Various – Edges – A New French Electronic Generation

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Eine neue Generation französischer Electronica verkündet der Titel dieser Compilation großspurig. Unter Umständen gehen die Macher dabei ein wenig zu forsch zu Werke. Schnell stellt sich nämlich beim Genuss die Frage, was am Präsentierten neu sei. Oder: Brauchen wir wirklich ein gutes Dutzend Künstler, die das wiederholen, was wir – mehr oder weniger – an Justice, Cassius, Daft Punk oder Mr Oizo (und vielen anderen mehr) zu schätzen gelernt haben? Einerseits … aber andererseits … und zusammenfassend brauchen wir das sicher nicht. Allerdings … so komprimiert, wie es hier eben in gesammelter Form daherkommt, sind diese sechzehn Künstler ein wahrer Quell der Freude.

Daran ändert sich auch nichts, wenn man (eine rein beispielhafte Erwähnung) Djedjotronics Stück „James“ das große Vorbild Mr Oizo noch aus zehn Kilometern Entfernung anhört. Dessen Splitterbeats versetzen den Körper in – potentiell mit hohem Verletzungsrisiko verbundene – Bewegungen. Weitaus harmonischer gehen da die Gentlemen Drivers zu Werke, deren „Nationale 66“ so klingt, als hätten sich Justice plötzlich ein Beispiel an Air genommen.

Natürlich lassen sich die Bezüge der Künstler von Breakbot (mit klassischen Daft-Punk-Klängen) über Mondkopf und Chateau Marmont (beide mit sphärischen Gothic-Melodien, erstere zudem mit düsteren Bässen) bis StereoHeroes (featuring Spoek und Cerebral Vortex mit Party-HipHop Marke 2009) weiter zurückverfolgen als nur zu den erwähnten französischen Vorbildern. Es stehen ebenso häufig Disco und Giorgio Moroder Pate, wie die Künstler sich eindeutig im Electroklang des Jahres 2009 verorten. House und 80er Wave gehen in die Songs ein, aber dazu gesellen sich zudem die Soundästhetik der Kollegen Crookers oder David Guetta (ja, in der Black-Eyed-Peas Variante). Nichtsdestotrotz dominieren die inzwischen sprichwörtliche französische Funkyness, diese Wärme der Houseklänge und poppige Verspieltheit in expressiver Experimentierfreude.

Warum sollte diese Compilation also besser sein, als die Alben vieler der prominenteren Einzelkünstler? Weil sie in der Vielfalt der Künstler eben nicht in einem minimal variierten Trademark-Klang stecken bleibt, sondern viele dieser Handelsmarken – zwar mehr oder weniger kopierend – vereint. So wird aus „Edges: A New French Electronic Generation“ einfach gutes „Entertainment“. Und manchmal will man ja eben nur unterhalten werden.

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