Bullion – You Drive Me Plastic

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Kein Album, aber doch so vielfältig wie man sich manch eine LP wünschen würde, das ist Bullions „You Drive Me To Plastic“ Non-LP. Bereits letztes Jahr als einseitig geätzte Vinyl erschienen, wird die Platte nun auch für Nicht-Vinyl-Afficinados zugänglich gemacht.

Nachdem im Intro erst einmal klar gemacht wird, welche musikalischen Türen nicht besucht werden wollen – Daft Punk, Punjabi-Pop oder cheesy Folk zum Beispiel – legt Bullion in „Slight Jig In The Sky“ das Fundament für diese irgendwo zwischen Grandmaster Flash, J Dilla und DJ Shadow angesiedelten Beat- und Sample-Eskapaden. Selbst wenn die Stücke durchaus reguläre Tracklängen erreichen, handelt es sich doch um kaum mehr als ausgefeilte Miniaturen, in denen eine Idee die andere jagt. Was bei anderen Künstlern (ein Beispiel ist Noisy Pig) einfach nur nerven kann, gelingt hier als kurzweilige Reise. Allein schon „Magic Was Ruler“ ist eine ständig variierende Nummer voller Spannung, die nichtsdestotrotz eher zurückgelehnt erscheint. Bei „Lol Express“ wiederum geht das Augenzwinkern mit Bullion durch, ohne aber anzustrengen. „Too Right“ wiederum stampft stolpernd und voller Funk voran. Der vollständigste Track auf „You Drive Me To Plastic“ mag „Pressure To Dance“ sein, dessen entspannter Funk sich nicht festlegt, in welchem der letzten vier Jahrzehnte er beheimatet sein will.

Es ist erstaunlich, wie diese Sample-Sammlung, die offensichtlich an Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom leidet, zu gefallen weiß, trotz ihrer dauernden Verzweigungen nicht anstrengt und trotz ihrer Kürze von 20 Minuten lohnt. Bullion gelingt tatsächlich ein ungemein interessantes, wenn auch nicht zwangsweise zum durchgängigen Hören gemachtes Mini-Album.

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