Lazer Sword – Memory

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Die Bastardisierung des Electro und die Dominanz des Bass haben in den letzten Jahren im Spannungsfeld zwischen UK-Garage, Techno und HipHop zu nicht wenigen grandiosen Momenten geführt. Andererseits gibt es bei der Vielzahl der Künstler auch eine gehobene Menge an Redundanz. Beides findet sich auf Lazer Swords zweitem Album „Memory“. Während die erste Albumhälfte auf gewisse Weise durchaus auf die Zwölf geht und dabei zudem überzeugt, findet sich nachfolgend manch Ermüdendes, das weniger kreativ daherkommt, als man es sich wünschen würde.

Auf Modeselektors Monkeytown Records erscheinend, verwundert es nicht, dass die von Lazer Sword präsentierte Bassmusik zu gleichen Maßen dem Techno wie dem HipHop verbunden ist. Das führt dann zu Juke-inspirierten Drum’n’House-Nummern wie „Toldyall“ oder hitzig-hektischen Breakbeat-Eskapaden wie in „Missed A Spot“. Housiger Techelectro findet sich wiederum in „Let’s Work It“, zu dem Jimmy Edgar Vocals beisteuert, und „Better From U“ ist vom UK-Garage inspiriert.

So intensiv die erste Hälfte ist, so sehr empfindet man die Tracks doch immer als etwas gebremst. Wenn sich gen Ende des Albums zu dieser impliziten Langsamkeit auch noch Langeweile hinzugesellt, zieht sich „Memory“ arg in die Länge. „Pleasure Zone“, „Sounds Sane“, „Chsen“ und „People“ wirken bei aller Intensität, die vor allem „Chsen“ zwischenzeitlich in den Beats durchaus auszustrahlen vermag, ermüdend und sogar der Zeit hinterher.

Man kann Lazer Sword (aka Antaeus Roy und Bryant Rutledge) nicht wirklich etwas vorwerfen, aber irgendwie klingt hier doch vieles schon einmal gehört. Zwar geben Roy und Rutledge sich alle Mühe, ihr Sounddesign vielseitig und innovativ zu gestalten, aber irgendwie trägt dies nicht auf der Länge des ganzen Albums. Nichtsdestotrotz ist „Memory“, so unspektakulär und so wenig neu es auch sein mag, irgendwie ziemlich gut – zumindest in der ersten Hälfte.