Francesco Tristano // Body Language Vol XVI Compiled And Mixed By

Francesco Tristano hat lange genug die Welt zwischen Klassik und Techno unsicher gemacht, um den meisten ein Begriff zu sein. Spätestens mit seiner letztjährigen ”Piano, Hats & Stabs EP” auf Get Physical, dem Label von M.A.N.D.Y und Booka Shade, sollte dies der Fall sein.

Nun zeichnet er auch für die sechzehnte Ausgabe der Get-Physical-eigenen Compilation-Reihe “Body Language” verantwortlich. Etwa die Hälfte der darauf enthaltenen Stücke sind unter Mitwirkung Tristanos selber entstanden, die anderen hat er vielfach mit seinem eigenen Stil zwischen Piano und Club verfeinert.

In der Hälfte seines Schaffens, die sich dem Club widmet – und den Konzertsaal beiseite lässt –, lässt Tristano dennoch nicht die rhythmischen Eigenschaften des Klaviers los. So sehr ein Stück dem rhythmischen Hedonismus des Techno dienen mag, so sehr scheint es doch immer auch die simple Rhythmik des Pianos zu reflektieren. Manche mag das langweilen, für den Schreiber macht es die ganz spezielle, monoton hypnotische Faszination von Tristanos Tanzflur-Schaffen aus. Davon wiederum bietet seine “Body Language”-Ausgabe jede Menge.

Der durchgängige, rhythmisch angepasste Charakter, der einen jeden gelungenen Mix ausmacht, wird bei Tristano noch durch die harmonische Anpassung der Tonarten ergänzt. Dadurch, dass nicht nur die Rhythmen keine Brüche zulassen, sondern eben auch die Harmonien auf die ganze Länge der Compilation aneinander angeglichen sind, ergibt sich eine Dichte des Mixes, die über das hinausgeht, was sonst von vergleichbaren Platten vertraut ist.

Die Betonung der hypnotischen Monotonie darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tristano auch für die nötigen ekstatischen Höhepunkte sorgt (z. B. mit P41s “Lalguer”). Tatsächlich wäre wahrscheinlich Tristanos Piano-Techno-Hybrid und die genannte faszinierende Monotonie nicht allgemeintauglich genug. Dank der Einbindung von Momenten, die zum hedonistischen Selbstverlust taugen, in der zweiten Hälfte der Platte, sollte aber Tristanos “Body Language”-Ausgabe einen bleibenden Eindruck bei den körperlich orientierten Tanzflächenbesuchern hinterlassen.