Lucy – Wordplay For Working Bees

The art of being a slave is to rule one’s master. So lesen sich aneinandergereiht die Titel auf Lucys aka Luca Mortellaros Album „Wordplay For Working Bees“. Zusammen mit der Tatsache, dass die Albuminformation tatsächlich das Schlagwort „Intelligent Dance Music“ verwendet, deutet dies auf ein durchaus verkopftes Album, das entweder nervt oder umwirft. Schon die ersten Sekunden des Intros „thear“ verdeutlichen, welche dieser beiden Möglichkeiten sich entfalten wird. In aller Kürze: Lucy erschafft aus Fieldrecordings und dröhnenden Effekten, aus Ambient und Electro Warp’scher Ausprägung ein Album, das einerseits in gewisser Weise in die Schublade des dubbigen Techno passt, andererseits aber vor allem die oftmals ungenutzten Möglichkeiten eines Technoalbums ähnlich effektiv – wenn auch anders – vor Augen führt wie z.B. „This Bliss“.

Dass „Wordplay“ tatsächlich ein Techno-Album ist, offenbart sich spätestens in der stampfenden Monotonie von „bein“. Dessen treibende Kraft und die subtil aufsteigenden Synth-Linien nehmen gefangen, zwingen zur Bewegung. Hypnotisiert versinkt das Ich im Klang. Allerdings ist der gerade Beat dieses nahezu cluborientierten Tracks eine Ausnahme, der am ehesten noch die langsame Eskalation des pochenden „eon“ nahekommt. Typischer mag „gas“ sein, in dem der Oszillator durchgängig vibriert und nur ein Arpeggio seinen Klang in regelmäßigen Abständen durchdringt und dem Stück seine reduziert langsame Struktur gibt. In „lav“ lagert ein maschinell monotones Beatkonstrukt über bloßem Rauschen. Langsam entfaltet sich ein weiterer Beat und übernimmt die Regie. Im Gegenspiel der Elemente entfaltet sich der Sog des Tracks. Besondere Beachtung verdient auch „torul“ als ambiente Bedrohung. Die langsame Entfaltung der präsentierten Klangskulpturen bannt den Hörer; vollkommen versinkt er in den ambient bedrohlichen Sphären (z.B. „es“ oder „mas“), aus deren Tiefen die Angst wie die Ekstase hervordringen mag. Die Bedrohlichkeit dieser beeindruckenden Tracks löst sich im abschließenden „ter“, dessen ambiente Luftigkeit zwar nicht wirklich fröhlich ist, aber im Vergleich zum Rest des Albums doch schon fast poppig wirkt.

Luca Mortellaro schafft mit „Wordplay For Working Bees“ ein wirklich erstaunliches Album. Die Intensität seiner Tracks, der entworfenen Soundscapes ist zwar nicht einzigartig, aber doch selten genug, um besonders werden zu müssen.

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