Nicolas Jaar – Space Is Only Noise

Die Kinder des digitalen Zeitalters erobern auch die Musik. Wo die ab 1980 Geborenen mit einer für die Eltern-Generation kaum vorstellbaren Selbstverständlichkeit Textverarbeitung beherrschten und die Spät-1980er in jungen Jahren schon gecrackte Grafikprogramme austesteten, war für die heute knapp oder noch nicht Zwanzigjährigen vermutlich die (potentiell illegal erworbene) Musiksoftware die neue Gitarre. Während also vor…

Asobi Seksu – Fluorescence

Auch auf die Gefahr hin, einmal mehr der Bibel zu widersprechen – also Pitchfork –, ist es erstaunlich, wie Asobi Seksu es auch auf ihrem vierten Album „Fluorescence“ erneut schaffen, die eigene Latte höher zu legen. Wo auf dem Vorgänger ihre Mischung aus 60er-Jahre-Pop und Shoegaze vor allem in eine wunderschön süßliche, episch elegische Richtung…

Family Of The Year – Our Songbook

Waren die 00er Jahre des 21. Jahrhunderts das Jahrzehnt des Folk? Ignoriert man unter einer solchen Prämisse zu viele andere Entwicklungen der letzten 11 Jahre? Selbst wenn man vieles ausblenden sollte in einer solchen Annahme, befreite das Jahrzehnt den Folk in Indie- und Alternative-Kreisen doch von der ihm zuvor vielfach innewohnenden Bindung an den (Folk)punk….

M. Walking On The Water – Flowers Of The Departed

Wo Folk heute implizit zumeist eine Orientierung am Amerika der 1960er und 1970er Jahre innewohnt, stand der Folk in den 1980er und 1990er Jahren häufig in einer engen Verbindung zu Punk. Häufig offenkundige Düsternis zeigte zudem die Nähe zur poppigen Variante des Wave auf. Eine der deutschen Größen dieses Indie-Folk mit Hang zu gesunder Melancholie…

Various – I’m Single Records 1-13

Khan, seine Band Khan of Finland und sein Label I’m Single finden eher unter dem Radar statt. Umtriebig wie selten ein anderes, aber dennoch außerhalb der ganz großen Aufmerksamkeit, so ließe sich vor allem die Performance des Labels beschreiben. Die glückliche dreizehnte Veröffentlichung wird nun zur Rückschau auf zwei abgeschlossene Jahre Geschichte genutzt.

Graciela Maria – Many Places

Wie einfach es gehen kann… eine Mexikanerin trifft einen Berliner Produzenten in New York; zwei Jahre später veröffentlicht sie ein Album, das von ihm produziert wurde. Graciela Maria – eher bekannt vielleicht unter dem Namen Grace, unter dem sie auf einigen Tracks von Robot Koch auftrat – liefert mit ihrem Album „Many Places“ ein vordergründig…

Siriusmo – Mosaik

Subjektiv war Moritz Friedrichs Beitrag „Das Geheimnis“ zu Modeselektors „Modeselection Vol. 01“ einer der schwächsten Tracks auf der Compilation. Daran ändert auch einiger Abstand zur Veröffentlichung nichts. Allerdings muss im Hier und Jetzt und mit Siriusmos Artist-Album-Debüt in den Händen und Ohren zugestanden werden, dass dieses „Geheimnis“ offenbar nicht zu seinen Glanzstücken gehörte. Ein Jahrzehnt…

Twilight Singers // Dynamite Steps

Greg Dulli bleibt sich treu. Von Sekunde sieben des neuen Albums der Twilight Singers an, das heißt, mit dem Erklingen des ersten Piano-Intervalls auf „Dynamite Steps“, umhüllt den Hörer die für den ehemaligen Chef der Afghan Whigs typische Atmosphäre. Tatsächlich heißt dies natürlich auch, die Klangwelten des Greg Dulli ähneln sich immer wieder. „Dynamite Steps“,…

Seefeel – Seefeel

Rückkopplungen, Klangwände, sich langsam entfaltende musikalische Konstrukte und subtil versteckte Melodien – Mittel, die vom Krautrock der 1970er Jahre über Warp’sche Bleep-and-Clonk-Künstler der 1990er bis zum Neoshoegaze oder Neodreampop der ausgehenden „Naughties“ dieses Jahrhunderts bei vielen Musikern Anklang fanden. Eine der Bands, die heute wie auch vor knapp zwanzig Jahren genau dieses Spektrum nutzen und…

Anna Calvi – Anna Calvi

Ein Album zwischen Barockpop und dem Bombast, der nötig wäre, einen Psychothriller im wilden Westen stattfinden zu lassen, das ist Anna Calvis selbstbetiteltes Albumdebüt. Süß und verletztlich, vielleicht auch leicht schmollend, mag der Gesang gelegentlich hier daherkommen, doch unter ihm brodelt das gefährliche, düstere Unbekannte. Es mag ruhig und unscheinbar sein, aber jeden Moment kann…

Tu Fawning – Hearts On Hold

Es ist wagemutig, am Beginn eines Jahres zu prognostizieren, welche Klänge die kommenden zwölf Monate prägen werden. Jedoch lässt sich, mit der Hoffnung auf ein reguläres Forest-Swords-Album im Sommer und der in diesen ersten Tagen des Jahres 2011 erscheinenden Platte „Hearts On Hold“ des Quartetts Tu Fawning, vermuten, bewegender, verschrobener, durchaus artifizieller Independent-Rock mit einem…

Shugo Tokumaru – Port Entropy

Fallen wir mit der Tür ins Haus: Shugo Tokumarus „Port Entropy“ pendelt etwas ärgerlich zwischen Genialität und Mittelmaß. Sein fröhlich-einfacher Folkpop verströmt auf weiten Strecken eine Leichtigkeit des Seins. Die Vielfalt der Stücke, das dauernde Wechselspiel der Elemente von Gitarre bis Flöte, von Kinderchor bis Xylophon und Klavier geben einem das Gefühl, über dem und…