Prinzhorn Dance School – Clay Class

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Schlagworte und eine Basslinie, das ist im Grunde eine vollständige Beschreibung der Musik von Tobin Prinz und Suzi Horn aka Prinzhorn Dance School. Ab und an gesellt sich eine Gitarrenmelodie hinzu. Im Kern jedoch präsentieren Prinzhorn Dance School auf ihrem zweiten Album „Clay Class“ Post-Punk in seiner minimalst möglichen Form.

Von einem rein technischen Standpunkt gesehen ist „Clay Class“ pure Monotonie. Eine Entwicklung findet de facto nicht statt. Höhen und Tiefen gibt es nicht. Eine dreiviertel Stunde findet minimalistische Wechselwirkung aus Rhythmuslinien und Sprechgesang statt.

Es beeindruckt, wie „Clay Class“ dennoch zu gefallen weiß. Die Akzentuierung des Basses sowie das Duett aus weiblicher und männlicher Stimme vertreiben jedwede Langeweile fast sofort. Die Prinzhorn Dance School versteht sich, eine absolute Essenz an sich schon reduzierter Musik zu großer Kunst zu erheben.

Es ist nicht allein die warme Stimmung der Saiten und die eher unterkühlten Vocals, die individuell und im Zusammenspiel den Reiz ausmachen. In einer proto-tanzbaren Art und Weise hypnotisiert die Monotonie des Flusses der Stücke. Andererseits beeindruckt, wie in diesem Gleichklang eben doch eine ungemeine, vor allem rhythmische, Vielfalt stattfindet. Während das Tempo über zwölf Stücke kaum und in den Stücken eigentlich gar nicht variiert, sorgen die kleinen und effektiven Variationen der Basslinien von Takt zu Takt immer wieder für Überraschung und Interesse. Allerdings gibt es durchaus auch intensiv treibende Tracks wie das eröffnende „Happy In Bites“. Reduziert auf das Minimum aller möglichen Arrangements schaffen Prinz und Horn eine einfache, aber eben vor allem einfach gute Post-Punk-Platte.