New Look – New Look

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New Look sind Sarah Ruba und Adam Pavao. Synthesizer, Drum-Computer und Rubas Gesang bilden die Bestandteile ihrer Stücke. Die Musik ist dabei ein stiller, allumfassender Pop, der sich vor allem auf sanfte Schönheit konzentriert und bei dem die Stimme den Beat ausbremst, sollte dieser sich tatsächlich einmal erdreisten zu beschleunigen.

Der elektronisch angehauchte Synthiepop, der zwischen Roisin Murphy, Little Boots und dutzenden unbekannten weißen Vocalhouse-Künstlern pendelt, zielt in seiner Sanftheit eindeutig auf das Radio. Jede Erwähnung des Wortes Pop muss in diesem Zusammenhang eigentlich P O P geschrieben werden. Die vertraute Schönheit der Stücke ist einfach hübsch, harmlos und unspannend, erscheint gelegentlich sogar seicht.

Sarah Rubas Gesang ist geprägt von einem warmen Wohlklang, dem aber wie den Arrangements, den Melodien und den Harmonien sowohl die Spannungsmomente wie die Alleinstellungsmerkmale fehlen. Adam Pavao wird zitiert, New Look wollten auf alles Überflüssige in ihren Songs verzichten. Leider führt dies aber dazu, dass die Stücke wirklich ohne Aufmerksamkeit zu erregen an einem vorbeigleiten. Selbst wenn Synthesizer und Beat einmal ein klein wenig ungewöhnlich klingen wie zum Beispiel in „A Light“, wird das Arrangement glatt gebügelt und ganz offenbar auf eine harmonische Perfektion gesetzt. Dies könnte zu Ohrwürmern und Hits führen, doch bleibt dieser Effekt aus. Die einzige Eigenschaft der Songs, die im Gedächtnis bleibt, ist, wie schnell sie vergessen wurden. Dies ist auch der Grund, warum die Stücke des selbstbetitelten New-Look-Albums nicht über den Status potentieller Hits hinauskommen. In ihrer melodischen Schönheit fehlt ihnen das gewisse Etwas, um sich auch längerfristig an sie zu erinnern. Zu Beginn versprechen „Nap On The Bow“ oder „Relax You Mind“ ziemlich viel, sind aber im Endeffekt doch nur häufig gehörter elektronischer Pop. Wirklich herausstechen aus dem Album tut eigentlich nur „You And I“ und dies auch nur deshalb, weil hier Sarah Rubas Vocals durch Pavaos Gesang unterstützt werden. Immerhin entsteht so ein spielerisch hüpfender Song der aufhorchen lässt.

So bleibt am Ende nur eine Aussage zu dieser Platte: New Looks Debütalbum ist nett – und langweilig (aber nett). Nicht mehr, aber sicherlich auch nicht weniger.

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