Arthur Oskan – A Little More Than Everything

Analoge Maschinen sind der ursprüngliche Entstehungsort technoid gerader Beats. Ihre Klänge vermögen sicherlich am besten, die atmosphärische Dichte, die hypnotische Intensität des Genres einzufangen. Synthesizerflächen und analoge Beats gehören zu den Markenzeichen Arthur Oskans, die der Kanadier auch auf seinem Debütalbum „A Little More Than Everything“ zum Einsatz bringt.

Zwei Phänomene der Musik sind Alben (oder auch einzelne Tracks), die trotz ihrer prinzipiellen Schmucklosigkeit restlos fesseln und – am entgegengesetzten Pol des Spektrums – Platten (also Alben oder Singles), die in ihren Bestandteilen im Grunde perfekt sind, in ihrer Gesamtheit aber nicht wirklich zu überzeugen wissen. Letzteres trifft – unverständlicherweise – auf Oskans „Little More“ zu.

Die Stücke des Albums – so verschieden sie sind – überzeugen in ihrer spielerischen, glitzernden Vielfalt. Die Anlage der Beats sollte – über weite Strecken des Albums – den Hörer eigentlich mitreißen und in Verbindung mit den melodischen Synth-Linien gefangen nehmen. An der einmal pumpenden, ein anderes Mal entspannt treibenden Rhythmik und an den harmonisch variablen Melodieversatzstücken finden sich keine technischen Fehler, und doch vermag das Album und vermögen die einzelnen Tracks kaum zu packen. Vielleicht liegt es daran, dass diese technische „Perfektion“ in ihrer Gesamtheit zu herkömmlich erklingt, zu oft bereits gehört wurde. Steril erscheint sie zumindest nicht, das garantiert die analoge Ausrüstung Oskans.

In dieser mangelnden Spannung fallen die melodischeren Stücke positiv auf. So fast altbacken der Beat in „Use No Good“ erscheinen mag, so interessant sind die ihn durchbrechenden aufsteigenden Variationen und das flirrend klirrend Melodische, was den Beat untermalt. Zu Beginn kündigen die ambiente Zerbrechlichkeit von „Sentimental“ und das hypnotisch tiefe „Blood From A Stone“ zunächst Großes an. Doch leider hält das Album dieses Versprechen nicht. Selbst „Morning Calling“, das zu Beginn und gen Ende vollkommen begeistert, gönnt sich eine fast langweilige Ruhephase in der Mitte. Ähnlich ergeht es dem nachfolgenden „Pensive“, dessen traumtänzerisch leichte und schöne Synthie-Linien in eben dieser Schönheit sterben. Gen Ende entschädigt „Moodswings“ für zwischenzeitliche Durststrecken – so denn man bis dorthin vordringt.

Am Ende gibt es an „A Little More Than Everything“ technisch nichts auszusetzen, aber leider fällt auch kaum etwas positiv auf. Es streiten technische Perfektion und künstlerisch Gewohntes miteinander. Dabei bleiben Emotion und künstlerischer Ausdruck auf der Strecke, leider.

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