Piemont – Sand Hills

Nachdem „Strange World Beyond“ 2009 ein hier zu Unrecht übersehenes Album war, veröffentlichen Piemont nun den Nachfolger namens „Sand Hills“ auf ihrem eigenen Label Suchtreflex. Darauf perfektionieren Frederic Möring-Sack und Christian de Jonquieres ihren ganz eigenen Technosound, in dem der Beat im Vier-Viertel-Takt nur marginal variiert, uns um ihn herum aber eine kreativ wie musikalisch…

Gatto Fritto – Gatto Fritto

Wenn man Gatto Fritto und seinem selbstbetitelten Debüt-Album etwas vorwerfen kann, dann, dass sein raumgreifender Disco-Kraut-Electro sich in manchen Momenten ein wenig dem Muckertum zuzuwenden scheint. Ab davon allerdings ist „Gatto Fritto“ in jederlei Hinsicht ein Gewinn.

Skeleton$ – People

Ist jedes Album von Matt Mehlans Projekt – oder der um ihn gesammelten Band – Skeletons ein kaum in Worte zu fassendes Kunstwerk? Jazz in Indie in Pop zu verwandeln, diese Aufgabe stellen sich viele Künstler, aber wenige (keine) tun dies so offensiv, so vollendet, wie es die Skeletons auch auf ihrem neuesten Album „People“…

Julianna Barwick – The Magic Place

Stimme, Loops, verschlierte Harmonien, perkussiv eingesetzte Instrumente, die den klingenden Mantel der Stücke durchdringen und ein flüchtiger, ätherischer Gesang, das sind die Bestandteile von Julianna Barwicks Album „The Magic Place“. Erstaunlicherweise ist hiermit im Grunde alles gesagt über Barwicks ambiente Musik. Die Mehrzahl der Tracks auf „The Magic Place“ lässt sich in genau diesem einen…

Adele – 21

Es bleibt dabei, Adele wirkt auch mit ihrem zweiten Album „21“ eher seltsam im Kontext der anderen Künstler auf XL Recordings. Ebenfalls nicht geändert – sondern eher noch verstärkt – hat sich der latent anachronistische, der Retro-Charakter ihrer Musik. Einerseits weist zwar die Vorabsingle „Rolling In The Deep“ gewisse Ähnlichkeiten zu Florence & The Machine…

Isolée – Well Spent Youth

Über den Dingen scheint Rajko Müller aka Isolée auf seinem neuen Album zu stehen. Ziemlich entrückt von allen Standards, die er oder seine Hörer anlegen könnten, präsentiert er „Well Spent Youth“, das passenderweise die erste Albumveröffentlichung auf DJ Kozes Label Pampa Records ist.

Various – Bossa Nova And The Rise Of Brazilian Music In The 1960s

„Schuld war nur der Bossa Nova“ verkündete ein deutscher Schlager in den späten 1960ern und auch Ende des 20ten Jahrhunderts ließ sich diese Formulierung auf die Dancefloorjazz-Welle anwenden, nicht zuletzt war eine der populärsten Compilations der Zeit die „Brazilectro“-Reihe. Zehn bis fünfzehn Jahre später ist die Welle weitgehend abgeflaut und der Bossa wurde eigentlich nur…

Various Artists – Werkschau

Inzwischen kann eines von Berlins – Deutschlands – besten Labels auf eine Geschichte von zwölf Jahren zurückblicken. Genau dies tut BPitch Control – und Frontfrau Ellen Allien – nun mit einer „Werkschau“. Unzweifelhaft hat BPitch Control viel zum Ruf des Musikstandorts Berlin beigetragen. Ellen Alliens eigene Veröffentlichungen, Sascha Funke, Paul Kalkbrenner, We Love, Telefon Tel…

The Go! Team – Rolling Blackouts

Zwei musikalische Kollektive veröffentlichen dieser Tage neue Alben – einerseits Hercules & Love Affair und andererseits The Go! Team um Ian Parton. Bei letzteren versteckte sich unter der latent kakophonischen Schichtung von Samples und Instrumenten schon immer eine ungemeine Poppigkeit, die aus Thriller- und Soundtrackjazz-Elementen und kitschigem Pop zehrte. Das chaotisch Geniale der Arrangements vermochte…

The Phoenix Foundation – Buffalo

Ein Geheimtipp sollen sie sein, die Neuseeländer von The Phoenix Foundation, und das Album „Buffalo“ soll diesen Status nun ändern. In seiner leicht verschlierten Harmonie, der ambient rhythmisch akzentuierten, poppigen Schönheit könnte das durchaus gelingen.

