Scuba – DJ Kicks

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Schreibt man von Scuba, schwingt eines immer mit. Paul Rose – so sein bürgerlicher Name – ist der Link zwischen den Bässen Berlins und denen Londons, zwischen Techno und Garage. Entsprechend gestaltet sich auch sein Beitrag zu !K7s DJ-Kicks-Reihe. Für ihn ist an diesem seinem Mix wichtig, dass er ihn lose dem Stil seiner DJ-Sets zum Abschluss der Sub:Stance-Nächte im Berliner Berghain angeglichen hat. Entscheidend dabei sei, dass die Stücke unmerklich langsamer werden und sich so ein ganz eigener Flow im Mix einstellt. Die Ästhetik der Scuba’schen DJ Kicks ähnelt durchaus seiner Sub:Stance-Compilation und Erinnerungen werden zudem geweckt an die diesjährige Rück- und Vorschau-Compilation seines Labels Hotflush.

Bei Kenntnis der beiden erwähnten Compilations erscheint Scubas DJ Kicks unter Umständen ziemlich unspektakulär. Dieser Eindruck kommt nicht nur beim Hören, sondern auch schon beim Blick auf die Liste der vertretenen Künstler auf. Sigha, Surgeon, DBridge, Addison Groove, Peverelist, Dettmann, Badawl oder Sepalcure, das ist zunächst einmal einfach das, was man von Scuba erwartet. So vertraut die präsentierten Klänge auch sein mögen, so erwartet das Wechselspiel ist zwischen gebrochenen und geraden Beats, zwischen treibenden Rhythmen und ambienten Flächen, zwischen pumpenden und atmosphärischen Bässen, so effektiv und gefallend ist der Mix doch gestrickt. Kontinuierlich fließend entfaltet er sich und wird zu einem willkommenen Begleiter, zu einer Erfahrung, die begeistert und entspannt.

Das erste Drittel der CD dominieren minimalistische Klänge und Künstler, die wie Rose im Spannungsfeld zwischen Garage oder Dubstep und Minimal Techno beheimatet sind. In Brailles „Breakup“ halten dann housigere Soulklänge Einzug und der Beat wird erst einmal gerader, wobei die 4/4 von Scuba modifiziert werden. Boddika und Dettmann steht es dann zu, experimentell Elektronischeres beizutragen, bevor eine zwar rhythmisch treibende, aber zudem offenkundiger flächig-atmosphärische Phase einsetzt, deren Schwere und Düsternis im Grunde bis fast zum Ende Bestand hat (selbst wenn Jichael Macksons Gedöns für ein luftigeres Intermezzo sorgt). Scuba selbst mit dem hittigen „Adrenalin“ beschließt den Mix, denn Sepalcures rauschendes „Inside“ ist nur noch ein Outro.

Für nicht wenige ist das Wichtigste an der Musik der Rhythmus, auch Scuba gehört sicherlich dazu. So mag seine DJ Kicks als Hommage an die Rhythmen der Nacht gesehen werden. In ihrem harmonisch-wohlklingenden Fluss ist die CD ein Ohrenschmaus, an dem es kaum etwas auszusetzen gibt. Sonderlich besonders ist sie jedoch nicht, nur ziemlich gut.

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