Round Table Knights – Say What?!

Ein Hit macht noch kein Album und auch eine Ansammlung von solchen nicht zwangsweise. Sollte man den Round Table Knights aus Bern etwas vorhalten, dann dies. Vielleicht ist einfach das Grundkonzept fehlerhaft, mit dem sie an ihr Album herangegangen sind. Wie ein DJ Mix soll „Say What?!“ funktionieren. Den Club ins Wohnzimmer bringen sozusagen.

Tatsächlich ist der House-Entwurf, den die beiden Schweizer hier präsentieren, im Grunde in fast jedem Moment mitreißend. Poppig, discoid, Vocalhouse, Fidget; zwischen diesen vier Eckpfeilern platzieren die Ritter der Tafelrunde ihr Debütalbum. Das mag alles in seiner Funktionalität, in seiner Clubtauglichkeit überzeugen, doch ein spannendes Album ergibt es nicht. Das liegt auch daran, dass hypnotisch monotone Beats zwar im Club ihren Zweck erfüllen, aber sowohl im Nebenherhören wie auch im konzentrierten Genuss schnell langweilen können – zumindest, wenn sie in der Art und Weise in Szene gesetzt werden wie das bläserummantelte Exemplar in „Paparussi“. Ein weiteres Beispiel ist der 2010er Fidget-Hit der Round Table Knights. „Cut To The Top“ ist ohne Zweifel ein Clubkracher, aus seinem originären Kontext genommen aber weiß er nicht vollkommen zu überzeugen. Da hilft es auch nicht – eher im Gegenteil –, wenn sofort mit „Stomper“ der nächste gleichartige „Stampfer“ hinterhergeschickt wird. Wo bei „Cut To The Top“ die Klarinetten- und Gitarren-Elemente im Zentrum stehen, übernimmt in „Stomper“ der Beat die Regie und die Instrumente dienen nur als Verzierung.

Besser funktionieren in dieser Ansammlung von ihrer Bestimmung beraubter Hits der klassisch soulige Vocalhouse von „Cat Power“ ebenso wie der Funkhouse von „Old Fashioned“. Wirkliche Begeisterung lösen die hüpfenden Kickdrums in „All Night“ in Verbindung mit fantastischem Pop-R’n’B-Gesang aus. Unter den nervös zappelnden Nummern überzeugt erstaunlicherweise am meisten der Scat-House-Track „Drop The Dow“. Einerseits ist ein wirklich begeisternder Track („All Night“) natürlich kaum genug, andererseits aber ist hier eigentlich kein Track wirklich schlecht – solange man sie im Kontext einer ausschweifend tanzenden Nacht im Club sieht. Das heißt, die Round Table Knights präsentieren hier neun Clubkracher, die aber als Album zusammengefasst kaum mehr als eine nette Randnotiz sind.

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