Miss Yetti Kookmoded – Zuckerbrot und Peitsche

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„Zuckerbrot Und Peitsche“ trifft als Titel das dazugehörige Album von Miss Yetti und Kookmoded nicht so wirklich. Weder kommt es süßlich daher, noch schlägt es hart auf den Hörer ein. Auch belohnt es den Hörer nicht besonders mit außergewöhnlichen Leckerbissen oder züchtigt ihn mit akustischen Quälereien. Ein kleines bisschen Wahrheit mag dem Titel entnommen werden, wertet man ihn als selbstkritische Beurteilung der darin verpackten Stücke. Einiges (weniges) großartig, manches … eher weniger gut.

Natürlich ist hier nichts wirklich schlecht, doch besonders der Einstieg erfolgt eher schleppend und überzeugt nur bedingt. Zu herkömmlich erscheinen die Tracks, zu wenig berühren sie. So hüpft „Mexicoupe“ eher am Ohr vorbei als zu animieren, und „Milk And Honey“ ist zwar ziemlich düster und relativ atmosphärisch, aber es fehlt der letzte Kick. In ähnlicher Weise lässt auch der große Rest des Albums das entscheidende Etwas vermissen.

Erst – und eigentlich allein – „Nass“ ändert das und lässt aufhorchen. Eine dunkle, hypnotische Melodie wiederholt sich andauernd über einem monoton daher stampfendem Bass, darüber zischelt, raschelt und rauscht synthetische Perkussion. Hinzu kommt Miss Yettis raunender, wispernder Gesang. In minimaler Reinheit nimmt diese Mischung gefangen. Voller Energie und gefährlicher Spannung ist „Nass“ ein außergewöhnliches Stück Musik.

Eine Qualität, der nur „Lost“ noch nahe kommt. Zwar verstecken auch andere Nummern gewisse Reize, so treibt „Penguin“ zum Beispiel energisch voran und „Lederzwerge Im Dunkeln“ setzt rauschend und pluckernd die düstere Melancholie des Titels – falls man den denn so auffassen möchte – gekonnt um; allerdings gerät letzteres etwas träge und ersteres erscheint nach erstem, kurzem Gefallen reichlich austauschbar. Leider.

Ein Album der Güte von „Nass“ wäre ein absoluter Höhepunkt dieses Jahres. So aber wird dieser Hörer „Zuckerbrot Und Peitsche“ von Miss Yetti / Kookmoded sehr schnell vergessen und sich lohnenderen Platten zugewendet haben, Ben Klock, zum Beispiel, oder Redshape oder Matias Aguayo.

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