The Heavy – The House That Dirt Built

am

Ninja Tunes Tochterlabel Counter Records ist – nicht nur Dank Pop Levi – ein steter Quell beispielloser Freude. 2007 überraschten The Heavy mit ihrer furios-feurigen Mischung aus Soul, Rock und Funk, aus Beats und Gitarren „Great Vengeance And Furious Fire“ ganz besonders. Ziemlich genau zwei Jahre später erscheint der Nachfolger „The House That Dirt Built“.

„Oh No! Not You Again!“ als Rhythm’n’Blues-Rocker und „How You Like Me Now?“ als rockender Funk-Stampfer lassen die zwei Jahre alte Begeisterung wieder aufleben. Besonders letzteres überzeugt mit seiner zwischen Dancefloor-Funk und Rock-Disco liegenden Energie. Diese Mischung aus Soul und Rock, die das Debüt so umwerfend machte, findet sich erneut nur kurz vor Schluss in „What You Want Me To Do“ noch einmal. Zusammen mit dem abschließenden „Stuck“ tröstet es über den eher mauen Mittelteil hinweg. Den zarten Zauber, den „Stuck“ verströmt, hätte man The Heavy kaum zugetraut nach dem Debüt, und doch gelingt er. Anders der ähnlich gestrickte Surf-Blues-Pop „Long Way From Home“, der eher enttäuscht. Wirklich unpassend – wobei kaum schlecht zu nennend – erscheinen die reggae-fizierten Nummern „Cause For Alarm“ und „Love Like That“.

Leichte Verwirrung macht sich beim Hörer breit, sobald „No Time“ erklingt. The Heavy machen hier das, was früher im Jahr 2009 Timbaland und Chris Cornell versuchten: eine Rock-, bzw. Grunge-Stimme auf einen zeitgemäßen R’n’B treffen zu lassen. Was bei Cornell nur peinlich wirkte, gelingt hier nicht einfach nur, sondern löst fast wieder jenes Entzücken aus, welches das Debüt durchgängig hinterließ. Wie sehr The Heavy auch die Klänge des souligen Dancefloor-Jazzes, des Lounge-Hops Marke Skeewiff ihr eigen nennen, beweisen sie im an Gnarls Barkley erinnernden Hit „Short Change Hero“. Zwischen Italo-Western-Atmosphäre und seelenvoll Wohlgefühl entfaltet sich eine absolute Perle.

Neben diesem einen herausragenden Track ist auch der Rest noch immer verdammt gut, aber es mangelt an der rastlosen Energie des Vorgängers. Wie bei den Noisettes wirkt manches etwas glatt, zu wenig eigen. Ob es übermäßige Routine der Musiker ist, oder der Hörer zu verzweifelt auf die große Überraschung wartet, „The House That Dirt Built“ ist ohne Zweifel gut, jedoch fehlt der letzte Kick.

Advertisements