K-S.H.E – Routes Not Roots

Zugegeben, „Routes Not Roots“ ist eigentlich ein Album aus dem Jahr 2006, doch erst jetzt – dank der Franzosen von Skylax – kann ein breites Publikum Terre Thaemlitz (aka DJ Sprinkles) Schaffen als Kami-Sakunobe House Explosion (K-S.H.E) hören. 2006 erschien es auf Thaemlitz‘ Label „Comatose Recordings“ mit von ihm handbemalten Covern. Advertisements

Dillon – This Silence Kills

Irgendwann in den letzten Jahren konnte man für einen Augenblick den Eindruck bekommen, der sichere nächste Hype sei Dominique Dillon de Byington (kurz Dillon). Dann war es still und man vergaß, für welches Genre sie eigentlich als Hoffnungsträgerin galt. War es Indiepop, war es Rave? Ohne weitere Recherche suggerierte die Ankündigung ihres Debütalbums „This Silence…

Active Child – You Are All I See

2011, das Jahr, das Alben von James Blake, Bon Iver, How To Dress Well, Joker, Jamie Woon und Active Child hervorbrachte oder, im Fall von Drake, hervorbringen wird. Natürlich trennt die Herren Blake, Vernon, Krell und Woon ebenso viel wie sie eint. Entsprechend können die Vergleiche der Einleitung im Falle Active Child (bzw. Pat Grossi)…

Julia Holter – Tragedy

Julia Holters erstes Album „Tragedy“ – der Nachfolger soll im März 2012 unter dem Namen „Ekstasis“ erscheinen – ist eine seltsame Angelegenheit. Zwischen artifizieller Klangerkundung und poppiger Harmonie entfaltet sich nicht – wie zu erwarten wäre – eine vor allem technisch interessante Klangwelt, sondern eine Emotionalität, die den Hörer fasst und welche die scheinbar widerstrebenden…

Ketil Bjørnstad, Svante Henryson – Night Song

Ketil Bjørnstads und Svante Henrysons „Night Song“ ist vordergründig (wie manch anderes auf ECM erscheinendes Album) ziemlich langweilig – im Gegensatz zu den nach außen hin „anstrengenden“ Alben auf ECM. Bei genauerer Betrachtung entfalten die Stücke des Pianisten Bjørnstad und des Cellisten Henryson einen tiefen Zauber – wie eigentlich die Regel bei ECM-Veröffentlichungen.

Tigran – A Fable

Der Hang der Universal-Familie, ihre jungen Talente – seien es Pianisten oder Sänger in Klassik oder Jazz – als Posterboys und -mädchen zu inszenieren, muss kritisiert werden. Als jüngste Beispiele mögen die Deutsche Grammophon mit Francesco Tristanos „bachCage“ und Verve mit Tigran Hamsyans „a fable“ stehen.

Jamie Woon – Mirrorwriting

Kann es eine Mitte zwischen Burial und Justin Timberlake geben? Falls ja, wie klänge sie? Subjektiv gesehen ist Jamie Woons Debütalbum „Mirrorwriting“ genau diese Mitte. Zwischen weißem R’n’B und geisterhaften Dubstepkulissen ersteht hier ein poppiges und gleichzeitig ungemein ergreifendes Album. Natürlich gilt hier (wie für vieles der poppigen Ausprägungen britischer Bassmusik), dass die Stücke im…

Demdike Stare – Tryptich

Demdike Stares „Triptych“ sammelt drei 2010er Vinylalben/-EPs plus Bonusmaterial und erhebt sie zu einem dreistündigen Koloss des Dubtechno. Diese Genrebezeichnung dient jedoch nur als – unzureichendes – Hilfsmittel zur Beschreibung der Musik der beiden Briten Sean Canty und Miles Whittaker.

The Haxan Cloak – The Haxan Cloak

Im Zusammenhang mit all den schlaffördernden (hypnagogischen), chillwavigen, behexten oder auch einfach nur dunkel-düsteren, latent gotischen Entwicklungen in der populären Musik der letzten zwei Jahre kam es zu einer erhöhten Produktivität – oder zumindest zu einer erhöhten Aufmerksamkeit – für Projekte, die mittels klassischer Instrumente, insbesondere Streichern, atmosphärisch dichte, in ihrer Klanggewalt erschreckende Songs erzeugten,…

