Various Compiled By Camea – Clinkology

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Bei jeder neuen Mix-CD-Reihe kann man sich fragen: muss das denn jetzt auch noch sein? So natürlich jetzt auch bei Clink Recordings „Clinkology“. Die natürliche Antwort „nein“ wird jedoch dadurch relativiert, dass Labelchefin Camea hier tatsächlich den bisherigen Katalog nutzt, um einen funktionalen und mitreißenden Mix zu präsentieren.

Auch wenn Camea diese Lehre von Clink eher atmosphärisch einläutet, dient dies nur der nötigen Einstimmung, um nachfolgend bei Mark Henning und Alexi Delano gleich beglückt in der treibenden Hypnose des geraden Beats zu versinken. Dies Gleichgewicht aus Atmosphäre und Intensität macht den Reiz an „Clinkology“ auch im Folgenden aus. Dies zeigen beispielhaft die Tracks von Mikael Stavöstrand & Cesare Vs Disorders zur Albummitte – tief und kalt wie das Nordpolarmeer. Tim Xavier & Insideout erhöhen die Intensität des Beats nachfolgend, wobei Camea die Atmosphäre von Stavöstrands Stücken weiterträgt und so eine undurchdringliche, beängstigende Hörerfahrung schafft. Auch wenn sich diese Anspannung nicht vollkommen auflöst, klingen doch spätestens bei Alexi Delanos zweitem Auftreten wieder lichtere Töne an.

Diese leichtere Stimmung erhöht in der zweiten Albumhälfte die ekstatische Wirkung der Stücke. Mark Henning mit „Punch Bowl“ und Camea selbst mit „Flirt Locker“ legen das Fundament dafür, auf dem es jedoch Tim Xavier obliegt, mit gleich vier Tracks eine beglückende Tanzflächenerfahrung fürs Wohnzimmer zu schaffen. So bleibt am Ende von „Clinkology“ zuvorderst festzuhalten, dass Tim Xavier ein ungemeines Talent für pumpend funktionale Techno-Tracks hat. Des Weiteren aber hat Camea auch das Kunststück vollbracht, einen komplett überzeugenden Mix psychoaktiver, elektronischer Tanzmusik vorzulegen, der in keiner Sekunde langweilt oder anstrengt, sondern einfach nur die Begeisterung der Tanzfläche nach Hause bringt.

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