Com Truise – Galactic Melt

am

Seth Haley und seine Alias Com Truise sind eines der neuesten Mitglieder der großen Ghostly-International-Familie. Truise aka Haley präsentiert auf seinem Album „Galactic Melt“ eine psychedelische 1980er-Jahre-Science-Fiction-Klanglandschaft zwischen Daft Punk und M83, zwischen Harmonic 313 und Chillwave, die vollkommen aus der Zeit gefallen scheint und in ihrer durchdachten Komplexität doch nur im Hier und Jetzt entstanden sein kann. Zudem begeistert sie.

Discoider Electrofunk, britische Bassmusik und ganz viel Popappeal vereinen sich hier zu einer vordergründig einfach wohlgefälligen und hintergründig ungemein spannenden Platte. So unaufregend es zunächst erscheint, so sehr eignet sich der elektronische Space-Funk auf „Galactic Melt“ tatsächlich, darin zu versinken, komplett verloren zu gehen. Stolpernd und abgehackt und doch ungemein melodiös und harmonisch nehmen die Stücke gefangen. Maschinenbeats und Synthesizerlinien umspinnen sich und den Hörer in immer neuen Variationen, steigen auf und ab, verwirbeln sich in galaktischen Spiralnebeln und gestalten sich unergründlich wie die tiefsten Tiefen des Universums.

Im Grunde fällt es schwer, Höhepunkte des Albums zu definieren – so gleichbleibend hoch ist das Niveau –, doch sticht „Flightwave“ noch einmal heraus aus der Perfektion der intendierten Klangwelt. Im Weiteren blubbert „Glawio“ eher verschroben vor sich hin, während „Ether Drift“ eine ekstatische, wohlklingende und erhebende Hymne ist. Das abschließende „Futureworld“ wiederum taugt zum kopfnickenden und doch zutiefst atmosphärischen wie aber zugleich tanzbaren Clubhit.

„Galactic Melt“ ruft subtil kollektive popkulturelle Erinnerungen an Science-Fiction hervor und versetzt zudem mit seiner Beatstruktur in Bewegung. Diese beiden Mittel sind es vor allem, die am Album so begeistern. Besonders „Hyperlips“ nimmt bekannte Soundeffekte und Klangassoziationen aus Film und Serie auf und verbindet sie mit 30 Jahren Sci-Fi-inspirierter Popmusik.

Advertisements