Marc Antona – Rules Of Madness

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Irgendwann ist immer das erste Mal und somit präsentiert auch Marc Antona – nach Veröffentlichungen unter anderem auf Mobilee – dieser Tage sein erstes Album. Unter dem Titel „Rules Of Madness“ findet sich darauf ein durch und durch überzeugendes Album minimaler Electronica und reduzierten Technos.

Von der ersten Minute an faszinieren Antonas Electrowelten in ihrer reduzierten und doch ungemein tiefen Inszenierung. In einem Moment ausgenommen direkt pumpend und im nächsten melodisch und harmonisch mitnehmend durchzieht ein kontinuierlicher Spannungsbogen die ersten knapp 50 Mnuten des Albums. Die rhythmisch akzentuierten Tracks überzeugen einmal pur digital und ein andermal von Fieldrecordings und Vokalsamples untermalt. Minimal, roh und organisch schafft Antona ein außergewöhnliches, ein beeindruckendes, ein großes Album. Die hypnotische Energie der einzelnen Stücke, aber auch der gesamten Inszenierung lassen staunen und begeistern. Vom ersten Moment von „Guru“ bis zur ekstatischen Tanzbarkeit von „Prohibition Circus“ intensivieren sich Stimmung und Direktheit der Tracks kontinuierlich. Erst „Home Rebels“ reduziert diese Spannung. Dies geschieht jedoch nur, um den absoluten Höhepunkt auf „Rules Of Madness“ in seiner funktional tanzbaren wie musikalischen Grandiosität voll wirken zu lassen.

Ganz ohne Kritik geht es nicht, und so muss festgehalten werden, dass Antonas Album teilweise (insbesondere in „All Against The Law“) zu eintönig erscheint und es alles in allem zu viel des Guten ist. Das ändert aber weder etwas daran, dass „Last Taboo“ ein harmonisch perfekt in Szene gesetzter, harmonischer Albumschlusspunkt ist noch daran, dass hier ein ganz eigener Groove und eine ungemeine Kreativität aus allen Stücken sprechen. Vom sanft vibrierenden, träumerisch monotonen Rhythmus des eröffnenden „Guru“ über die mittels Feldaufnahmen erreichte leichte Beschleunigung in „All Against The Law“ – die spielerische Leichtigkeit von „Spring Pack“ bis hin zur treibenden Funktionalität von „Fast Track“ fasziniert, wie Marc Antona aus minimalsten Mitteln ungemein funky groovende Stücke schafft, die in keinem Moment langweilen und immer wieder überraschen. Als Bonus kann gesehen werden, dass Antona es mit „The Hammock Spider Story“ sogar schafft, mittels elektronischer Tanzmusik eine – wenn auch absurde – Geschichte zu erzählen. Am Ende bleibt tatsächlich nur noch festzuhalten, dass Minimal nicht wirklich häufig so perfekt erscheint wie auf „Rules of Madness“.

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