Cobra Killer – Uppers & Downers

am

Gina V. D’Orio und Annika Trost (aka Cobra Killer) geben sich auf „Uppers & Downers“ alle Mühe, die angekündigte musikalische Achterbahnfahrt umzusetzen. Dennoch gelingt das Album vor allem als Sammlung von Songs, die zum einen auf jedem Mixtape und jeder Compilation zwischen Garagenrock und Electronica eine Zierde wären und zum anderen als prächtige B-Seiten dienen könnten. Allerdings fehlen die passenden A-Seiten. Auch so illustre und passende Gäste wie Sonic Youths Thurston Moore, Dinosaur Jr.s J. Mascis oder Jon Spencer können nicht verhindern, dass „Uppers & Downers“ zwar ganz gut amüsiert, aber reichlich schnell in die tiefen Tiefen einer etwaigen Plattensammlung wandert.

Mit „Hello Celebrity“ eröffnen Cobra Killer das Album mit schrägem Sampling-Pop. Perkussiv repetitive Vocals und Beats geben dem Stück beim ersten Hören eine sehr positive Erscheinung. In der Wiederholung aber offenbaren sich die Schwächen, und „Hello Celebrity“ wirkt wie ein minimal lustiger Witz eines mittelmäßig begabten Kabarettisten – eine Beschreibung, die große Teile des Albums trifft. Seien es die hüpfenden Lo-Fi-Electronica-Eskapaden in „Vitamine“ oder die verquere, poppige Eingängigkeit von „Goodtime Girl (featuring Jon Spencer und J. Mascis)“ in all seiner Funkyness, sei es der zuckersüße Garagenrock-Rumpler „Mr. Chang“ oder der mit Hilfe von Thurston Moore geschaffene triphoppige Garagenpop „Matchy Matchy“, als Track gelingt es im Grunde, im Albumkontext ist es auf Dauer und in Wiederholung eher lästig.

Wenn kaum etwas wirklich schlecht ist, ist dann auch wenigstens irgendetwas wirklich gut? Ja. Cobra Killer, J. Mascis und Thurston Moore toben sich im donnernden „Hang Up The Pin Up“ aus und schaffen ein Lo-Fi-Schlagwerk-Gitarren-Monster, das die Ohren genüsslich durchspült. Auch das leicht loungige, monoton stampfende Experimental-Gitarrenpop-Stück „The Universe Is In The Oven“ weiß auf Dauer zu überzeugen. Im Gegensatz zu weiten Teilen des Albums entwickelt sich das dritte Highlight auf „Uppers & Downers“ von einem nervigen Ersteindruck hin zu dauerhaftem Gefallen. Unterstützt von Jon Spencer und den Prinzen (sic!) kreuzen D’Orio und Trost Garagenrockästhetik mit den typischen A-cappella-Harmonien der Prinzen und schaffen so eine absurde, rumpelnde Popnummer.

Rumpeln versus Harmonie scheint überhaupt die Marschrichtung in der Albumentstehung gewesen zu sein. Das kommt live mit Sicherheit überaus energetisch, konserviert scheinen die Stücke zumeist aber wenig haltbar und reichlich ermüdend.

Advertisements