The Phoenix Foundation – Buffalo

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Ein Geheimtipp sollen sie sein, die Neuseeländer von The Phoenix Foundation, und das Album „Buffalo“ soll diesen Status nun ändern. In seiner leicht verschlierten Harmonie, der ambient rhythmisch akzentuierten, poppigen Schönheit könnte das durchaus gelingen.

The Phoenix Foundation machen dabei nicht vieles neu, aber umso mehr gut. So ist der Titeltrack ein Stück voller vielstimmiger Folkpop-Schönheit, wie es in den letzten fünf Jahren immer wieder und auch immer wieder in dieser Qualität zu hören war. Gleiches gilt für „Pot“. „Flock Of Hearts“ – und noch viel mehr „Orange & Mango“ – verdanken viel den großen Down-Under-Heroen von The Go-Betweens. Dies gilt sowohl für das Songwriting wie für die heraufbeschworene Stimmung. Überraschende Akzente werden in „Flock Of Hearts“ von Glockenspiel und E-Gitarre gesetzt.

Diese durchaus nicht eintönige, sondern vielfältige Folkpop-Atmosphäre ergänzen „The Phoenix Foundation“ durch weitere Zitate der Popgeschichte. Einerseits verzieren sie zum Beispiel „Bailey’s Bach“ mit einer gewissen, an Jarvis Cocker und Pulp erinnernden Atmosphäre, andererseits scheint immer mal wieder eine Liebe für die späten Siebziger Jahre des 20ten Jahrhunderts durch – wobei natürlich beides (Pulp und Bowie, Suede und Roxie Music) gut zusammen passt. Dieser Bezug offenbart sich im eröffnenden „Eventually“, besonders aber „Bitte, Bitte“ erinnert an Roxy Music oder Bowie.

Zwischen Original-Kunsthochschul-Pop und Folkpop besteht ein Großteil des Reizes von „Buffalo“ darin, wie offensichtlich The Phoenix Foundation diese ihre Bezüge zeigen. So gelingt ein stilles und unspektakulär gefallendes Album, das keinen intensiven Spannungsbogen besitzt, dessen dieses jedoch auch nicht bedarf. Die Band überzeugt durch ihr Gespür für Melodien und für den einfachen und unauffälligen, effektiven Einsatz ihrer Instrumente. Ohne großen Aufwand vermögen die sechs Neuseeländer zu fesseln und zu erfreuen. Da schadet es auch nichts, wenn das Schlagzeug im Titelstück in keinster Weise nach dem klingt, was die Band ihm zuschreibt. The Phoenix Foundation brauchen keine Stampede um zu gefallen. Sie brauchen keine aufwändige Produktion und keine übertriebenen Effekte. Ihre Songs sprechen einfach für sich.

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