Feist – Metals

„1,2,3,4“ zählte sich Leslie Feist in die Herzen von Kindergartenkindern, Hipstern und eigentlich jedem. Vier Jahre nach dem zugehörigen Album „The Reminder“ erscheint der Nachfolger „Metals“. Vom kanadischen Dreigestirn Mocky, Gonzales und eben Feist an der kalifornischen Pazifikküste geschrieben bleibt alles beim Alten und ist doch vieles anders. Advertisements

Gil Scott-Heron & Jamie XX – We’re New Here

Enttäuschung ist ein schlechter Ratgeber, ein schlechter Ausgangspunkt für das Schreiben einer Rezension, aber es muss wohl vorweg genommen werden, dass Unzufriedenheit die prinzipielle Regung ist, die einen durchströmt im Hören der Remix-Behandlung, die Jamie XX Gil Scott-Herons 2010er Album „I’m New Here“ zuteilt. Das Grandiose, welches das Original in Teilen durchzog und das zudem…

Gold Panda – DJ Kicks

Ein metallisches Klingeln empfängt den Hörer in der neuesten Ausgabe von !K7s DJ-Kicks-Serie. Die Triangelklänge sind Teil von Gold Pandas „An Iceberg Hurled Northward Through Clouds“, dessen fein ziselierter Electro diese eben von Derwin Panda zusammengestellte DJ Kicks eröffnet. Das Feine, Zarte und Gefühlvolle des Tracks, dessen Beat dennoch immer wieder stolpert, ist durchaus typisch…

Amon Tobin – Isam

Nach seinem letzten Album, dem Meisterwerk „Foley Room“, präsentiert Amon Tobin nun „ISAM“. Als wäre die Last des Vorgängers nicht schon schwer genug, wird dies Album mit Megalativen beworben und mit der Aussage, habe man es gehört, werde alles, was darüber geschrieben worden sei, irrelevant. Klangzauberer Tobin hat solche zur Übertreibung neigenden Lobeshymnen jedoch gar…

Kakkmaddafakka – Hest

Bergen in Norwegen ist eine der regnerischsten Städte Europas. Warum das so ist, ließe sich grob in 150 Worten erklären, lenkt aber vom Thema ab. Als weitere Anekdote, Bergen betreffend, kann angemerkt werden, dass der Schreiber dieser Zeilen eigentlich, wenn das Leben einfach wäre, seit acht Monaten in Bergen arbeiten würde. Was das mit Kakkmaddafakka…

Miles Kane – Colour Of The Trap

Es wird sicher kaum jemand bestreiten, Psychedelic Rock habe zu Recht eine große Popularität bei Musikern wie Musikhörern. Neben der rohen, energetischen Variation begeistert insbesondere die poppige, ohrwurmgarantierende Spielart seit den Zeiten der Beatles. Irgendwo zwischen diesen beiden Polen haben Oasis in den letzten Jahrzehnten für Begeisterung und Langeweile gesorgt. Miles Kane versucht auf seinem…

Michaela Meise – Preis Dem Todesüberwinder

Christliche Bildsprache ist für viele Menschen problematisch, beziehungsweise rational unverständlich. Dies gilt umso mehr, handelt es sich um – implizit mystische – katholische Bilder. Somit gerät auch automatisch die Verwendung katholischer Kirchenlieder in einem de facto Popkontext kritisch. Dies gilt aus beiden Perspektiven: der außer- wie der innerkirchlichen. Die Gefahren bestehen aus einer übermäßigen Ironie…

Barbara Panther – Barbara Panther

Nach Kooperationen mit Jahcoozi, Kid 606, Sneaky und T.Raumschmiere steht Barbara Panthers Jahr 2011 im Zeichen ihres selbstbetitelten Albumdebüts. Produziert von Matthew Herbert – der hier einmal mehr seinem Ruf alle Ehre macht, aus jedem verfügbaren Gegenstand Musik machen zu wollen – leidet „Barbara Panther“ unter zwei Dingen: zum einen gab es dieses Jahr bereits…

Eddie Roberts & The Fire Eaters – Burn!

Selten nahm ein Album seinen Titel von Anfang an so wörtlich wie Eddie Roberts & The Fire Eaters „Burn!“. Man beachte das Ausrufezeichen. Die spontane Entzündung des Hörers, die in den ersten Takten von „Gutterball“ stattfindet, entwickelt sich zum Flächenbrand. Roberts, Javi Gomez, Santi Martin, sowie Organist Taz Modi und Flötist Chip Wickham entfachen auf…

Bill Wells & Aidan Moffat – Everything’s Getting Older

Wenn Jazz-Autodidakt Bill Wells und Whiskey-Folk-Grummler Aidan Moffat ein Album zusammen produzieren, ist schwer abzuschätzen, was am Ende daraus hervorgeht. Umso erstaunlicher ist, wie wenig das Ergebnis im Wissen um Moffats Schaffen überrascht – vor allem das seiner Band Aidan Moffat & the Best Ofs. Andererseits entstand deren letztes Album im Grunde parallel zu Wells…

