Dave Gahan & Soulsavers // Angels & Ghosts

Manch ein Album ersehnt man nicht so sehr voller Vorfreude, als dass man eher zwischen Hoffen und Bangen schwankt in gespannter Erwartung. Hoffen auf ein großartiges Album wechselt dabei mit der Befürchtung, was nicht alles enttäuschen könnte. Das neue Album der Soulsavers mit Dave Gahan gehört in diese Kategorie. “Angels & Ghosts” ist damit die zweite Album-Kooperation zwischen Dave Gahan und Rich Machin nach dem letzten Soulsavers-Album “The Light The Dead See”. Tatsächlich machen Gahan und Machin im Grunde da weiter, wo sie in “Tonight” dem Abschluss-Track auf “The Light” aufhörten. Allerdings ist dies nicht zwangsweise positiv zu werten.

Was konnte erwartet werden? Gahans Gesang ist unverwechselbar. Sein Pathos, sein Schmelz, seine Art der Intonation passen perfekt zu jenem Alternative-Gospel-Blues, der auch vor elektronischen Elementen nicht zurückscheut und den die Soulsavers auf ihren Alben bisher so beeindruckend zu inszenieren wussten. So konnte erhofft werden, dass Freunde und Fans der Gutter Twins und der Twilight Singers oder allgemeiner Greg Dullis hier einen neuen Meister finden könnten.

Was war zu befürchten? Gahans Gesang, sein Pathos und seine Intonation sind nicht nur Markenzeichen, sondern auch bereits persönliches Klischee. Zudem ist es nicht schwer, weiße, alternative Gospel- und Blues-Interpretationen auf eine überaus seichte und vollkommen dröge Art und Weise ohne jede Spannung zu inszenieren.

Bei so viel Vorrede ist vermutlich klar, dass Machin und Gahan mit “Angels & Ghosts” nicht zu überzeugen wissen. Tatsächlich fallen sie genau in all jene zu befürchtenden Fallen hinein. Gahan ist so gefühl- und eindrucksvoll, so speziell, wie es zu erwarten ist. Aber es klingt das Meiste hier fast ausgelutscht und vielleicht gar unmotiviert. Melodien und Arrangements der Tracks sind zudem eher seichte, gospel-schlagerhafte, mit Blues-Gitarren angereicherte Klangteppiche ohne großen Wiedererkennungswert. Die Produktion ertränkt schlussendlich das wenige Interessante in Bombast. Wo zarte Spitze geholfen hätte, versinkt hier alles in riesigen Bahnen aus schwerem Brokat.

Nicht nur beim ersten Hören des Albums ist die vorherrschende Regung Langeweile. Die Songs auf “Angels & Ghosts” sind nicht so sehr schlecht, als dass ihre Elemente, sowohl Gesang als auch Melodien und Arrangements zu wenig überraschen. Bei aller potentieller Langeweile, bei allem Mangel an Faszination sei angemerkt, dass “Angels & Ghosts” gut anzuhören ist; es stört nicht, es streift unauffällig am Ohr vorbei, und es gibt sicherlich Momente, in denen es damit perfekt passt.