimalpop. Platt formuliert erreichen Young Ejecta mit minimalen Mitteln maximale Wirkung. In ihrem generell eher getragenen Charakter und zurückgenommenen Tempo präsentieren sich Young Ejecta nicht als elektronische Party-Monster, sondern als Meister eines eleganten Electro-Pop voller melancholischer Schönheit. Als Ausnahme könnte hier der stampfende Beat in der Albumeröffnung “Into Your Heart” genannt werden. Andererseits fordern diese quasi-perfekten Originale, die Club-orientierten Remixe geradezu heraus.

“The Planet” ist ein Minialbum. Dennoch vermag es in seinen zwanzig Minuten manch längeres Album in seinen Schatten zu stellen. “Young Ejecta” sind definitiv eine der Entdeckungen des Jahres 2015 – womit zugegeben sei, dass ihr Debüt in “Dominae” 2013 übersehen wurde.

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