Masami Akita & Eiko Ishibashi – Kouen Kyoudai 公園兄弟

Es gibt Alben, die sind im Rahmen einer Musikrezension nicht zu besprechen oder können zumindest in einem solchen Rahmen nicht bewertet werden. “Kouen Kyoudai 公園兄弟” von Masami Akita und Eiko Ishibashi gehört in diese Kategorie. Akita ist besser bekannt als Merzbow, Ishibashi ist Produzent, Studio-Musiker und Singer-Songwriter. Gemischt wurde die Platte von Jim O’Rourke.

“Kouen Kyoudai” ist kakophonisch. Wohlklang mag irgendwann in kurzen Momenten auftauchen, im Kern präsentieren die Künstler aber eine zerstörerische Klangwelt. Musikinstrumente und Werkzeuge, Dröhnen und Klangfolgen überlagern sich und durchmischen sich. Selbst bei aufmerksamem Hören ergibt sich keine Logik der Klänge. Es erscheint fast wie eine beliebige Aneinanderreihung von erzeugten Tönen. “Junglegym” – die B-Seite des Albums – erklingt dank der Nutzung eines Klaviers etwas weniger atonal. In gewissem Sinne ist dies natürlich, was von Akita erwartet wird.

Es ließe sich einfach sagen, “Kouen Kyoudai“ sei Kunst und damit sei jedwedes atonales Chaos entschuldigt. Das träfe zu. Das Erstaunliche an dieser Platte ist jedoch, beide Stücke, „Slide“ wie auch „Junglegym“, sind hörbar. In all der Atonalität, in der chaotischen Rhythmik, der Unklarheit der Struktur entsteht etwas, das als auditive Begleitung geeignet ist und sogar willkommen geheißen werden kann. “Kouen Kyoudai” ist schöner Krach.

Es ist relativ einfach zu analysieren, dass es in „Junglegym“ die Tasteninstrumente sind, die das Stück strukturieren. Aber selbst dieses Offenkundige erklärt nicht, wieso das präsentierte Chaos gefällig erscheinen kann. Viel weniger ist dies für „Slide“ zu erschließen.

Was auch immer der Grund sei, “Kouen Kyoudai“ ist mehr als einfach ein faszinierendes Stück Klangkunst. Es ist klangliches Chaos, das man gerne hört. “Kouen Kyoudai 公園兄弟” zu hören ist, als wohne man an einer Schnellstraße im Berufsverkehr und genieße die Variationen des Lärms, der an einem vorbeizieht.

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