Eddie Roberts & The Fire Eaters – Burn!

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Selten nahm ein Album seinen Titel von Anfang an so wörtlich wie Eddie Roberts & The Fire Eaters „Burn!“. Man beachte das Ausrufezeichen. Die spontane Entzündung des Hörers, die in den ersten Takten von „Gutterball“ stattfindet, entwickelt sich zum Flächenbrand. Roberts, Javi Gomez, Santi Martin, sowie Organist Taz Modi und Flötist Chip Wickham entfachen auf „Burn!“ ein Feuerwerk aus Funk, Surf, Soul und Jazz, das nicht zwangsweise neu ist, aber grandios, das als instrumentaler Funk-Jazz eingespielt ist und aber so natürlich auch auf die Tanzflächen der Mojo-Clubs der Welt passt.

Nach der erschöpfenden, nervenaufreibenden und übermäßig intensiven Ekstase des „Gutterball“ zu Beginn kommt die Interpretation des klassischen „Lope Song“ als Erholung. Zudem verdeutlicht der warme Funk des Tracks, wie sehr es sich lohnt, sich in diesem „brennenden“ Album häuslich einzurichten. Am Ende sind es vor allem die – im Popkontext Coverversionen genannten – Interpretationen von Klassikern der Genres, die dieses Album zu einem solchen Genuss machen. Sie erlauben zudem aber den Musikern, ihre Fähigkeiten voll zu entfalten. Besagten „Lope Song“ oder auch „Latona“ betrachtend, verzaubert die Virtuosität der präsentierten Orgel-, Gitarren- und Flötensoli. Wer empfänglich ist, mag sich von der Musik in der Zeit zurück versetzt fühlen, aber tatsächlich hat die rhythmische Ästhetik dieser Soulhits, dieses Funks, dieser Acid-Jazz-Tracks kein bisschen ihrer Faszination verloren. Es handelt sich um wahrhaft zeitlose Musik, die in den Händen der Virtuosen Fire Eaters noch einmal ganz besonders erblüht. Seien es „Lonely For You Baby“, „Workout“ oder „Biskit“, die Stücke begeistern klassisch und doch ganz frisch. Die vertretenen Eigenkompositionen Roberts‘ und Wickhams stehen dem jedoch in nichts nach. Neben „Gutterball“ überzeugt besonders „The Skunk“ in der Interaktion der Musiker und der Intensität des Arrangements. Aber auch eine swingende Miniatur wie „Booga Lou“ sollte erwähnt werden.

„Burn!“ lebt von den Fähigkeiten der Musiker. Sowohl Roberts Gitarre als auch Modis Orgel beeindrucken. Am Ende sind aber auch sie vor allem Teil des Betts für die besten Momente des Albums, die – zum Beispiel in „Latona“, „I Believe In Miracles“ oder „Take Some Time For Yourself&ldquo ;– Chip Wickhams Flöte zu verdanken sind. Der Zauber dieser Flöte ist es, der aus den positiv anachronistischen Interpretationen, aus diesem einfach guten Album, einen faszinierenden Hörgenuss macht und schafft.

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