Ich rudere zurück

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Vorwort: Ich glaub es ja nicht. Dieser Blog erhält einen Beitrag über den musikalischen Biber. Allerdings nur, weil es jener meiner Blogs ist, der am wenigsten nicht passt. Also auf.

Ich gebe zu, dass ich zu jenen gehörte, die vergangenen Sonntag aus einem Bauchreflex heraus auf Justin Bieber einschlugen – aufgrund seines Eintrags in das Gästebuch des Anne-Frank-Hauses. Ich denke, die meisten werden ihn gelesen haben. Auch wenn es dabei bleibt, dass der letzte Satz seines Eintrags saudoof ist, so ignoriert der Automatismus der Empörung darüber die eigentlich bemerkenswerte Tatsache. Justin Bieber, ein Teenage-Superstar, besucht das Anne-Frank-Haus. Nicht nur das, er findet es inspirierend. Und, er macht so seine Fans auf Franks Schicksal – und allgemeiner den Holocaust – aufmerksam.

Tatsächlich würde ich sogar noch weiter gehen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, wie sehr folgender Gedanke eine logische Verkrümmung ist.

Natürlich erscheint Biebers Eintrag zunächst egozentrisch. Doch was sagt er eigentlich? Bzw., was sind Beliebers? Im Kern des Begriffs steht weniger das Bieber-Fansein, sondern nur das Fansein an sich. So sagt Bieber im Grunde nur, er hoffe, dass unter glücklicheren Umständen, Frank ein normaler Teenager gewesen wäre, die sich ein Idol gesucht hätte, dem sie hätte folgen können – ob diese nun Bieber, NKOTB, Take That, Beatles, Elvis, Marlene, Gründgens, James Stewart, Greta Garbo oder Ginger Rogers hießen, ist da egal.

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