Matisyahu – Light

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Matisyahu ist zurück. Und wie. Dreizehn Songs finden sich auf „Light“ und rangieren ziemlich weit oben in einer Liste der „Schuldigen Vergnügen“ des Jahres. Mitreißend und perfekt produziert zielt er auf die Spitze von HipHop-, Reggae-, Alternative-Rock- und Popcharts. Glatt poliert wie ein Babypopo erobert „Light“ sofort und bleibt mit den Mitteln des klassischen Ohrwurms hängen.

Referenzen wie Wyclef Jean oder Jack Johnson sprechen eine deutliche Sprache und sind nicht zufällig gewählt. Gleich zu Beginn bieten Matisyahu Miller, Produzenten und Mitmusiker mit „One Day“ einen Song, den auch Wyclef Jean zu seinen besten Zeiten hätte schreiben können, und „We Will Walk“ ist jene Sorte Sonnenschein-Surf-Reggae-Pops, für die Jack Johnson geliebt und gehasst wird. Auch „So Hi So Lo“ entspringt jenem übergreifenden Pop-Verständnis, das Gitarren rocken lässt und dessen Rhythmen und Vocals auf jeder Block Party funktionieren.

Ganz viel Reggae und jede Menge Sonnenschein, Entspannung und gute Laune bestimmen „Light“. Die Songs rufen nicht explizit „Party“, aber versuchen vornehmlich, dem Hörer eine gute Zeit zu bereiten. Seien es der mitreißende Hochglanz-Pop-Hop „Smash Lies“ oder der atmosphärische, elektronische R’n’B „For You“, die jeweils gut drei Minuten eines Stücks sollen auf keinen Fall belasten, Wohlklang und Leichtigkeit heben die Herzen und erhellen den Tag. Reggae in perfektionistischer Produktion, der tatsächlich der Hauptbestandteil des Albums ist, erscheint sehr schnell unterkühlt. Reggae und Hochglanzpolitur vertragen sich eher selten. In der Vielfalt, in der die Matisyahu und Kollegen ihn jedoch präsentieren, geht beides eine gelungene Verbindung ein. Am meisten überzeugt dennoch das etwas rohere „Struggla“.

Das Beeindruckende ist, dass die wohlgelaunte Hochglanzproduktion nicht stört, dass sie nicht aufgesetzt wirkt, sondern einfach rein und ehrlich die Sorgen wegpusten möchte. Matisyahus tiefer Glaube, der nicht nur aus jedem Takt von „On Nature“ mit seinem Kinderchor erschallt, wirkt nicht belehrend, sondern erbaut unauffällig. PopHop und Pop-Reggae in ihrer massentauglichsten Version gibt Matisyahu auf „Light“ also zum Besten. Anders als bei Kollegen mit ähnlichen Ansätzen stört das hier jedoch kein Stück, sondern ist einfach gute Unterhaltung.

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