Pupkulies & Rebecca – Looking For The Sea

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Vor drei Jahren wurde an dieser Stelle „Burning Boats“ von Pupkulies & Rebecca gelobt und die Schönheit der Verbindung von Electro und Folk hervorgehoben. Auf ihrem neuen Album nun verbleibt der Electro-Anteil in der Musik von Janosch Blaul und seiner Ehefrau Rebecca. Ansonsten hat aber das französische Chanson den Folk abgelöst. Die Schönheit wiederum ist einer kitschig-harmonischen Allgefälligkeit gewichen.

Im Grunde vom ersten Klang des Intros an ertönt „Looking For The Sea“ voller lasziv-süßlicher Melodieseeligkeit. Statt gefangen zu nehmen, löst die Musik der Blauls hier bei all ihrer Harmonie ein Gefühl der Überzuckerung aus. Selbst wenn in „Ici“, „La Vie Est Belle“ oder „You And Me“ der elektronische Beat offensiv die Führung übernimmt und antreibt, verbleibt doch der Eindruck eines weichgespülten, klischee-behafteten Soft-Erotik-Chansons. Das mag für ein oder zwei Stücke nicht einmal schlecht sein, aber auf die Dauer eines Albums fühlt man sich doch gefangen in einem sehr schlechten Film – mit halbwegs brauchbarer Musik. Wenn geschrieben wird, hier ständen Wärme und Freude an der Musik im Zentrum, so wirkt es doch eigentlich wie kitschige Sanftheit und vorgetäuschte Wärme.

So kann man sich denn fragen, was aus „Looking For The Sea“ hätte werden können, wenn Pupkulies & Rebecca sich mehr an einem Stück wie „In My Ear“ orientiert hätten, dessen melancholisch drängende Zärtlichkeit dort anschließt, wo der Vorgänger aufhörte: eben bei stillem, aber umso intensiverem Indiefolkpop, der verziert mit zielstrebigen, elektronischen Beats herzerwärmend, voller Tiefe und Schönheit präsentiert wurde. Tatsächlich findet sich mit „Fullest Moon“ noch ein weiteres, wenn auch nicht ganz so gutes Stück auf „Looking For The Sea“, das in diese Richtung weist. Im Grunde ist es hier so, dass, solange Rebecca auf Französisch singt, die Stücke eine fast ekelhafte Süßlichkeit besitzen, wohingegen die wenigen auf Englisch gesungenen Stücke den Zauber des Vorgängers wiederholen.

Auch wenn „Looking For The Sea“ mit dem grandiosen Lullaby des Titeltracks schließt, lässt sich im Endeffekt wenig Gutes über das Album sagen. Es lässt sich nur hoffen, dass Pupkulies & Rebecca sich für die Zukunft wieder auf ihre wahren Qualitäten besinnen und „Burning Boats“ keine Eintagsfliege war.

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