Maya Jane Coles – DJ Kicks

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Eine der schönen Eigenschaften von !K7s DJ-Kicks-Reihe ist, dass man sich nicht wirklich sicher sein kann, wer als nächstes die Ehre bekommt, einen Mix zu präsentieren. So überraschte letztes Jahr Gold Panda mit einer Compilation und jetzt durfte ebenso plötzlich – nach Photeks längst überfälligem Beitrag – Maya Jane Coles ihre persönliche Auswahl zum DJ-Kicks-Kosmos beifügen. Coles ist sicherlich eine(r) der umtriebigsten Produzent(inn)en der letzten paar Jahre und somit durfte man gespannt sein, was sie präsentieren würde. In aller Kürze, sie enttäuscht nicht.

Coles‘ Schaffen pendelt zwischen Dubstep und Deep House, und es wundert nicht, dass ihr Mix sich entsprechend dieser Vorlieben entwickelt. Dabei dominiert jedoch ganz klar die Tiefe ihres House-Verständnisses und die Bassmusik des Dubstep findet sich vornehmlich in der zweiten Hälfte der Platte. Teil dieses House-Bildes ist, effektiv all die Peinlichkeiten des Genres zur Seite zu stellen und sich einfach in die Qualität zu versenken. Von Defts eröffnendem „Loqux & Past“ über Bozwells grandioses „In My Cocoon“ und das ebenso bezaubernde wie mitreißende „Never Believed“, von Phil Kieran & White Noise Sound bis hin zu Coles eigenem „Not Listening“, das zwischen Garage-Breaks und House angesiedelt ist, und auch darüber hinaus erklingt hier ein Mix, der selten versucht, ein Spektakel zu sein, aber immer in seinem Bann hält; es ist eine Platte ohne Schwächen. Maya Jane Coles „DJ Kicks“ ist eine Reise durch die Vielfalt des House, eine in jedem Moment harmonisch wohlgefällige Platte, die dennoch genug faszinierende Momente besitzt, um zu begeistern. Zwischen Adam Stacks, Virgo Four und Tripmastaz, Nocturnal Sunshine, Zenker Brothers und Last Magpie oder auch Gerry Read und Marcel Dettmann präsentiert die Produzentin Coles einen Mix, der für jede Lebenslage eine perfekte Begleitung ist. So simpel und einfach die Platte erklingt, so scheinbar unauffällig die Stücke an einem vorbeifließen, so restlos überzeugt ist der Hörer doch am Ende.

Man darf sich fragen, wieso es nach Annie 2005 so lange brauchte, bis wieder eine Frau einen DJ-Kicks-Mix beisteuern durfte, aber im Endeffekt ist es egal. Wichtig ist nur, dass Maya Jane Coles‘ Compilation in all ihrer Einfachheit und ihrem unspektakulären Fluss zu den wirklich guten Ausgaben der Reihe gehört.