Gatto Fritto – Gatto Fritto

Wenn man Gatto Fritto und seinem selbstbetitelten Debüt-Album etwas vorwerfen kann, dann, dass sein raumgreifender Disco-Kraut-Electro sich in manchen Momenten ein wenig dem Muckertum zuzuwenden scheint. Ab davon allerdings ist „Gatto Fritto“ in jederlei Hinsicht ein Gewinn.

Der Künstler treibt den Hörer in seinen Tracks durch poppig anmutige Szenarios, die – nicht nur im Remix – ebenso auf der Tanzfläche funktionieren wie im Planetarium. Gleich das eröffnende „The Curse“ setzt die Stimmung. Sphärisch flimmernd ummanteln Synthesizer und Vocals den gleichmäßig voranschreitenden Beat, der zudem immer wieder durch Tom-Läufe durchbrochen wird. Voller Wohlklang versetzt das Stück sowohl in ferne Zeiten als auch in fremde Galaxien. Die Atmosphäre wird intensiviert im bedrohlichen – bereits als Vorab-Download – „Hex“ und erreicht ihren Höhepunkt in „Grinding Of The Brakes“. „My Etheric Body“ wiederum erinnert in seinem Gegeneinander von rhythmisch akzentuierten Vocals und tropisch polyphonen Rhythmen an Matias Aguayos „Ay Ay Ay“. Alle Eigenschaften des Albums fasst der Elfminüter „Invisible College“ zusammen. Nicht nur hier zeigt sich die Klasse, mit der Gatto Fritto die Mittel von Krautrock, Electro, Disco und Filmmusik nutzt, um opulente Klanggemälde zu schaffen.

Es bekäme dem Album vermutlich nicht, wenn alle Stücke die gleiche Energie verströmen würden wie „Grinding Of The Brakes“, aber Gatto Fritto nutzt die Möglichkeit, sich und uns zu bremsen. „Solar Flares Burn For You“ nimmt mittels träge flirrender Synthesizer das Tempo heraus und auch das abschließende „Beachy Head“ – obwohl schnell getaktet – ist bestimmt von seinen langsamen Synthesizerflächen. Wenn auch notwendig, sind dies doch die schwächeren Momente des Albums. Ebenfalls eher gebremst – aber in keiner Weise kraftlos – erklingt „Lucifer Morning Star“ als flimmernde Popnummer inklusive synthetisch verändertem, bedrogtem Engelsgesang. Gatto Frittos filmische Kraut-Electro-Klanggemälde prägen eine außergewöhnliche Musikalität, ein beeindruckendes Einfallsreichtum und eine nahezu perfekte Inszenierung. Kurz gesagt: „Gatto Fritto“ begeistert.

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