Voices From The Lake – Voices From The Lake

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Das Plätschern eines Bergbaches, der sich langsam in einen Teich ergießt, eröffnet das selbstbetitelte Album von Voices From The Lake aka Donato Dozzy und Neel. Das Projekt verbindet so seinen Namen direkt mit der präsentierten Musik. Die beiden Italiener schaffen hier einen durchgängig sich entwickelnden Mix von ambientem Techno. Dieser ist in seinem ambienten Bestandteil harmonisch ungemein gefallend, der technoide Beatanteil jedoch gelingt zumeist zu monoton, variiert zu wenig und führt so über die ganze Albumlänge durchaus zu Phasen der ermüdeten Langeweile.

Aus dem eröffnenden Plätschern entfaltet sich äußerst langsam eine minimal variierende, mäandernde Klangwelt. Die Intention hinter dieser hypnotischen Musik ist sicherlich, den Hörer ganz und gar in seinen Bann zu ziehen, ihm die Möglichkeit zu geben, sich in der vordergründigen rhythmischen Simplizität zu verlieren, ganz loszulassen. Tatsächlich gelingt dies prinzipiell, allerdings ist insbesondere die Albumeröffnung „Iyo“ so strukturiert, dass der träumerische Selbstverlust leicht in Träumen, im Einschlafen enden mag.

Im weiteren Verlauf der Platte aber, sind es vor allem die melodiöseren, ambienten Elemente der Musik, die den trägen, einschläfernden Charakter der Beats entschärfen können. Die vordergründige Monotonie wird im Hintergrund durch zwar reduzierte aber durchaus spannend variable Arrangements gebrochen, die tatsächlich die Hypnose erfolgreich werden lassen. Spätestens mit „Circe“ nimmt der treibende Sog der Tracks gefangen und überzeugt der fließende Minimalismus der Stücke endgültig.

„Voices From The Lake“ leidet auf die Dauer des Albums ein wenig darunter, dass der präsentierte Ambienttechno in seinem Minimalismus phasenweise doch zu meditativ ist. Das Ätherische der Arrangements weiß zwar durchaus zu überzeugen, auf die Dauer eines Albums aber scheint diese Musik doch nur für sehr wenige spezielle Momente geeignet. Natürlich aber bildet die reduzierte Melancholie dieses Technos einen wertvollen Gegensatz zum Social-Media-, News- und Arbeitsstress des Jahres 2012.