Deadbeat – Drawn & Quartered

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Es flirrt und flimmert in den ersten zwei Minuten auf Scott Monteiths Album „Drawn & Quartered“, das der inzwischen in Berlin wohnende Kanadier unter seinem Moniker Deadbeat und auf seinem neuen Label BLKRTZ veröffentlicht. Vier Viertel und ein zusätzliches Plateau-Quartier lang präsentiert er uns hier gerädert und gevierteilt seine Vision von Dub, Dubtronica und Dub-Techno.

Eingerahmt von einer träumerisch monotonen, elektronischen Interpretation von Dubreggae („First Quarter“) und einer hypnotischen, körperbewegenden, Slow-fi-Vision („Plateau Quarter“), die Step-Rhythmen und Reggae zusammenbringt – aber eben nicht Dubstep ist –, entwirft Deadbeat eine gefangennehmende, ambiente Traumlandschaft, die ebenso oft beängstigt, wie sie erhebend wirkt. Die fünf epischen Tracks auf „Drawn & Quartered“ nehmen sich alle eine geraume Zeit, sich zu entfalten. Sei es das technoid treibende „Second Quarter“, das den Hörer in eine Endlosschleife, eine nicht enden wollende nächtliche Autofahrt über leere Straßen verwickelt, aus der erst das Morgengrauen befreit, oder sei es die knisternde, verrauschte Schönheit von „Third Quarter“, aus der sich langsam ein gesamtes Filmset zu erheben scheint, die Monotonie der Deadbeat’schen Klangkonstrukte verfällt nie in Langeweile, sondern schwankt zwischen fesselnder Spannung und entspanntem Wohlklang. So führt Deadbeat den Hörer vom sanften, durchaus verstrahlten Dub über bedrohlich-filmische Inszenierungen hin zu einem housigen Tanzflächen-Dub des „Fourth Quarter“, der einfach nur Wohlgefühl auslöst.

Die knappe Stunde „Drawn & Quartered“ ist eine entspannte, faszinierende Reise, in der sich zu verlieren leicht fällt. Das Album funktioniert ebenso gut als unauffällige Begleitung, wie es sich lohnt, seine Schichten und seine langsamen Variationen und Entwicklungen aufmerksam zu erkunden. Monteith gelingt so als Deadbeat eine vielseitige und intensive Platte, die in ihrer ruhigen Intensität begeistert.

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