Planetary Assault Systems – The Messenger

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Luke Slater lässt verlautbaren, sein aktuelles Planetary-Assault-Systems-Album sei dazu gedacht, neue Technoklangwelten zu erkunden. Erstaunlich ist, dass die Platte „The Messenger“ selbst ohne das Wissen um dies Anliegen genau diesen Eindruck macht. Tatsächlich erzeugen Slaters Klangexkursionen eine sofortige Faszination.

Mag das eröffnende „Railer“ auch noch arg meditativ-ambient erscheinen, bannt nachfolgend „Beauty In The Fear“ vollkommen. Zwischen monoton dahingleitender Bassdrum, hektischer Perkussion und scheinbar chaotischen Rhythmusmustern nimmt das Stück – und damit das Album – Fahrt auf, wird der Hörer hypnotisiert und verliert man sich in dieser dubbig-experimentellen Technowelt.

Da es Slater vor allem darum geht, effektive Technotracks mit spannenden, un- oder selten gehörten Mitteln zu schaffen, fehlt es dem Album als ganzem an einem durchgängigen Spannungsbogen. Auch wenn Slater versucht, Übergänge zu präsentieren, ist zum Beispiel der Schritt von „Beauty In The Fear“ zum nervös klickenden „Human Like Us“ nicht zwangsweise harmonisch. In seiner beunruhigenden, hektischen Überreizung besitzt der Track aber ungemein viele interessante Elemente, die erkundet werden wollen. Dies ist es am Ende, was das Album eint: Die Stücke wollen erforscht werden.

Zwei klangliche Mittel stehen im Zentrum der Stücke von Planetary Assault Systems. Die Rhythmen besitzen zumeist ein gewisses hektisch-nervöses Tempo und erzeugen zudem häufig düster industrielle, maschinelle Klangeindrücke. So entsteht zum Beispiel ein monoton pendelnder Track wie „Call From The East“. Digitale Piepsignale aus klassischen Science-Fiction-Welten umschwirren den Hörer dagegen in „Kray Squid“. „Bell Blocker“ wiederum ist ein metallisch stampfendes Ungetüm, dessen klangliche Intensität es zu einem Höhepunkt der Platte macht. Seine Energie wird in „Wriss“ in funktionalere, herkömmlichere Bahnen gelenkt. Das besondere Niveau von „Bell Blocker“ erreicht aber erst das Bassdrum- und Snare-Sperrfeuer in „Rip The Cut“. Beide Stücke führen zu genüsslicher, auditiver Erschöpfung.

Vielleicht hatte Slater Angst vor der eigenen Courage, denn das Album beschließt er mit zwei klarer funktional clubtauglichen Nummern, ohne dabei seinen Plan für das Album aus den Augen zu lassen. Klanglich faszinierend betonen „Cold Bolster“ und „Black Tea“ hier am Ende die Qualität des Albums und lassen tatsächlich ein wenig bedauern, dass „The Messenger“ nach 73 Minuten schon zu Ende ist.

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