Deradoorian // The Expanding Flower Planet

Angel Deradoorian mag dem einen oder anderen als Bassistin und Sängerin der Dirty Projectors ein Begriff sein oder als Teil von Avey Tare’s Slasher Flicks, sie kooperierte aber auch bereits mit Flying Lotus. Ihr Debüt-Album “The Expanding Flower Planet” erschien nun auf Anticon.

Konfrontiert mit Deradoorians Selbst-Beschreibung, wie es zum Album kam, könnte man befürchten, es drifte in welt-musikalisch, esoterisch-angehauchte Sphären ab: “[Ein chinesisches besticktes Bild eines Blumen-Mandalas] begann für mich das wachsende Bewusstsein des menschlichen Geistes in der heutigen Welt zu repräsentieren. So [schrieb ich den Song] ‘Expanding Flower Planet’ und [er] repräsentiert dieses Begehren, den Geist und seine Fähigkeiten über das hinaus zu erweitern, was uns gesagt wird, was er kann.

Tatsächlich enthält die Musik auch all die Elemente, die ein solch esoterisches Album haben würde. Sphärengesänge, nah- und fern-östliche Klänge, ein exotisch psychedelisches Songwriting und Neue Musik. Daraus erschafft Deradoorian jedoch Pop. Man könnte Krautmusik, Jazz und Neue Musik als Referenzen heranführen, aber passender erscheint, Bishis elektronischen Weltpop, Zola Jesus‘ Art Wave oder Bat for Lashes‘ Barock-Folk-Indie als Vergleich heranzuziehen.

Mögen sich Stücke wie “The Creator” auch wie klingende Mandalas anhören, repetitiv in immer ähnlichen, aber feiner strukturierten Mustern bleiben sie doch immer als Pop-Musik erkennbar. Neben der Stärke des Songwritings und der Arrangements überzeugt insbesondere, wie hier Anleihen aus den verschiedensten Kulturkreisen nebeneinander genutzt werden, miteinander verwoben werden und sich so gegenseitig verstärken in ihrer Wirkung. Klassisch Anglo-Amerikanisches wie Doors-artiger, psychedelischer oder Marillion-artiger, progressiver Rock ergänzt sich mit erwähnten nah-, mittel- oder fern-östlichen Klängen zu einem nicht nur unterhaltsamen, sondern wahrhaft originären Hörerlebnis.

Deradoorians “The Expanding Flower Planet” ist keine spektakuläre, sofort den Atem raubende Platte. Vielmehr ermöglichen die Stücke in ihrem zumeist ruhigen Charakter, sie zunächst langsam in sich aufzunehmen, um sich schlussendlich doch ganz in ihrem Klangkosmos fallenzulassen.