Prefab Sprout – Let’s Change The World With Music

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Die Aufnahmen sind mehr als 15 Jahre alt. Sie wurden aufgefrischt am Computer, ohne Gastmusiker. Einzig Paddy McAloon, seines Zeichens Songwriter, Mastermind, Bandleader der seligen Prefab Sprout trägt bei zu den Stücken. Das wären die Rahmendaten zum jetzt unter dem Banner „Prefab Sprout“ erscheinenden Album „Let’s Change The World With Music“, und während sie manchen Fan ins Gefühlchaos stürzen dürften, mag ein der Band emotional weniger verbundener Leser erstmal die Stirn runzeln und sich fragen, ob das so gelingen kann.

Jeder Zweifel ist jedoch unangebracht. Natürlich, die damaligen Demo-Backingtracks und die kürzliche Nachbereitung mit einer der vielen professionellen Studio-Software-Produkte klingen latent billig und besitzen manchmal nicht die nötige Tiefe zur Begleitung von McAloons Gesang, aber – und dieses aber ist wichtig – eben diese Stimme steht im Zentrum dieser Songs. Da stört es nicht, wenn die Begleitmusik ein wenig nach Filmsoundtrack zu einem B-Movie der frühen 1990er Jahre klingt. Die Stimme macht diese Songs groß, sie lässt sie glänzen. Sie allein reicht, um zu verzaubern. Ist diese Einsicht erlangt, präsentieren sich die elf Songs auf „Let’s Change The World“ als wunderbare Perlen der Popmusik. Sie gelingen als gefühlsbetonte, ehrliche Betrachtungen der Kraft der Musik, die auch ohne ironische Brechung nicht kitschig wirken.

Selbst eine Hymne auf sich selbst verfasst Paddy McAloon und präsentiert sie in traumwandlerischer Sicherheit zum Mitsingen und Mitschwingen: „Last Of The Great Romantics“ ragt nicht aus dem Album heraus, aber steht als Beispiel für die hohe Qualität seines Songwritings so gut wie jedes andere Stück. Zwischen „Let There Be Music“ mit seiner weltumspannenden Melodie und dem Lullaby „Angel Of Love“ wirken die Stücke wie Reisen in eine Zeit, als romantische Texte noch umarmt werden konnten, ohne sie erst sieben Mal zu durchleuchten, als Popmelodien sentimental und introvertiert sein durften, ohne Folk sein zu müssen. Stücke wie das swingende „I Love Music“, das vielschichtige, grandiose „Music Is A Princess“ oder das sanfte „Falling In Love“ glänzen hell leuchtend in ihrer wärmenden Kraft. Sie geben Ruhe und lassen – nicht zuletzt in der Zeit globaler Krisen von Finanzen bis Klima – die Hoffnung zu auf ein goldenes Zeitalter des Friedens und überwinden dabei jede entgegengebrachte zynische oder auch nur realistische Erwiderung.

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