Faust – Something Dirty

Vierzig Jahre Faust. Letztes Jahr brachte die süddeutsche Hälfte ein Album heraus, 2011 greift die norddeutsche Hälfte um Jean-Hervé Peron und Zappi Diermaier wieder ins Geschehen ein. Bereits der Einstieg verspricht einigermaßen viel. Rau und offensiv stampfend führt „Tell The Bitch To Go Home“ in das Album ein. Die Aggressivität verdanken Faust sicher nicht zuletzt…

Agoria – Impermanence

Ein Gemischtwarenladen namens „Impermanence”, das ist Sébastian Devauds neues Album als Agoria. Der Mitbegründer des InFiné-Labels vereint akustischen Pop mit bouncendem Techno und dub-inspiriertem House. Das Erstaunliche ist, es funktioniert. Wenn ein reduziert blubbernder Electro-Soul – das von Seth Troxler gesungene „Soulless Dreamer“ – auf eine akustische Klavierballade folgt – die von Kid A vorgetragene…

Chaim – Alive

Die musikalische Offenheit, die das veröffentlichende Label BPitch Control ausmacht, verströmt auch Chaims Debüt-Album „Alive“. Zwar konzentriert sich der Israeli Chaim Avital eindeutig auf die vokal-verfeinerte Variante eines clubtauglichen House-Klangs, aber nutzt gleichzeitig die Weite der Möglichkeiten dieses Konzepts aus.

Bibio – Mind Bokeh

Wenn ambiente Momente auf tanzbaren Indie-Pop treffen, wenn progressive Beatkonstrukte sich mit der Wärme des Soul vereinen, wenn die Tiefe des Dubstep als zusätzliche Zutat in einem reinen Popsong auftaucht, dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit Stephen Wilkinson unter seinem Künstlernamen Bibio am Werk. Absurde Samples, zerbrochene Beats und fehlerhafte Electronica-Entwürfe ummanteln Popsongs, die irgendwo zwischen…

Various – Back And 4th

Die Entwicklung von Dubstep in den letzten Jahren war vielleicht nicht immer so spektakulär, wie man es hätte erhoffen können, dennoch lieferte das Genre einige der begeisterndsten musikalischen Reize. Immer in der ersten Reihe stand Paul Roses (aka Scuba) Label Hotflush. Nicht zuletzt Scuba selbst trug zur vielfältigen Evolution des Genres bei, insbesondere dessen Verknüpfung…

Mobylettes – Immer Schlimmer

Bands lösen sich auf, Bands schließen sich wieder zusammen, Künstler machen Winterschlaf, wachen auf und tun einfach das, was sie am besten können. Während die Guano Apes gerade wieder genau so schlecht sind, wie vor zehn Jahren, überzeugt die Frühlingsmusik der Mobylettes auch nach einer Dekade Winterruhe in ihrer unaufgeregten Schönheit, ihrer beglückenden Melancholie.

Richard Dorfmeister – Private Collection

Es ist grob vereinfachend und erscheint genau deshalb zutreffend, wenn man schreibt, das oder zumindest ein Zentrum des Dancefloor-Jazz – und all seiner Seitentriebe – sei Ende der 1990er Jahre Wien gewesen. Auch wenn Kruder & Dorfmeister mit anderem berühmt wurden, steht und stand ihr Label G-Stoned mittendrin in der entspannten Version der Tanzflächenerfahrung. Wo…

40 Winks – It’s the Trip

In einer Zeit, in der HipHop hierzulande vornehmlich zwischen den Polen Kanye West und Flo Rida wahrgenommen wird, mit einigen wenigen Resten einer Berliner Aggro-Ästhetik, lässt sich leicht vergessen, dass die Vielfalt der zugrundeliegenden Kultur durchaus das letzte Jahrzehnt überlebt hat. Andererseits lässt sich natürlich eine Platte instrumentalen HipHops, die auf einer Meisterschaft der Sampletechnik…

Bullion – You Drive Me Plastic

Kein Album, aber doch so vielfältig wie man sich manch eine LP wünschen würde, das ist Bullions „You Drive Me To Plastic“ Non-LP. Bereits letztes Jahr als einseitig geätzte Vinyl erschienen, wird die Platte nun auch für Nicht-Vinyl-Afficinados zugänglich gemacht.

Robot Koch And John Robinson – Robot Robinson

Kaum vier Monate im Jahr 2011 angekommen, liegt schon das zweite von Robot Koch produzierte Album auf dem Tisch. Nach seiner Produktion für Graciella Maria präsentieren John Robinson und er ihr „Robot Robinson“-Album. Vielleicht ist es dieser sich andeutende Overkill, vielleicht reizt Robert Koch langfristig tatsächlich das Grundrezept seiner Produktionsarbeit zu sehr aus, in jedem…