Oneohtrix Point Never – Replica

Man kann Daniel Lopatins neues Album als Oneohtrix Point Never so durchtheoretisiert hören und analytisch kleinteilig rezipieren wie es Spex und taz dieser Tage tun. Am Ende ist aber nur eine Information der Analyse von Belang, nämlich dass Lopatin sich in den Stücken auf „Replica“ vornehmlich an Samples aus längst vergessenen TV-Werbespots bedient. Danach ist…

Jean Wells – Soul On Soul

Seien es Stax oder Motown oder ein anderes Soul-Label der 1960er Jahre, sie alle rückten nicht erst seit Joss und Amys Erfolgen wieder in den Blickpunkt. Auch die ein oder andere Sängerin jener Zeit wurde wiederentdeckt, und hierzulande hat nicht zuletzt der Baltic Soul-Weekender sich bemüht, die vergessenen Größen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Eine…

Tycho – Dive

Glaubt man seinen Zitaten, so muss man das neue Album „Dive“ von Scott Hansens (alias Tycho) als Ausdruck einer futuristischen Nostalgie sehen. Ignoriert man seine Aussagen allerdings, so handelt es sich einfach nur um eine melancholisch-instrumentale Reise ohne Ziel und ohne Ursprung, deren harmonische Schönheit ebenso sehr von ambienter Klangmalerei wie von poppiger Sommererschöpfung zehrt.

The Vaccines – What Did You Expect From The Vaccines

The Vaccines kommen zu spät. Mindestens die „The“-Band Welle der frühen 00er Jahre haben sie verpasst. Oder: Ihr Album „What Did You Expect From The Vaccines“ ist Ausdruck einer sich immer schneller drehenden Revival-Maschine.

Peaking Lights – 936

Ein Paar findet sich, zieht von der kalifornischen Bay Area ins potentiell harschere Wisconsin, gründet eine Band und spielt analogen, latent low-fidelity, explizit psychedelischen Dubpop. Warum der Dubpop von Peaking Lights – das ist das Ehepaar Indra Dunis und Aaron Coyes – im Jahr 2011 nun gerade eine solch ungemeine Faszination ausüben sollte, ist unklar,…

Joker – The Vision

In diesem Jahr, wo Dubstep als Zustandsbeschreibung für alles zwischen Katie B., Jamie Woon, James Blake, Cosmin TRG, Sepalcure und Scuba verwendet wurde, präsentiert nun auch Joker sein erstes echtes Album. „The Vision“ trägt dabei seiner vielfältigen Beschäftigung zwischen Simian Mobile Disco, Roni Size und Basement Jazz Rechnung, gelingt als poppige Vision des UK-Garage zwischen…

Sven Väth In The Mix – Sound Of The Twelfth Season

Sven Väth, zumindest latent megalomaner Hesse und „Babba“ des Frankfurter Cocoon, präsentiert seinen Rückblick auf die zwölfte Saison, wobei die Ibiza-Tauglichkeit im Fokus steht. Natürlich macht die Doppel-CD nichts falsch und bedient nicht nur die Partymeute stimmungssicher, sondern beweist mit Efdemin, Mark E, Aufgang, Steffi und Omar S auch Geschmackssicherheit. Dennoch ist der Mehrwert dieser…

Sepalcure – Sepalcure

Zwar hat Travis Stewart als Machinedrum mit „Rooms“ dieses Jahr bereits ein Album veröffentlicht, aber eigentlich dürften die meisten mehr auf das Debütalbum von Sepalcure, seiner Kooperation mit Praveen Sharam (aka Braille), warten. Denn wo Machinedrum dem Projektnamen alle Ehre macht und eher härtere Beats anschlägt, versuchen sich Sharam und Stewart mit ihrem selbstbetitelten Sepalcure-Debüt…

Marcel Dettmann – Conducted

Von mancher Art Platte gibt es zu viele und vor allem zu viele mittelmäßige. Singer/Songwriter-Alben gehören bei den Gitarren-Genres dazu, und auf der elektronischen Seite finden sich einfach viel zu viele Compilations, Mix-CDs und Remix-Alben, deren Inhalt schnell vergessen wird. So schwierig es jeweils ist, die Perlen ausfindig zu machen, umso mehr freut es, wenn…

Coldplay – Mylo Xyloto

Sind Coldplay die größte Band der Welt? Ziemlich sicher. Werden Coldplay von mehr Menschen verachtet als jede musikalisch ähnliche und annähernd so große Band? Wahrscheinlich ebenfalls. Ist „Mylo Xyloto“ ein weiterer qualitativer Schritt nach unten, wie er auf den letzten beiden Alben erfolgte? Nein.