Tom Liwa – Goldrausch

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Der Lieblinssänger aller Ungeliebten ist zurück. Tom Liwa präsentiert mit „Goldrausch“ den Nachfolger zum 2009er „Eine Liebe Ausschließlich“. Während Liwa immer mehr Liedermacher denn Singer und Songwriter war, überträgt er hier faktisch einen anglo-amerikanischen Folk in eine unpeinliche deutsche Volksmusik.

Reduziert mit Gitarre, Ukulele und zarten Streichern singt er Lieder über die Liebe. Liebe umfasst dabei tatsächlich alles, was lieben und geliebt werden kann, oder mit diesen fünf Buchstaben bezeichnet werden mag. Natürlich ist hier Tom Liwa in all seiner Melancholie zu hören, jedoch erklingen sein unverwechselbarer, zärtlicher, auch mit 50 Jahren noch jugendlich naiver Gesang, wie auch sein Gitarren-/Ukulele-Spiel noch einmal verletzlicher und auf die essentiellen Bestandteile beschränkt. Ebenfalls mehr noch als früher sind dabei die Texte introvertiert. Immer wieder sind die puren Gitarrenanschläge oder einfach nur Liwas Stimme zu hören. Selten treten eine Rhythmussektion oder die Streicher wirklich bewusst in den Vordergrund. Ebenso selten erklingt Liwas Musik hier beschwingt. Nicht nur bestimmt das Moll die Stücke, auch die Geschwindigkeit ist zumeist zurückgenommen. So entstehen Lieder voller sanftem Zauber, die sowohl musikalisch als auch textlich komplett anachronistisch wirken, aber gerade deshalb so gefallen.

Die Direktheit der Stücke, die lyrische Natur der Arrangements mag manch einen Hörer peinlich berühren, mag anstrengend wirken. Eigentlich aber lässt sich einmal mehr nur bewundern, mit welch scheinbarer Selbstverständlichkeit Tom Liwa hier nicht unbedingt persönliche, aber doch intime Gedanken in Worte fasst und sie in all ihrer Verletzlichkeit entsprechend vertont.