EL_TXEF_A – Slow Dancing In A Burning Room

am

Alben, die einen im ersten Moment auf die falsche Spur führen, sind ein Ärgernis. Andererseits gibt es kaum etwas Nervigeres als Platten, die über ihre Gesamtdauer einen einzigen Sound immer und immer wieder minimal variieren, ohne mehr als ein oder zwei Ideen zu haben. Insofern sollte man sich freuen, dass Aitor Etxebarria auf seinem Debütalbum als El_Txef_A eben tatsächlich auf Vielfalt setzt und seinen auf Live-Samples basierenden House so klischeefrei wie überraschend produziert. Natürlich steht „Slow Dancing In A Burning Room“ in gewisser Weise in der Schuld seiner Vorgänger, aber dennoch erklingt es in seiner sich gemächlich entfaltenden Art doch eigen, nicht zuletzt weil diese Bedächtigkeit eben doch täuscht und die Tracks einen stetigen Groove entwickeln. Erwähnte Vorgänger wären einerseits in der jüngeren Vergangenheit Isolée und Nicolas Jaar, aber auch die Jazz- und Funk-inspirierten Vorfahren in House und Soul.

Die Enttäuschung zu Beginn beruht auf dem Bruch, der zwischen der melancholischen, beatunterstützten Pianoperfektion der Albumeröffnung „A Place To Fall Apart“ und dem nachfolgenden, relativ klassischen Vocalhouse von „Breath“ erfolgt. Allerdings weiß man beim wiederholten Hören um diesen Bruch, erschließt sich schließlich auch in dieser scheinbar klassischen Inszenierung ein ganz den funktionalen Kontext übersteigender musikalischer Einfallsreichtum. Dass die Stücke sowohl vertraut als auch neu klingen, macht den Reiz dieses Debüts aus. Tracks wie „Rise And Fall“ oder „In“ lassen sich sofort erfassen und genießen und doch findet sich auch im wiederholten Hören Überraschendes und Faszinierendes. Die Verwendung von Samples, Beats und im Studio eingespielten Melodiepassagen geben den Tracks einen eigenen Reiz und erweitern den zugrundeliegenden House-Entwurf hin zu Ambient, Kammerpop, Electrosoul und sogar hiphop-affiner Electronica.

Mag „Slow Dancing In A Burning Room“ zunächst unzusammenhängend und zerfasert klingen, so erschließt sich doch schnell die Handschrift des Basken Etxebarria, seine einerseits traditionelle Herangehensweise, der die Tracks vermutlich ihre Wärme verdanken, und seine Kreativität, aus der die spannende Vielfalt der Stücke entspringt. Manch einem mag das Album zu unentschieden zwischen kreativer Neuerung und Tradition hin- und herpendeln, eigentlich aber hält sich am Ende beides in einer gefälligen und interessanten Art und Weise die Waage.