Malcolm Middleton And David Shrigley – Music And Words

Malcolm Middleton hat in der Vergangenheit einige sehr gute Alben veröffentlicht. Er war eine Hälfte von Arab Strap und auch seine Solo-Alben haben nie wirklich enttäuscht und vermochten oft zu begeistern. David Shrigley hat nicht nur Videos für Blur und Bonnie ‘Prince’ Billy gedreht, er wurde auch für den Turner Prize nominiert und gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen britischen Künstlern. Auf dem 2008er Album “Worried Noodles” interpretierten verschiedene Künstler seine Texte.

Nun also veröffentlichen Middleton und Shrigley das Album “Music and Words”. Middleton vertont, offenbar gelegentlich in Form eines Missverständnisses, Shrigleys Worte. Musikalisch ist das irgendwo zwischen Gitarre und Beat angeordnet, erklingt mal experimentell, mal eingängig. Allerdings braucht es Zeit, bis die Musik wirklich zu einem durchdringt. Tatsächlich steht der Quasi-Spoken-Word-Vortrag von Shrigleys Texten zumeist im Vordergrund. Wenn das Gehirn die Musik unter den Worten isoliert hat, ist zu erkennen, dass Middleton hier durchaus all sein Können einbringt.

Der Vortrag der Worte wiederum ist selten wohlklingend, es geht nur um die Worte, beziehungsweise um die Diskrepanz zwischen Vortrag und Inhalt der Worte. Shrigleys Texte legen Wert auf Humor, wobei dieser alle Schattierungen zwischen platt, subtil und bizarr annimmt. Schon die Albumeröffnung “A Toast” macht klar, worauf der Hörer sich hier einlässt. Drei Minuten lang hören wir einem Toast zu, der ausschließlich aus Beschimpfungen besteht. Auch wenn nicht alle Stücke auf “Music And Words” dies fortsetzen, verdeutlicht es, die Platte ist vornehmlich ein Kunstwerk, eine Performance, aber kein Album, das man gerne hört. Die zwölf Stücke lassen sich als künstlerisches Schaffen durchaus wertschätzen, als Musik jedoch vermag es nicht zu überzeugen; anders als zum Beispiel Rodolphe Burger und Olivier Cadiot auf ihrem 2013er Album „Psychopharmaka“.

“Music And Words” ist eher eine Platte für Kunstfreunde, nicht für die der Musik. Es ließe sich damit das Museum Fridericianum auf der Documenta 14 gut beschallen, es taugt aber weniger zum reinen Hören.