Jean Wells – Soul On Soul

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Seien es Stax oder Motown oder ein anderes Soul-Label der 1960er Jahre, sie alle rückten nicht erst seit Joss und Amys Erfolgen wieder in den Blickpunkt. Auch die ein oder andere Sängerin jener Zeit wurde wiederentdeckt, und hierzulande hat nicht zuletzt der Baltic Soul-Weekender sich bemüht, die vergessenen Größen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Eine der fast vergessenen Stimmen der 1960er ist Jean Wells. Ihr widmet BBE nun eine Luxus-Rückschau, die nicht nur originale Aufnahmen, sondern auch von John Morales vorsichtig, aber deutlich dem Heute angepasste Nummern enthält.

Jeder Anhänger klassischen Souls wird diesem Album namens „Soul On Soul“ entgegenfiebern und jeder Fan von Joss Stone, Adele, Duffy oder Amy Winehouse sollte die Platte auf seinem Einkaufszettel platzieren. Die Wärme und Intensität von Wells‘ Stimme sowie die Qualität der vertretenen Stücke sind über jeden Zweifel erhaben. Unabhängig davon, ob Wells Gesang von Orgel und Gitarre oder von Streichern und Bläsern begleitet wird, egal, ob in manch einem Moment der Schmalz vielleicht zu weit nach vorne gemischt wurde, ob ein latenter Funk die Stücke durchzieht oder ob Vocals und Arrangement einfach eine kongeniale Verbindung eingehen, man möchte keinen Moment der Platte missen.

Tatsächlich ist „Soul On Soul“ – nicht zuletzt dank seiner stilistischen Vielfalt von Gospel und countryesk angehauchtem Pop über einfach klassischen Soul bis Funk – eine faszinierende Reise in die Vergangenheit. BBE präsentiert tatsächlich einen vollkommen unverbrauchten Blick auf das Genre Soul und das Schaffen einer Künstlerin, die zu Unrecht keine Königin des Phillie-Souls wurde. Die Qualität des versammelten Wells’schen Schaffens macht sprachlos und wer nur einen Hauch Interesse am Soul der 1960er verspürt, kann sich über die Wärme von Jean Wells Stimme, das Begeisternde ihrer Songs und die Platte „Soul On Soul“ freuen.

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