Shrubbn!! – Echos

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Wenn auf einem Projekt der Name Marco Haas (aka T.Raumschmiere) steht, erwartet man eher direkte, auf die zwölf gehende Tracks, in deren Verlauf nicht wirklich viel aufeinander stehen bleibt. Auch ein Projektname wie Shrubbn!! deutet auf solche Nummern hin. Allerdings passt das, was Shrubbn!! (Haas und Ulli Bomans) auf „Echos“ präsentieren, ganz und gar nicht zu diesen Erwartungen.

Zwar stehen die vierzehn „Echos“ auf einem soliden Fundament aus treibenden Bässen, dem man sich schwer entziehen kann, aber auf dieser Basis errichten die beiden Musiker eben doch eher subtile, tiefe Beatkunstwerke, die in einem Moment dubbig oder ambient erklingen, um im nächsten Augenblick pumpend und direkt die Anlage zu fordern.

Tatsächlich kann sich der Hörer in diesen perfektionistisch arrangierten Experimenten zunächst vollkommen verlieren. Haas und Bomans ziehen mit ihren analog inszenierten Klangwerken vollständig in den Bann. Nichtsdestotrotz fehlt es „Echos“ an etwas. Vielleicht ist es diese Perfektion, in der sich wirklich kein Fehler finden lässt, die auf Dauer doch zu Ermüdungserscheinungen führt. Vielleicht ist es einfach so, dass, so sehr die „Echos“ des Albums faszinieren, die beiden Musiker sich langfristig doch zu sehr auf ambiente Arrangements konzentrieren und es diesen – bei aller technischer Ausgereiftheit – an emotionalen Angriffspunkten mangelt.

Das heißt, dass, während sich in jedem der vierzehn „Echos“ versinken lässt, die klickenden, hallenden, pulsierenden Klangkonstrukte fesseln und sich immer wieder aufs Neue erkunden lassen, es dem Album als Ganzem aber an der nötigen inneren Spannung fehlt, um durchgängig hörbar zu sein. „Echos“ ist ein beeindruckendes Album, das jedoch trotz seiner relativen Kürze am besten in kleinen Häppchen zu genießen ist, aber dann umso intensiver wirkt.

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