Modeselektor – Body Language Vol. 8

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Es hätte schon arg überrascht, wenn Gernot Bronsert und Sebastian Szary als Modeselektor sich bei ihrem Mix für die „Body Language“-Reihe auf Get Physical auf einen Stil beschränkt hätten. Zwischen den aktuellen Bass-Polen Dubstep – dem sich Modeselektor und Apparat als Moderat dieses Jahr bereits ausgiebig widmeten – und Ghetto-Pop liefern die beiden einen Mix, der ohne Umwege direkt auf den Punkt kommt, scheinbar wild und doch vollkommen organisch seines Weges geht, mittendrin ein Wirrwarr aus Techno, House, HipHop, Electro und experimentalem Pop einbindet, dem aber vor allem das allerletzte winzig kleine Etwas fehlt, das ihn zu einem außergewöhnlich guten Mix machen würde.

In natürlicher Linie mischen sich mehr oder weniger HipHop-inspirierte Beats zu Beginn aneinander und schließen das Instrumental zu Missy Elliotts „Lick Shots“ ebenso ein wie Boy-8-Bits „Cricket Scores“. Letzteres liefert ein erstes augenstrahlendes Aha-Erlebnis, bevor Felix Da Housecats „Kickdrum“ dazu dient, in die Techno-Sektion des Mixes überzuleiten, und den Boden zu bereiten für Bengas Dubstep-Techno „Emotions“. Untold und Moves feuern die volle Breitseite Bass ab, die in natürlichem Fluss in die „verbesserte“ Version von Busta Rhymes‘ „Gimme Some More“ übergeht.

Von da aus geht es in schneller Folge durch die verschiedenen Abwandlungen des britischen Garage-Sounds. Mittendrin der Mash von Djedjotronics „Dirty & Hard“ mit Dorian Concepts „Trilingual Dance Sexperience“. Danach verwirrt dann nicht mal mehr die Aneinanderreihung des Technobeats von Robert Hoods „Unix“ und den futuristischen Dancehallklängen von Major Lazers „Pon De Floor“. Absurd wie es klingt, gehört dieses Doppel zu den energetischsten Momenten der Platte.

Das letzte Drittel dieser Ausgabe der „Body Language“ durchziehen Tracks von Modeselektor und Siriusmo, dessen „The Uninvited Guest“ im Juni die erste Veröffentlichung auf Modeselektors Label Monkeytown Records war, bevor Moderats „A New Error“ den Mix beendet. Dazwischen schiebt sich in erstaunlicher Harmonie der Zweiklang aus Scubas „Klinik“ und Animal Collectives „My Girls“. Während Scuba mit seinem dubbig-düsteren House den Körper bewegt, erheben Animal Collective die Seele – ein Zustand, den Modeselektor leider jäh unterbrechen, aber am Ende mit Moderats „Error“ eben auch wieder herstellen.

Job getan, Erwartungen erfüllt, könnte man Modeselektor beglückwünschen, doch war das Verlangen ja eigentlich, dass die Wünsche an ihre „Body Language“ übererfüllt würden. Und das bleibt leider aus. Aber damit muss man halt und damit lässt sich leben.

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