Biodub – Reisegefährte

Einfach, simpel. Reduziert, Effizient. Pure Perkussion des Beats. Dies sind Attribute, die auf Biodubs Album „Reisegefährte“ zutreffen. Der norddeutsche Produzent und DJ legt eine Platte vor, die erstaunt in ihrer Klarheit, ihrer Unaufgeregtheit und darin, wie effektiv hier der Körper in Bewegung gesetzt wird, wie sehr das Album gefällt, trotz seiner reduzierten Inszenierung, seiner Schmucklosigkeit…

Secret Cinema – Minerals

Inspiriert von den Materialeigenschaften gewisser Mineralien soll „Minerals“ sein, Secret Cinemas erstes Album auf dem eigenen Label „gem records“. Jeroen Verheij – aka Secret Cinema – präsentiert seine Tracks – die (Halb-)Edelsteine und weiteren Materialien – dabei als Mix-CD. Somit gerät das Album zum Versuch, den Ablauf und die Spannungsmomente einer durchschnittlichen Clubnacht einzufangen.

Boxcutter – The Dissolve

Während Pitchfork.com Anfang Mai über den Mangel an passenden Namen für all das philosophiert, was nach dem Dubstep ist, veröffentlicht Boxcutter sein Album „The Dissolve“ auf Planet Mu. Am gleichen Ort beheimatet entführte Chrissy Murderbot die Bassmusik zurück in Richtung Jungle und nach vorne in Richtung Juke. Barry Lynn (aka Boxcutter) wählt einen ganz anderen…

Seasick Steve – You Can’t Teach An Old Dog New Tricks

Amerikanische „Volksmusik“ umfasst so unterschiedliche Genres wie Rhythm’n’Blues, Blues, Gospel, Country, Bluegrass oder Folk, die jedoch in ihrer Kombination oder in ihrer Wechselwirkung sehr ähnliche Effekte beim Hören auslösen können. Insofern ist es kein Wunder, dass Seasick Steve aka Steven Gene Wold zwar traditionell als Blues-Musiker gesehen wird, auf seinem neuen Album aber im Grunde…

La Sera – La Sera

La Sera ist Katy Goodman, und als solche unter Umständen von den Vivian Girls bekannt. Als La Sera spielt sie auf dem gleichnamigen Album hymnische Lieder, die ebenso viel vom Pop der frühen 1960er wie vom Noisepop der 1990er in sich tragen. Der Popappeal der Stücke ist somit durchdrungen von einerseits einer spröden Zerbrechlichkeit und…

The Unthanks – Last

Auch zu „Last”, dem neuesten Album der Unthanks, drängt sich die Feststellung auf, dass Rachel und Becky Unthank reine Interpreten sind. In der Tat beschreibt Unthanks-Musiker Adrian McNally die beiden Schwestern exakt so und fügt hinzu, die beiden Geschichtenerzählerinnen meinten nun einmal, alles, was sie der Welt mitzuteilen hätten, sei in der Musikgeschichte schon einmal…

Robag Wruhme – Thora Vukk

Robag Wruhme hat als einer der Wighnomy Brothers bewiesen, dass er zu den großen der heutigen House-Musik – nicht nur aus Deutschland – gehört. Seine spielerische Ästhetik prädestiniert ihn als Mitglied von DJ Kozes Pampa-Records-Familie. Wo Isolées Album zu Beginn des Jahres ähnlich wie das zeitgleich erscheinende und in Teilen ähnlich gestrickte Album-Debüt von Nicolas…

2562 – Fever

„Fever“, im Sinne von Disco-Fieber, heißt Dave Huismans aka 2562s Nachfolger zum 2009er Album „Unbalance“. Zwar ist das Discofieber das zugrundeliegende Konzept, aber die Hörer werden das nur wahrnehmen, wenn sie es sich einbilden. Im Resultat präsentiert 2562 einfach seine Mischung aus Techno, Electro und Bass-Musik, die ihresgleichen in dieser Zeit sucht, die also mindestens…

Pendikel – Pendikelland

Wie es bei Pendikel so ist, kann ein neues Album jederzeit oder nie erscheinen. Drei Jahre nach der Sammlung von Überresten vergangener Zeiten namens „Reise Ins Gewisse“ erscheint „Pendikeland“. Die Selbstbezogenheit des Titels hat ihren Grund, denn die Band ist und bleibt selbst ihr einziger Bezugspunkt. Zwischen tiefster Verzweiflung und latenter Hoffnung, erdrückend schwer im…

Tim Hecker – Ravedeath 1972

Auf seinem dritten Album auf Kranky bemüht sich Tim Hecker, Musik zu abstrahieren. Basierend auf Orgelaufnahmen, die im Juli 2010 auf Island entstanden, ist die eigentliche Hauptarbeit die Bearbeitung im Studio gewesen. Hecker verfremdet die ursprünglichen Aufnahmen, verallgemeinert sie, macht sie unanschaulicher. Immer wieder dringen zwar die Orgelmelodien durch das sie umlagernde Bett, aber dies…