Sky Walking – Sky Walking

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Wenn Lawrence, RVDS und Christian Naujoks gemeinsam ein Album aufnehmen, hat der Hörer vermutlich gewisse Erwartungen: etwas im weiteren Rahmen Clubtaugliches im Stile der Hamburger Labels Smallville und Dial, vielleicht in Verbindung mit Christian Naujoks moderner Herangehensweise an klassische Musik. Was man von Dial-Mitbegründer Peter Kersten, Richard von der Schulenburg und Christian Naujoks wahrscheinlich weniger erwartet, sind der Jazz und die experimentelle Film-Musik, die sie gemeinsam als Sky Walking auf dem gleichnamigen Album präsentieren.

Der zentrale Eindruck, den Sky Walking hinterlässt, ist der, dass hier allein das Interesse an Musik regiert. Das Album verströmt das Bestreben, aus Klängen Rhythmen und Harmonien zu erzeugen, die interessant sind, was immer das umfassen mag. Der Hörer kann den Eindruck gewinnen, hier ginge es darum, spielerisch improvisierend aus bestimmten gegebenen Mitteln klingende Schönheit zu erzeugen. Das Improvisierte lässt einen das Album mit Jazz assoziieren, der Wohlklang, das Experimentelle und das rein Instrumentale geben der Platte den Anschein von Filmmusik (im Stile Luboš Fišers).

Aus dem Interesse am Klang und dem Wissen um das, was wohl, also gut, klingt, schaffen die drei Musiker ein Album, dessen neun Stücke etwas Räumliches, etwas Raumgestaltendes aufweisen. Es mag auf den einen fast wie Ambient wirken, auf den anderen einfach nur minimalistisch-experimentell. Wieder andere mögen hier etwas faszinierend Gestaltwandlerisches und die eigene Umgebung Wandelndes hören.

Über die gesamte Länge der Platte balancieren Kersten, Naujoks und von der Schulenburg auf dem schmalen Grat zwischen sanfter Easy-Listening-Langeweile und reiner experimenteller Klanggestaltung, das heißt, zwischen zwei tiefen Tälern der Unhörbarkeit. Aber auf dem schmalen Rücken zwischen diesen Schluchten produzieren Sky Walking minimalistische Perlen. Aus wenigen klar erkennbaren Elementen entstehen reduzierte und oftmals repetitive Stücke, die nicht unbedingt einen Sog ausüben, die aber doch selbst in ihrer Einfachheit auch auf Dauer faszinieren.