Downliners Sekt – Silent Ascent

Auch wenn die Zahl überzeugender Alben elektronischer Musik in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat, dominieren einzelne Tracks weiterhin die Genres. Insofern ist es durchaus bemerkenswert, was für ein homogenes und durchgängig qualitativ hochwertiges Album Dowliners Sekt aus Barcelona mit “Silent Ascent” vorlegen. Überhaupt scheint Barcelona auf dem besten Weg zu sein, das neue Berlin zu werden.

Der Post-Dubstep von Downliners Sekt ist in keiner Weise revolutionär, auch wenn das Gefühl einer housigen Beimischung durchaus überrascht. Zu deutlich bedienen sie sich beim Klang der populären Zeitgenossen und Vorbilder. Man kommt also kaum umhin, mehr als einmal an Burial zu denken oder sich gelegentlich auch an James Blake erinnert zu fühlen. Dies liegt nicht nur an der Vorliebe für (Vinyl-)Knistern und farbiges Rauschen im Hintergrund. Das eröffnende “Soul Debris” wiederum scheint aus “We’re New Here” von Gil Scott-Heron und Jamie XX entsprungen.

Selbst wenn man sich auf das scheinbar Nachahmende des Albums konzentriert, kommt man nicht umhin, die Qualität der Tracks zu würdigen. Keines der Stücke lässt nach. Allerdings wäre es falsch, sich auf die klangliche Ähnlichkeit zu konzentrieren, denn zu gut funktionieren die Stücke und zu gleichbleibend intensiv zieht das Album in seinen Bann.

In ihrer zwar durchaus klassischen Dubstep-Atmosphäre überzeugen die Tracks ohne Einschränkung. Sei es das esoterisch angehauchte “This American Life”, das verhuschte “Balt Shakt I” oder das hypnotische und ekstatische “Once Mercurial”, die Musik nimmt den Hörer gefangen. Wenn man bei “Etern” plötzlich an M83 denken muss, ist das kein Minuspunkt, sondern eher eine positive Überraschung. “Silent Ascent” als Album taugt sowohl für das Kopfkino unter Kopfhörern wie für die lange Autofahrt wie im Kern auch für den Club.

Downliners Sekt schaffen das Kunststück, mit “Silent Ascent” sowohl ein Dutzend alleinstehend gefallender Tracks vorzulegen, als auch ein Album, das als kontinuierliches homogenes Hörerlebnis funktioniert. So sehr die Mittel und die Klangkulisse an klassischen Dubstep gemahnen, so sehr weist die konkrete hörbare Umsetzung doch darüber hinaus, auch wenn das genaue “Wie?” schwer greifbar ist.